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Wie sicher sind Gold und Devisen bei einem Börsencrash?
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Wie sicher sind Gold und Devisen bei einem Börsencrash?

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Aus dem Handelsblatt-Archiv: Die aktuelle US-Politik verunsichert Anleger weltweit. Doch welche Werte verhielten sich rund um Börsencrashs in den vergangenen 100 Jahren am stabilsten? Haluka Maier-Borst 04.06.2026 - 10:46 Uhr Artikel anhören

Wie sicher sind Gold und Devisen wie der Schweizer Franken bei einem Börsencrash? Foto: dpa/Picture-Alliance

Berlin. Seit Donald Trump wieder als US-Präsident im Weißen Haus sitzt, gelten viele vermeintliche wirtschaftspolitische Gewissheiten nicht mehr. Trump droht mit Zöllen, führt sie ein, setzt sie aus. Mit dem von USA und Israel begonnenen Iran-Krieg und dem Angriff auf Venezuela ist Trump zum Kriegspräsidenten geworden. Wie er sich zum Ukraine-Krieg positioniert, bleibt unklar. Entsprechend nervös reagieren die Finanzmärkte immer wieder. Schon einzelne Sätze von Trump bewegen die Kurse.

Doch was ist, wenn tatsächlich eine echte Krise an den Börsen aufkommt? Viele Anlegerinnen und Anleger schauen sich für diesen Fall nach „sicheren Häfen“ um. Gemeint sind Anlageformen, deren Werte bei Ausschlägen an den Märkten vergleichsweise stabil bleiben. Das Handelsblatt hat sich für Gold, US- und Schweizer Staatsanleihen sowie den US-Dollar und den Schweizer Franken angeschaut, ob sie so sicher sind, wie oft behauptet wird.

Wie verhalten sich diese fünf Anlagen, wenn der US-Index Dow Jones einen Kursverlust von mehr als 20 Prozent binnen 30 Tagen erleidet? Ein Blick in die vergangenen 100 Jahre hilft.

Das Ergebnis zeigt, inwieweit „sichere Häfen“ in der Vergangenheit tatsächlich einen gewissen Schutz vor starken Abwärtsbewegungen an den Märkten bieten konnten.

Das waren die größten Börsencrashs seit 1925

Für die Analyse hat sich das Handelsblatt die Jahre angeschaut, in denen der Dow Jones innerhalb von 30 Tagen mindestens 20 Prozent an Wert verlor. Die erfassten 14 Jahre innerhalb der 100 bilden viele der großen Börsenkrisen der modernen Geschichte ab:

1929–1933: Mit dem berühmten „schwarzen Freitag“ beginnt die große Depression und damit die erste große Weltwirtschaftskrise der Moderne.

1937–1940: Eine Rezession, die auf die große Depression folgte und in den Beginn des Zweiten Weltkriegs mündete.

1987: Das Jahr des „schwarzen Montags“, als aufgeblähte Firmenwerte plötzlich fielen. Der erste große Crash nach dem Zweiten Weltkrieg.

2001: Die Dotcom-Bubble, als die überdimensionierten Hoffnungen auf das Computer-Zeitalter jäh zerplatzten.

2008–2009: Die Subprime-Krise, als faule Immobilienkredite die Märkte in Panik versetzten.

2020: Das Coronavirus brachte die Welt zum Stillstand.

Den Beginn und das Ende von Krisen zu erahnen, ist vor allem für Privatanleger kaum möglich, sodass sie kaum kurz vor Ausbruch einer Krise sinnvoll umschichten können. Wenn man aber von einem etwas längeren Toleranzzeitraum ausgeht, zwei Jahre vor einer großen Krise umschichtet und zwei Jahre nach der Krise eine etwaige Rendite einstreicht, lassen sich für die Anlageformen einige Schlüsse ziehen.

Wie sicher sind Schweizer Franken und US-Dollar?

Wie gut wäre es gewesen, wenn man vor den sechs großen Krisen einen festen Betrag in US-Dollar oder Schweizer Franken umgeschichtet hätte? Ein simpler Weg zu einer Antwort ist der Vergleich der Inflationsraten der USA und der Schweiz mit denen von Großbritannien.

Das britische Pfund bietet sich statt eines breiteren Währungskorbs an, weil Großbritannien seine Währung in den 100 Jahren Betrachtungszeitraum kaum verändert hat. Deutschland etwa hatte in diesem Zeitraum mehrere Währungen nacheinander, während andere Staaten zum Beispiel eine oder mehrere Nullen des Nennwerts ihrer Währung strichen, was die Umrechnung für längere Zeiträume erschwert. Deshalb: Der Vergleich mit dem Pfund ist einfach und konsistent.

Im Vergleich zeigt sich, dass der Ruf von US-Dollar und Schweizer Franken als sicherer Hafen in der Vergangenheit berechtigt war. Die US-Inflation war bis auf die Dotcom-Blase stets geringer als die britische Teuerung. Im Schweizer Fall gilt das sogar für alle sechs Krisen.

Wie sicher sind Staatsanleihen der Schweiz und der USA während großer Krisen?

Auf den ersten Blick macht die Entwicklung von Staatsanleihen der USA und der Schweiz in Krisenjahren Hoffnung. Bis auf den Sonderfall der Coronakrise für die Schweiz war es so, dass die betreffenden Staatsanleihen immer eine positive Rendite abwarfen.

Zieht man allerdings noch die länderspezifische Inflation heran, gegen die sich eine Staatsanleihe behaupten muss, ist das Bild gemischter. Die Schweizer Staatsanleihe warf dann in vier der sechs Krisen eine positive Rendite ab, die US-Staatsanleihe in vier Fällen eine positive, in einem Fall keine und rund um die Coronakrise ebenfalls eine negative Rendite ab.

Im Vergleich zur britischen Staatsanleihe zeigt sich allerdings, dass in allen sechs Krisen die Rendite der US-Staatsanleihen besser war als bei britischen Staatsanleihen. Für Schweizer Papiere gilt das in vier von sechs Fällen.

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Gleichwohl stellt sich sowohl für den US-Dollar als auch für US-Staatsanleihen die Frage, ob diese in einer durch Trump ausgelösten Krise noch so sicher sind, wie es der historische Vergleich nahelegt.

Wie sicher ist Gold in der Krise?

Gold gilt nach wie vor als die ultimative Wertanlage für unruhige Zeiten. Die Datenanalyse zeichnet allerdings ein deutlich differenzierteres Bild.

Während das Edelmetall in den allermeisten Krisen deutlich an Wert gewinnen konnte, schrumpfte sein Wert im Anschluss an die Krise von 1937–1940 aber deutlich.

Nimmt man zudem die US-Inflation hinzu, so fällt auf, dass auch rund um den „schwarzen Montag“ 1987 die jährliche Rendite für Gold bei nahezu null lag.

Gold

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Somit war Gold also ein tendenziell sichererer Hafen als andere Werte. Dass das Metall aber in Krisenjahren stets Rendite abwirft, ist längst nicht sicher.

Methodik der Analyse

Für die Wertentwicklung von Schweizer Franken, US-Dollar und britischem Pfund wurde vereinfachend die nationale Inflation als Maß genutzt. Für die Wertentwicklung der Anleihen wurde vereinfachend die Rendite einer Anleihe genutzt, die aktuell eine Maturität von noch zehn Jahren hat und nicht die der Restlaufzeit. Für die Schweiz haben wir vereinfachend angenommen, dass die Renditen zwischen der fünfjährigen und zehnjährigen Staatsanleihe gleich sind, da es keine 100 Jahre alten Daten zu zehnjährigen Staatsanleihen gibt. Für den Goldpreis wurde als Inflationsmaßstab die US-Inflation genutzt.

Die Daten kommen von Bloomberg, Bureau of Labor Statistics, National Bureau of Historic Research, Office of National Statistics, Bank of England und der Schweizer Nationalbank. Wenn Zeitreihen aus mehreren Quellen zusammengeführt werden mussten, lag das Jahr des Grundlagenwechsels außerhalb der analysierten Krisen.

Was ist beim Börsencrash wirklich sicher?

Alles in allem zeigt sich, dass alle analysierten Werte zu Recht ihren Ruf als sichere Wertanlage in turbulenten Zeiten haben. Gleichwohl gibt es historische Ausnahmen von der Regel.

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Insbesondere die Tatsache, dass in der Zeit zwischen 1935 und 1942 sowohl Gold als auch Schweizer und US-Staatsanleihen eine negative Rendite einfuhren, zeigt: Selbst die sichersten Werte können in langen Krisen nicht immer vor Verlusten schützen.

Entsprechend können zwar Pessimisten aus Krisen Kapital schlagen. Sie sollten aber trotzdem darauf hoffen, dass die jeweilige Krise nicht allzu lange dauert.

Mehr: Schutz vor einem Börsencrash – So machen Sie Ihr Depot krisensicher

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This article was originally published by Handelsblatt.

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