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Küchenhersteller fordern mehr Wohnraum-Subventionen statt E-Auto-Förderung
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Die Welt·4 sa önce·🇩🇪Germany·Business

Küchenhersteller fordern mehr Wohnraum-Subventionen statt E-Auto-Förderung

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Die Welt
Yayıncı
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Für Bernd Weisser sind die Prioritäten bei staatlichen Förderungen eindeutig falsch gesetzt. „Brauchen wir die Subventionen für Elektroautos in Deutschland?“, fragt der Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) – und antwortet sich selbst mit der nächsten Frage: „Oder braucht es nicht vielmehr Unterstützung für den Bau neuer Wohnungen?“ Natürlich sei die Autoindustrie wichtig für Deutschland, doch viel wichtiger sei es, die Wohnungsnot zu beseitigen. „Wohnen ist zu einem knappen Gut geworden“, meint Weisser. Die soziale Sprengkraft des knappen Wohnraums werde von der Politik unterschätzt.

Dass sich Weisser als Vertreter der Küchenmöbelhersteller für Wohnraum-Subventionen ausspricht, kommt nicht überraschend. Denn der Erfolg seiner Branche hängt maßgeblich vom Wohnungsbau in Deutschland ab. Jede neue Wohneinheit bedeutet eine neue Küche – und darüber hinaus zwei bis drei weitere Küchen durch Umzüge infolge der neu bezogenen Wohnung. So lautet eine gängige Faustformel in der Möbelbranche. Kein Wunder, dass er Auto-Subventionen ablehnt.

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Tatsächlich trifft die Lage am Wohnungsmarkt auch Möbelhersteller hart. Laut Statistischem Bundesamt wurden hierzulande so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit 2012 nicht mehr. 206.600 Einheiten stehen in der Bilanz, das sind fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Und das nach einem Rückgang von bereits 14,4 Prozent im Jahr 2024. Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft fordern von der Bundesregierung weniger Regulierung und eine leichtere Finanzierung neuer Projekte. Angesichts des Nahost-Konflikts und erwartbarer Folgen wie steigender Baukosten und höherer Zinsen sei eher eine Verschlechterung zu erwarten. Schon fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen, schätzen Experten.

Angesichts dieser Lage haben sich die Küchen-Ausstatter im vergangenen Jahr vergleichsweise gut geschlagen. Auf rund 5,63 Milliarden Euro summiert sich der Umsatz der Küchenmöbelindustrie, das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres. 54 Prozent davon entfallen auf das Inland, 46 Prozent auf Auslandsmärkte, an der Spitze Frankreich, die Niederlande und Österreich. Weisser, der im Hauptberuf Vertriebschef des Küchen-Marktführers Nobilia ist, nennt das eine „solide Entwicklung“, zumal die anderen Segmente der Branche teils deutlich im Minus liegen, seien es Polstermöbel, Büromöbel oder auch Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel.

This article was originally published by Die Welt.

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