
Während 20 Millionen Menschen im Sudan auf Hilfe angewiesen sind, mangelt es den Hilfsorganisationen stark an deutschen und internationalen Geldern
Anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe sind Arbeiter wie Lukas Eichelter im Sudan aufgrund der drastischen Kürzungen des humanitären Budgets durch die deutsche Regierung einem großen Sicherheitsrisiko und einem gravierenden Mangel an Nahrungsmittelrationen ausgesetzt.
KI-generierte Zusammenfassung
Der Welttag der humanitären Hilfe erinnert an den Anschlag in Bagdad im Jahr 2003. Der Sudan ist Zeuge eines verheerenden Krieges, der zu einer massiven Hungerkrise geführt hat.
Lukas Eichelter ist seit einer Woche in Khartum. Die Szene, die sich ihm bot, als er sich der vom Krieg zerrütteten sudanesischen Hauptstadt näherte, ist dem 34-jährigen humanitären Helfer noch immer in Erinnerung geblieben. „Wenn man hier landet, sieht man abgestürzte Flugzeuge und die Stadt ist voller Krater.“
Khartum ist völlig zerstört
Laut einem Bericht der Tages-Show arbeitet Eichelter seit Anfang des Jahres mit dem Welternährungsprogramm im Sudan zusammen und ist einer von vielen Hilfskräften, die Menschen in einem Katastrophengebiet beim Überleben helfen.
Der Welttag der humanitären Hilfe wird seit 2008 jährlich zu Ehren der Bemühungen von Hilfskräften begangen und erinnert an die Autobombenexplosion vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad am 19. August 2003. Bei dem Anschlag kamen der damalige Hochkommissar für Menschenrechte, Sergio Vieira de Mello, und 21 weitere Mitarbeiter der Vereinten Nationen ums Leben. Eichalter kennt dieses beunruhigende Gefühl gut. In der ersten Woche kam es erneut zu Drohnenangriffen auf Khartum, eine Stadt voller Minen.
Nach Gaza ist der Sudan der zweite Ort, an dem Helfer getötet oder verletzt werden. Weltweit starben im vergangenen Jahr mehr als 350 Helfer in Krisengebieten.
„Wenn du nicht hier wärst, wären wir verhungert.“
Die Fläche des Sudan ist mehr als fünfmal so groß wie Deutschland, und allein in dem afrikanischen Land sind 20 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms sagt, dass etwa fünf Millionen Menschen unter schwerer Nahrungsmittelknappheit leiden und dadurch extremen Hunger leiden.
Doch aufgrund des Rückgangs der humanitären Hilfe weltweit können Helfer im Sudan einem Bericht der deutschen Tagesschau zufolge nur die Hälfte der benötigten Lebensmittelrationen an mehr als drei Millionen Menschen verteilen.
Eichalter erklärt: „Eine Lebensmittelration enthält 2.100 Kalorien, das heißt, diese Menschen leben von nur 1.050 Kalorien pro Tag, die sie von uns bekommen, und das alles aufgrund mangelnder Finanzierung.“ Die Aufklärung der Betroffenen über die Kürzung der Lebensmittelrationen ist zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit geworden.
Die Bundesregierung reduziert die humanitäre Hilfe deutlich, die Verantwortung für die humanitäre Hilfe liegt beim Auswärtigen Amt. Im Haushalt 2025 wurde es auf rund 1,06 Milliarden Euro halbiert.
In diesem Jahr stehen nur noch etwas mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung, im Jahr 2022 waren es noch mehr als drei Milliarden Euro. Serap Güler, Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, bezeichnet diese Kürzungen als schmerzhaft, aber unvermeidlich.
Sie sagt, dass die Hilfe für Bedürftige im Interesse unserer lebenswichtigen Sicherheitspolitik liege. Sie fügt hinzu: „In einer globalisierten Welt ist es sehr naiv zu glauben, dass uns das am Ende nicht betrifft.“ Der CDU-Politiker erhofft sich von dem parlamentarischen Verfahren „zusätzliche Unterstützung für die humanitäre Hilfe in Deutschland“, heißt es im Tagesschau-Bericht.
Auch Lars Castellucci, SPD-Politiker und Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, sieht diese Kürzungen kritisch, betont aber, wie wichtig es sei, die Gelder sinnvoll einzusetzen.
Er glaubt, dass das humanitäre System reformiert werden muss. „In manchen Ländern überschneidet sich die Arbeit der Organisationen und die Programme sind nicht klar formuliert; es gibt doppelte Strukturen“, sagt er. Die Kürzungen der Mittel haben die internationale Gemeinschaft dazu veranlasst, eine umfassende Reforminitiative zu starten, die von Deutschland nachdrücklich unterstützt wird.
Wie wird die Hilfe jetzt priorisiert?
Haushaltskürzungen zwangen die Bundesregierung, ihre Prioritäten neu zu definieren. Ralph Sudoff vom Think Tank Center for Humanitarian Action stimmt dem zu.
Er sagt: „Machen wir jetzt Hilfe für die Menschen, die uns aus unserer Sicht politisch am wichtigsten sind, oder für Länder oder Partner, mit denen wir wirtschaftliche Interessen durchsetzen wollen? Oder verhalten wir uns wie ein Arzt und beurteilen diejenigen, die unsere Hilfe am meisten brauchen?“ Zuvor hatte das Zentrum die Bundesregierung dafür gelobt, dass sie die Mittel entsprechend den tatsächlichen Bedürfnissen der Hilfebedürftigen vergibt.
Doch diese Situation ändert sich nun radikal. Rund 300 Millionen Menschen auf der Welt sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, und Lukas Eichelter, seit acht Jahren ehrenamtlich beim Welternährungsprogramm, möchte seine Arbeit fortsetzen.
„Es geht um Essen“, sagt er. „Aus meiner Sicht ist es schade, dass es immer noch Menschen gibt, die Hunger leiden. Deshalb fällt es mir relativ leicht, früh aufzustehen und zu versuchen, einen kleinen Beitrag zur Veränderung dieser Situation zu leisten.“
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Anhaltende Kürzung der Lebensmittelrationen für Bedürftige im Sudan
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

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