John Bolton will sich schuldig bekennen
Washington. Der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, will sich der unsachgemäßen Aufbewahrung geheimer Dokumente schuldig bekennen. Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Justizministerium könne ihm dies unter Umständen eine Gefängnisstrafe ersparen, schilderte eine in die Vorgänge eingeweihte Person der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme ab.
Im Rahmen der Vereinbarung könne ein im Oktober begonnenes Strafverfahren beigelegt werden, in dem Bolton beschuldigt wurde, geheime Regierungsunterlagen zu Hause gelagert und Familienmitgliedern tagebuchähnliche Aufzeichnungen zugänglich gemacht zu haben, die nach Auffassung der US-Behörden Geheiminformationen enthielten.
Zu dieser Zeit habe er sich darauf vorbereitet, Memoiren über seine Zeit in der Regierung zu verfassen. Schuldig bekennen wolle sich der 77-Jährige in einem von insgesamt 18 ihm ursprünglich zur Last gelegten Anklagepunkten, die entweder die Aufbewahrung geheimer Informationen oder deren Weitergabe betrafen.
Die über die Vorgänge informierte Person sagte der AP, die Vereinbarung sehe auch eine Geldstrafe in Höhe von 2,25 Millionen Dollar für Bolton vor. Eine mögliche Haftstrafe werde auf maximal fünf Jahre begrenzt, könne ihm vorbehaltlich einer richterlichen Entscheidung aber auch ganz erspart bleiben.
Bolton war mehr als ein Jahr lang in Trumps erster Amtszeit tätig, bis er 2019 entlassen wurde und sich öffentlich gegen den Präsidenten stellte. 2020 veröffentlichte er das Buch „Der Raum, in dem alles geschah“. Das Weiße Haus versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern und begründete dies mit der Gefahr, dass dadurch vertrauliche Informationen publik werden könnten. Bolton wies das stets zurück.
Die Vereinbarung mit dem Justizministerium, deren Details der AP unter Zusicherung von Anonymität geschildert wurden, bezieht sich den Angaben zufolge nicht auf Angaben in dem Buch, sondern auf Verwandten zugänglich gemachte Notizen.
Bolton ist einer von mehreren Kritikern des US-Präsidenten, die in den vergangenen Jahren strafrechtlich verfolgt wurden. FBI-Ermittlungen gegen ihn gelangten an die Öffentlichkeit, als in seinem Büro und seinem Haus im US-Bundesstaat Maryland Durchsuchungsbefehle vollstreckt wurden.




