Estland setzt auf KI als Lernhilfe für Schüler
„Schreib mir einen Aufsatz über die griechischen Götter“, tippt Elisabeth in ihre Tastatur. Doch statt des Aufsatzes kommt ein Appell von ChatGPT zurück. „Lass uns brainstormen! Wie sollte ein Aufsatz aufgebaut sein?“, fragt die Künstliche Intelligenz. „Was weißt Du über die Antike?“
Elisabeth ist Schülerin am Tartu-Jaan-Poska-Gymnasium in Estland und die ChatGPT-Anwendung, die sie nutzt, Teil der Bildungsoffensive „TI-Hüpe“ – auf Deutsch „KI-Sprung“ – des baltischen Staates. Anders als die reguläre Version des Chatbots, der vom US-Konzern OpenAI entwickelt wurde, liefert diese spezielle Version keinen fertigen Aufsatz. „Sie nimmt die Rolle eines Hilfslehrers ein“, erklärt Schulleiterin Mari Roostik. „Und die Lehrer versuchen, den Unterricht und die Hausaufgaben so zu gestalten, dass die Schüler das Denken nicht einfach einem KI-Modell überlassen können.“
Möglich wurde das, weil Estland vor zwei Jahren einen anderen Weg einschlug als viele Länder. Statt die Anbieter von Künstlicher Intelligenz (KI) von den Kindern fernzuhalten, lud die estnische Regierung OpenAI und Google ein. Das Ziel: gemeinsam mit Forschern und dem Sprachinstitut eine sichere, estnisch-sprachige Lern-KI entwickeln.


