BMVg: Neue KI-Strategie für den Verteidigungsbereich
„Fast ein bisschen mutig“: So jedenfalls bewerten Vertreter aus Industrie und Wissenschaft das neue KI-Konzept des Bundesverteidigungsministeriums (BMVg). Denn die neuen Leitlinien markieren eine entscheidende Wende.
Das interne Konzept gilt seit April für den Geschäftsbereich BMVg – also seit rund einem Monat. Veröffentlicht ist es nicht, aber Tagesspiegel Background konnte es einsehen. Es handelt sich um eine umfassende KI-Strategie für den gesamten Verteidigungsbereich.
Bislang verfolgte das BMVg eine sogenannte „Man in the loop“-Philosophie. Das bedeutet: Der Mensch sollte bei allen Schritten eines Einsatzes, in denen KI-Systeme eingesetzt werden, die Kontrolle behalten. Jetzt aber setzt man angesichts einer fortschreitenden Technologie auf Pragmatismus. So heißt es in dem Papier: „Menschliche Kontrolle ist nicht gleichzusetzen mit menschlicher Interaktion.“
Was selbstverständlich klingt, ist der vorläufige Endpunkt einer langen Debatte. Auf EU-Ebene regelt seit Mai 2024 der AI Act den Umgang mit KI. Die Frage nach der militärischen Nutzung von KI wird hier aber explizit ausgeklammert und den Nationalstaaten überlassen. Deutschland war eines der letzten Länder in der Nato ohne KI-Strategie.




