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Airbus Helicopters entwickelt unbemannten Hubschrauber
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Handelsblatt22.06.2026Defense7 dk okumaGermany

Airbus Helicopters entwickelt unbemannten Hubschrauber

Auf einen Blick

  • Airbus Helicopters arbeitet an einem autonomen Hubschrauber, der bis Anfang des nächsten Jahrzehnts marktreif sein soll.
  • Das unbemannte Modell soll Routineeinsätze in gefährlichen "Kill Zones" übernehmen und kann 1200 kg Fracht über 500 km transportieren.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Airbus Helicopters, eine Tochtergesellschaft von Airbus, entwickelt einen unbemannten Hubschrauber, der auf dem bestehenden Modell H145 basiert. Die Markteinführung wird für Anfang des nächsten Jahrzehnts erwartet.

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München. Die Airbus-Tochter Helicopters arbeitet an einem unbemannten Hubschrauber. Ein erstes Modell präsentierte der Konzern kürzlich auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin. Nun soll es zur Serienreife gebracht werden.

Mathieu Louvot, CEO der Airbus-Tochter, sagt im Interview mit dem Handelsblatt: „Wir gehen davon aus, dass die Markteinführung zu Beginn des nächsten Jahrzehnts realistisch ist.“ Derzeit entwickelt die Tochter des größten europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Airbus eine erste Version für das US Marine Corps. „Wir arbeiten auch an einer europäischen Variante“, verrät Louvot.

Die weltweite Aufrüstung schiebt das Geschäft der Hubschrauberhersteller an, was Airbus Helicopters als globalem Marktführer zusätzlichen Schub verleiht. Davon profitiert auch der deutsche Standort in Donauwörth, wo das Unternehmen mittlerweile 8000 Menschen beschäftigt und auch das Modell gebaut wird, das künftig ohne Piloten auskommen soll.

Grundlage für die Neuentwicklung des autonomen Hubschraubers ist das bereits existierende Hubschraubermodell H145, von dem die Bundeswehr erst kürzlich 82 neue Exemplare in der Version mit Pilot bestellt hat. Unter anderem werden die Maschinen von militärischen Spezialkräften wie dem KSK genutzt.

Militärs schätzen Senkrechtstarter, weil sie sich besonders für schnelle und präzise militärische Bewegungen eignen. Zuletzt zeigte sich das im Januar bei der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Die US-Truppen setzten gleich mehrere Dutzend Hubschrauber ein, um Maduros Anwesen zu stürmen und den Luftraum über der Hauptstadt Caracas abzusichern.

In der Ukraine hingegen zeigt sich, wie die Kriegsführung den Einsatz von Hubschraubern verändert. Dort kommen die Helikopter eher im Hinterland bei der Drohnenjagd zum Einsatz. „Sie fliegen tiefer und meist bei Nacht“, sagt Louvot. Denn der unmittelbare Frontbereich in der Ukraine gehört mittlerweile Drohnen, die ihrerseits Jagd auf Hubschrauber machen.

Der autonom fliegende Hubschrauber, den Airbus nun entwickeln will, soll vor allem bei Routineeinsätzen in diesen frontnahen „Kill Zones“ zum Einsatz kommen. Damit können sie „dorthin fliegen, wo es für menschliche Besatzungen sehr gefährlich ist“, erklärt Louvot. Der Raum für Piloten wird eingespart und erhöht damit die Reichweite und die Nutzlast. Der neue Hubschrauber soll über 500 Kilometer rund 1200 Kilogramm Fracht transportieren können.

Was der unbemannte Heli dann noch benötigt, sind Missionsdaten von sogenannten Operatoren am Boden. Ein Hubschrauber-Operator ist ein speziell ausgebildeter Soldat, der für die Bedienung der taktischen und technischen Zusatzausrüstung zuständig ist. „Unser Ziel ist eine deutlich einfachere Bedienlogik, sodass Operatoren in Wochen oder Monaten ausgebildet werden können – nicht in Jahren“, beschreibt Louvot einen weiteren Vorteil der Unbemannten.

An einem ganz ähnlichen Konzept wie Airbus Helicopter arbeiten mittlerweile auch einige Start-ups, allerdings mit kleinerem Fluggerät. „Grille“ heißt etwa die Transportdrohne von Avilus in Ismaning bei München. Sie soll verwundete Soldaten per Drohne in Lazarette hinter die Front fliegen. Die Bundeswehr fördert die Entwicklung über ihr Innovationszentrum in Erding.

Bislang ist die Anwendung unbemannter Hubschrauber auf das Militär beschränkt, denn die Zulassung von autonomen Helikoptern wäre im zivilen Luftraum deutlich aufwendiger. Auch deshalb bleiben Maschinen ohne Piloten vorerst ein Nischenprodukt für besondere Anforderungen.

Dabei läuft das Geschäft mit konventionellen Hubschraubern mit Piloten gut. Bislang gehen rund die Hälfte aller bei Airbus gebauten Hubschrauber an das Militär. In diesem Sektor erwarten Experten in den kommenden Jahren das größte Wachstum, vor allem in Europa. In Westeuropa haben die Streitkräfte seit Ende des Kalten Krieges ihre Helikopterflotten abgebaut und werden wie bei der Bundeswehr durch neue Maschinen ersetzt. In Osteuropa sind immer noch Maschinen aus russischer Produktion im Einsatz und müssen in den kommenden Jahren ersetzt werden.

Anders als im Flugzeugbau kann Airbus Helicopters viele seiner zivilen Modelle auch zu militärischen Varianten weiterentwickeln. „Das spart Aufwand und Kosten“, sagt Louvot. Das überzeugte auch die US Army, die traditionell ihre Hubschrauber nach Indianerstämmen benennt.

So fliegen die US-Streitkräfte seit fast zwanzig Jahren unter dem Namen „Lakota“ eine militärische Version des Airbus H145, der in Deutschland vor allem als Polizei- und Rettungshubschrauber bekannt ist. Für den Großkunden errichtete Airbus im Bundesstaat Mississippi eine eigene Fabrik.

Nun will auch die Bundeswehr die militärische Variante nutzen. Die Heeresflieger erhalten als Nachfolge für ihre alternde „Tiger“-Flotte den H145 in einer militärischen Ausführung, der unter anderem mit panzerbrechenden Waffen ausgerüstet werden soll.

Auf dem Weltmarkt dominieren neben Airbus vor allem US-Hersteller. Dazu zählen neben Bell (Textron) und Sikorsky (Lockheed Martin) auch Boeing mit einer eigenen Hubschraubertochter, die besonders von den Großbeschaffungen der Bundeswehr profitiert. Die deutsche Truppe erhält ab dem kommenden Jahr 60 schwere Transporthubschrauber vom Typ „Chinook“ für rund 7,3 Milliarden Euro, bezahlt aus dem Sondervermögen der „Zeitenwende“.

Der bislang größte Hubschrauber-Auftrag der Bundeswehr geht an den Airbus-Konkurrenten Boeing, weil Airbus kein passendes Modell anbieten konnte. Deutschland und Frankreich versäumten es im vergangenen Jahrzehnt, einen gemeinsamen Großraumhubschrauber zu entwickeln.

Nun also arbeitet Airbus Helicopter neben der Entwicklung von autonomen Hubschraubern mit Förderung von Nato und EU an Modellen, die künftig deutlich schneller und effizienter fliegen sollen. Von den bereits gewonnenen Aufträgen und den neuen Programmen sollen sowohl die deutschen als auch die französischen Standorte profitieren.

„Deshalb bauen wir auch unsere Standorte aus. In Donauwörth haben wir in den vergangenen Jahren 1300 neue Jobs geschaffen“, berichtet Louvot. Das liege auch daran, dass Airbus Helicopter nach der Fusion deutscher, französischer und spanischer Hersteller im Jahr 1992 schon sehr lange als integrierter Konzern arbeite.

Mit Blick auf die Querelen um das gescheiterte deutsch-französische Großprojekt beim Kampfjet-Vorhaben FCAS gilt das gemeinsame Hubschraubergeschäft deshalb als beispielhaft. „Es ist auch ein Signal an die Politik: Wo Europa europäisch gekauft und europäische Champions aufgebaut hat, war das erfolgreich“, zieht der Helicopter-Chef sein Fazit.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Markteinführung des autonomen Hubschraubers zu Beginn des nächsten Jahrzehnts.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Jahren

  • Ausbau der Airbus-Standorte und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Jahren

Offene Fragen

  • Wann genau erfolgt die Markteinführung?
  • Wie werden die Zulassungsverfahren für zivile autonome Hubschrauber aussehen?
  • Welche weiteren militärischen Kunden werden die Technologie erwerben?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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