Israel und Libanon einigen sich auf Waffenruhe – Iran warnt vor Angriffen auf Beirut
Miriam Braun
USA: Israel und Libanon einigen sich auf Waffenruhe
Israel und der Libanon haben sich nach US-Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt. Voraussetzung dafür sei, dass die Hisbollah-Miliz das Feuer vollständig einstelle und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehe, teilt das US-Außenministerium nach Verhandlungen in Washington mit.
Zudem sollen rasch Testgebiete eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und nicht-staatliche Akteure ausgeschlossen werden. In der Woche vom 22. Juni wollen beide Seiten die direkten Gespräche fortsetzen, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen. Alle beteiligten Parteien verurteilen der gemeinsamen Erklärung zufolge zudem die iranischen Angriffe in der Region.
Jeanne Vesper
Iran: Kontakte zu USA nicht abgerissen – aber keine Fortschritte
Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi sagt in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al Mayadeen, dass die Kontakte zwischen Teheran und Washington zwar nicht abgerissen seien, es jedoch keine Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Beide Seiten prüften derzeit ausgetauschte Entwürfe. Zudem warnt der Minister: Sollte Israel die libanesische Hauptstadt Beirut angreifen, werde der Iran entschlossen reagieren.
In den vergangenen Tagen hatten iranische Medien unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, Gespräche zwischen den Kriegsparteien seien abgebrochen worden.
US-Präsident Donald Trump hatte das zurückgewiesen. „Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute“, schrieb der Republikaner am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social.
Vivian Melchert
Rubio hofft auf Friedenserklärung von Israel und Libanon
US-Außenminister Marco Rubio hofft nach einer neuen Runde politischer Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf eine gemeinsame Erklärung über ein Ende der Kämpfe. Ziel der Verhandlungen sei zudem ein Aktionsplan für Sicherheit im Libanon, der unabhängig von der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sein solle, sagte Rubio vor Abgeordneten in Washington. Zeitgleich trafen sich die Botschafter Israels und des Libanons im Außenministerium zu einem zweiten Verhandlungstag.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah, die an den Gesprächen nicht beteiligt ist, gilt als eines der größten Hindernisse für Bemühungen um ein Ende des Krieges mit dem Iran. Die aktuelle Gesprächsrunde ist die vierte zwischen Israel und dem Libanon. Bereits am Freitag hatte im Pentagon ein Treffen zu Sicherheitsfragen stattgefunden.
Vivian Melchert
Netanjahu: Friedensrat entscheidet über Vorgehen gegen Hamas, Trump über Iran
Entscheidungen über das Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen und eine mögliche Entwaffnung der Extremistengruppe werden dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zufolge gemeinsam mit dem Friedensrat getroffen. Beschlüsse über die Art und den Zeitpunkt von Maßnahmen würden mit dem Gremium („Board of Peace“) abgestimmt, sagt Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNBC. US-Präsident Donald Trump hatte den Rat im vergangenen Jahr zur Überwachung eines schrittweisen Waffenstillstands eingerichtet.
Die Entscheidung über eine vollständige Rückkehr zu Militäraktionen gegen den Iran liegt nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei US-Präsident Donald Trump. Die US- und israelischen Streitkräfte seien jedoch bereit, sagt Netanjahu.
Vivian Melchert
Netanjahu: Konflikt mit Iran nicht vorbei - Land aber geschwächt
Der Konflikt mit dem Iran ist nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch nicht ausgestanden. „Es ist im Iran noch nicht vorbei, sie sind jedoch geschwächt“, sagt Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNBC. Mit US-Präsident Donald Trump stimme er in den wesentlichen Punkten bezüglich des Irans überein. Gelegentliche taktische Meinungsverschiedenheiten würden ausgeräumt. Mit Blick auf die Hisbollah-Miliz erklärt Netanjahu zudem, viele derjenigen, die Israel angriffen, hielten sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf.
Jeanne Vesper
Trump: Könnte mir Treffen mit Chamenei vorstellen
Inmitten des Krieges mit dem Iran hat sich US-Präsident Donald Trump zu einem Treffen mit dem Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei bereiterklärt. Auf Nachfrage sagte er in einem Interview mit der „New York Post“: „Ja, ich würde ihn gerne treffen – ich würde jeden treffen.“ Trump sagte, wahrscheinlich werde es irgendwann zu einem Aufeinandertreffen kommen, „je nachdem, wie sich alles entwickelt“.
Chamenei nehme in der iranischen Führung nach wie vor eine entscheidende Rolle ein, sagte Trump. Bisher scheine die US-Seite „ganz gut“ mit ihm auszukommen, sagte Trump. Allerdings nährte der US-Präsident die Spekulationen, Chamenei sei im Krieg schwer verwundet worden. „Wenn man den Geschichten glaubt, fehlen ihm, na ja, eine ganze Menge Teile“. Seit seiner Ernennung ist Chamenei noch nicht öffentlich aufgetreten.
Jeanne Vesper
Kuwait weist iranische Diplomaten nach jüngsten Angriffen aus
Kuwait hat als Reaktion auf die jüngsten iranischen Angriffe auf sein Staatsgebiet zwei iranische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und deren Ausreise binnen 24 Stunden angeordnet. Zudem werde die Zahl der Mitarbeiter der iranischen Botschaft im Emirat reduziert, teilte das kuwaitische Außenministerium am Mittwoch auf der Plattform X mit.
Demnach wurde der kommissarische Geschäftsträger der iranischen Botschaft in Kuwait ins Außenministerium einbestellt. Dort übergab ihm die Regierung eine formelle Protestnote gegen die nach kuwaitischer Darstellung anhaltenden iranischen Angriffe.
Jeanne Vesper
Bau von mehr als 2000 neuen Wohnungen im Westjordanland genehmigt
Israel hat den Bau von 2162 neuen Wohnungen in drei jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt, wie der rechtsgerichtete Finanzminister Bezalel Smotrich am Mittwoch mitteilte. Die Pläne umfassen 1006 Wohnungen in einer neuen Siedlung bei Jerusalem, 922 in der Nähe der palästinensischen Stadt Nablus und 234 nahe Hebron. Wann der Bau beginnen soll, blieb zunächst unklar.
Die meisten Staaten betrachten die israelischen Siedlungen im Westjordanland als völkerrechtswidrig und als großes Hindernis für eine Zwei-Staaten-Lösung.
Das Büro von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Ankündigung scharf. Die „provokative“ Politik Israels treibe die Region in eine weitere Spirale der Gewalt, hieß es. Abbas forderte die USA auf, dem israelischen „Wahnsinn“ Einhalt zu gebieten.
Jeanne Vesper
Bundesregierung verurteilt iranischen Angriff auf Kuwaits Flughafen
Die Bundesregierung hat den iranischen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait und Bahrain „aufs Schärfste“ verurteilt. „Angriffe auf Unbeteiligte und insbesondere auf zivile Infrastruktur sind in keiner Weise hinnehmbar und müssen sofort eingestellt werden“, sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mit Verweis auf viele Schwerverletzten und mindestens einen Toten.
Deutschland steht in Solidarität mit unseren Freunden und Partnern in Kuwait, Bahrain und der gesamten Golfregion: Sprecher des Auswärtigen Amtes
Timm Seckel
Trump: Iran verzichtet auf Atomwaffen
US-Präsident Donald Trump zufolge hat der Iran einem Verzicht auf Atomwaffen zugestimmt. Zudem stellte Trump ein Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik, Mojtaba Chamenei, in Aussicht, sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen. „Sie haben bereits zugestimmt, dass sie keine Atomwaffen besitzen werden“, sagte Trump in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview im Podcast „Pod Force One“. Die Führung in Teheran hat allerdings stets betont, dass ihr umstrittenes Nuklearprogramm ausschließlich zivilen Zielen diene.
Chamenei sei absolut in die Gespräche über ein Ende der Feindseligkeiten eingebunden, sagte Trump weiter. Er habe gehört, dass es dem iranischen Revolutionsführer gesundheitlich nicht gut gehe, dieser die Verhandlungen jedoch unterstütze. Er selbst habe Chamenei noch nicht getroffen, würde dies jedoch gerne tun. Ein Treffen werde wahrscheinlich später stattfinden, wenn sich die Lage entsprechend entwickle.
Trump bezeichnete den Iran-Krieg als Erfolg, da die Streitkräfte des Golfstaates besiegt worden seien. Der Konflikt hatte am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen begonnen. Er hat die weltweiten Energiemärkte durcheinandergebracht und gilt in den USA wenige Monate vor den Kongresswahlen im November als unpopulär. „Wir arbeiten an einem Abkommen“, sagte Trump. Sollte dies nicht gelingen, werde man einen anderen Weg einschlagen. In der Vergangenheit hatte der US-Präsident für diesen Fall mit neuen Angriffen gedroht.
Timm Seckel
Mehr als 60 Verletzte in Kuwait, ein Toter
Beim jüngsten iranischen Angriff am Flughafen von Kuwait sind mindestens 63 Menschen verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Unter den Verletzten seien Reisende, Mitarbeiter des Flughafens und andere Zivilisten.
Durch die Explosionen hätten einige von ihnen Gliedmaßen verloren, andere hätten Hirnblutungen oder Knochenbrüche erlitten. Sieben der Verletzten seien bisher notoperiert worden. Am Flughafen seien zwei Dutzend Krankenwagen im Einsatz gewesen, um die Opfer zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen, teilte der Sprecher mit.
Bei dem Angriff wurde mindestens ein Mensch getötet. Der Flughafen geriet im Lauf des Iran-Kriegs mehrmals unter Beschuss und wurde nun erneut schwer getroffen. Aufnahmen nach dem Angriff zeigten heute eine zerstörte Halle des Flughafens sowie dichten Qualm und Feuer.
Vivian Melchert
Trump berichtet von schroffem Gespräch mit Netanjahu
US-Präsident Donald Trump räumt ein schroffes Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein. Er sei unzufrieden mit den Kämpfen Israels im Libanon, sagt Trump in einem Interview des Podcasts „Pod Force One“. „Ich würde nicht sagen wütend. Ich war ein wenig irritiert über seine ständigen Käfe mit dem Libanon“, erklärt er. Trump fügt jedoch hinzu, dass er und Netanjahu sehr gut miteinander auskämen.
Anna Kipnis
Kuwait setzt Flüge nach Drohnenangriff auf Flughafen aus
Kuwait hat nach einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen des Landes den kommerziellen Flugverkehr vorübergehend ausgesetzt. Bei dem Angriff auf das Passagiergebäude des Kuwait International Airport sei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, teilte das Außenministerium am Mittwoch mit.
Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Saud Abdulasis al-Otaibi, hatte zuvor von mehreren Verletzten gesprochen. „Eine Reihe feindlicher Drohnen“ habe das Passagiergebäude ins Visier genommen. Es sei schwer beschädigt worden. Der Flughafen war erst am Montag nach kriegsbedingter Schließung wieder geöffnet worden.
Kuwaitische Staatsmedien berichteten zunächst, die nationale Fluggesellschaft Kuwait Airways setze den Betrieb bis auf Weiteres aus. Kurz darauf teilte die zivile Luftfahrtbehörde des Landes mit, dass der Flughafen teilweise wieder geöffnet worden sei. Flüge von Kuwait Airways seien von einem anderen Terminal aus wieder aufgenommen worden, weitere Flüge entfielen jedoch
Carlotta Moreno Lara
Israel fängt „feindliches Flugobjekt“ aus dem Libanon ab
Das israelische Militär fängt nach eigenen Angaben ein „feindliches Flugobjekt“ ab, das aus dem Libanon in den Luftraum über dem Norden Israels eingedrungen ist. Die Armee bringt den Vorfall zunächst nicht mit der libanesischen Hisbollah-Miliz in Verbindung. Zudem übernimmt die vom Iran unterstützte Gruppe keine Verantwortung dafür. Der Libanon hatte eine Teilwaffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel verkündet. Demnach stellt Israel seine Angriffe auf die von der Hisbollah kontrollierten Vororte von Beirut ein, während die Miliz ihre Angriffe auf Israel stoppt.
Carlotta Moreno Lara
Kuwait: Verletzte bei iranischem Angriff auf Flughafen
Bei einem iranischen Drohnen- und Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait sind nach offiziellen Angaben mehrere Menschen verletzt worden. Getroffen worden sei Terminal T1 des Flughafens, meldet die staatliche kuwaitische Nachrichtenagentur unter Berufung auf die zivile Luftfahrtbehörde des Landes. Mehrere Einrichtungen des Flughafens seien erheblich beschädigt worden. Flüge seien ausgesetzt und auf andere Flughäfen umgeleitet worden. Eine Stellungnahme des Irans liegt zunächst nicht vor.
Carlotta Moreno Lara
USA sanktionieren größte iranische Kryptobörse nach Reuters-Bericht
Die USA haben Sanktionen gegen die größte iranische Kryptowährungsbörse Nobitex sowie deren Führungsebene verhängt. Das US-Finanzministerium warf dem Unternehmen am Dienstag vor, der Regierung in Teheran sowie sanktionierten staatlichen Institutionen bei der Umgehung westlicher Strafmaßnahmen geholfen zu haben. Neben der Börse selbst wurden die beiden Gründer - zwei Brüder aus der einflussreichen Charrasi-Familie - sowie Firmenchef Amir Hossein Rad auf die Sanktionsliste gesetzt. Während sich die iranische Wirtschaft im freien Fall befinde, nutze das Regime digitale Vermögenswerte für seine eigenen korrupten Zwecke, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent. Dazu gehöre die Umgehung von Sanktionen und der Transfer von Vermögen ins Ausland.
Die Maßnahmen folgen auf eine im Mai veröffentlichte Recherche der Nachrichtenagentur Reuters. Diese hatte aufgedeckt, dass Nobitex zu einem wichtigen Knotenpunkt in einem parallelen Finanzsystem geworden war. Über die Plattform seien Hunderte Millionen Dollar für die iranische Zentralbank und die Islamischen Revolutionsgarden abgewickelt worden, selbst während staatlich verordneter Internetabschaltungen. Das US-Finanzministerium erklärte nun, Nobitex habe dazu beigetragen, Vermögenswerte des Regimes zu schützen und außer Landes zu schaffen. Nobitex hatte im April gegenüber Reuters direkte Verbindungen zur Regierung zurückgewiesen. Das Unternehmen bestritt, dem Staat wissentlich geholfen zu haben.
Carlotta Moreno Lara
Libanons Airline-Piloten wegen israelischer Luftangriffe besorgt
Libanons Luftfahrtbehörde leitet eine Sicherheitsprüfung der nationalen Fluggesellschaft Middle East Airlines (MEA) ein. Pilotenverbände äußern Bedenken, dass Besatzungen in der Nähe von israelischen Luftangriffen fliegen müssen und für das Melden sicherheitsrelevanter Vorfälle bestraft werden. Dies geht aus Briefen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Die Fluggesellschaft weist die Vorwürfe zurück und teilt mit, sie verfüge über eine nachweislich gute Sicherheitsbilanz. Der Leiter der Zivilluftfahrtbehörde (LCAA), Mohammed Aziz, bestätigt die laufende Prüfung und kündigt Gespräche mit der Airline an.
Sabrina Frangos
US-Militär: Iranische Angriffe in der Golfregion abgewehrt
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen größeren Angriff des Irans auf Ziele in der Golfregion erfolgreich abgewehrt. Mehrere ballistische Raketen und Droh



