Absetzung von CHP-Chef Özel: Eine Opposition ganz nach Erdoğans Geschmack
Auf einen Blick
- Ein Gericht in Ankara hat die Absetzung des CHP-Chefs Özgür Özel und der Parteiführung angeordnet.
- Kemal Kılıçdaroğlu soll zurückkehren.
- Das Verfahren wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten gilt als politisch motiviert.
KI-generierte Zusammenfassung
Die Absetzung der CHP-Spitze setzt die türkische Opposition massiv unter Druck. Die Führung soll künftig ein Mann übernehmen, der als Dauerverlierer und Verräter gilt. Präsident Erdoğan dürfte sich die Hände reiben.
Aus Istanbul und Hamburg berichten Şebnem Arsu und Anna-Sophie Schneider
22.05.2026, 13.54 Uhr
Recep Tayyip Erdoğan sieht in Kemal Kılıçdaroğlu einen Gegner, gegen den er nur gewinnen kann. Das machte der türkische Präsident, damals noch Ministerpräsident, bereits 2012 deutlich. Solange dieser Mann an der Spitze der CHP stehe, sei die Sache einfach, schrieb Erdoğan damals auf der Plattform X. Und er sollte recht behalten: Nachdem der Chef der größten Oppositionspartei der Türkei bei der Präsidentschaftswahl 2023 ein letztes Mal gegen Erdoğan verloren hatte, musste er gehen – seine Partei errang wenig später bei den Kommunalwahlen einen historischen Sieg.
Nun soll der 78-jährige Kılıçdaroğlu als CHP-Chef zurückkehren. Das ordnete ein Gericht am Donnerstag in Ankara an. Sein Nachfolger Özgür Özel und die gesamte Führung der CHP werden mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Bei der Entscheidung geht es um angebliche Unregelmäßigkeiten beim Parteikongress im Oktober 2023.
Geklagt hatten CHP-Genossen aus dem Lager Kılıçdaroğlu: Bei der Wahl der neuen Parteiführung sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Özel triumphierte bei der Abstimmung über den damaligen Oppositionsführer Kılıçdaroğlu. Die Stimmen dafür soll er gekauft haben. Die Partei weist die Vorwürfe zurück. Das Verfahren gilt als politisch motiviert.




