Abnehmpille Wegovy kommt nach Deutschland: Novo Nordisk enttäuscht Anleger trotz angehobener Prognose
Die Abnehmpille Wegovy soll bald in Deutschland starten. Dennoch gerät die Aktie des dänischen Pharmakonzerns unter Druck, da Umsatzerwartungen verfehlt wurden und Studienrückfälle Sorgen auslösen.
Auf einen Blick
- Der Pharmakonzern Novo Nordisk bringt seine Abnehmpille Wegovy nach Deutschland.
- Trotz angehobener Jahresprognose reagierten Anleger enttäuscht auf verfehlte Umsatzerwartungen und Studiendämpfer bei Nachfolgepräparaten.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Das Mittel Wegovy ist als Spritze bereits etabliert und wurde im Frühsommer für Europa in Pillenform zugelassen.
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will seine Abnehmpille Wegovy bald auch in Deutschland auf den Markt bringen. Das Mittel habe trotz der Konkurrenz durch Eli Lilly rund 90 Prozent des Marktes für orale Adipositaspräparate erobert, sagte Konzernchef Mike Doustdar.
Die Abnehmtablette ist bereits in den USA, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erhältlich. Allein in Großbritannien hätten schätzungsweise 300.000 Patienten mit der Einnahme begonnen. Laut Finanzvorstand Carsten Munk Knudsen tragen die Patienten die Kosten für das Medikament überwiegend selbst. Etwa 90 Prozent der Verschreibungen entfielen auf Selbstzahler. Die Preise könnten sich durch die Marktdynamik künftig ändern, derzeit sehe Novo sich aber gut positioniert. Das Medikament war im Frühsommer für Europa zugelassen worden.
Zwar hob Novo Nordisk am späten Dienstagabend seine Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr an, enttäuschte aber die Anleger. Grund dafür waren leicht verfehlte Erwartungen an den Umsatz mit der neuen Wegovy-Pille sowie ein Rückschlag bei einer klinischen Studie für CagriSema, das Adipositasmedikament der nächsten Generation.
An der Börse sorgten die Nachrichten für Ernüchterung. Nachdem die Novo-Nordisk-Papiere in den USA bereits am Dienstag um 6 Prozent nachgegeben hatten, fielen sie am Mittwoch im frühen Handel in Kopenhagen um 3,7 Prozent. Das Papier hat sich zwar von seinem Tief im März um rund 30 Prozent erholt, liegt aber noch weit unter dem Höchststand von 2024, als Novo durch den Boom bei seiner Abnehmspritze Wegovy das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas war.
Investoren sorgen sich zunehmend um die langfristigen Wachstumsaussichten von Novo Nordisk, wenn der Patentschutz für Semaglutid – den Wirkstoff von Wegovy und dem Diabetesmittel Ozempic – ausläuft. Neben CagriSema hatte Novo Nordisk zuletzt einen Rückschlag beim Herz-Kreislauf-Medikament Ziltivekimab gemeldet. Vorstandschef Doustdar betonte, die Strategie bleibe unverändert. Novo Nordisk müsse aber in der Forschung schneller werden. Um die eigene Entwicklung zu ergänzen, setze der Konzern stark auf kleinere Zukäufe und prüfe mehrere Übernahmekandidaten.
Nach dem Abbau von rund 9000 Arbeitsplätzen im Zuge der Umstrukturierung im vergangenen Jahr liege die Priorität nun auf dem Ausbau der Medikamentenpipeline bei anhaltend hoher Produktivität, sagte Finanzchef Knudsen. Weitere große Sparprogramme seien nicht geplant.
Schlucken statt Spritzen: Die EU-Kommission hat eine neue Tablette zur Gewichtsreduktion mit dem Ozempic-Wirkstoff zugelassen.
Offene Fragen
- Wann genau startet der Verkauf in Deutschland?
- Wie hoch wird der offizielle Preis für die Pille in Deutschland sein?







