Alkoholfreies Bier im Aufwind: Klassisches Bier verliert an Bedeutung
Auf einen Blick
- Deutschlands Biermarkt verzeichnet einen klaren Trend: Alkoholfreie Varianten gewinnen an Beliebtheit und verzeichnen Produktionssteigerungen, während klassisches Bier an Bedeutung verliert.
- Auch in Belgien sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der deutsche Biermarkt zeigt eine Verschiebung hin zu alkoholfreien Varianten, während der Konsum von klassischem Bier rückläufig ist. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in anderen europäischen Ländern wie Belgien wider.
So nüchtern wie die WM-Bilanz der deutschen Nationalmannschaft fällt auch das Resultat auf dem Biermarkt aus: Alkoholfreie Varianten legen zu, klassisches Bier verliert an Bedeutung.
Für Brauereien allerdings ist alkoholfreies Bier zugleich vom Nischenprodukt zum Wachstumstreiber geworden. Laut Statistischem Bundesamt ist die Produktionsmenge von alkoholfreiem Bier in Deutschland 2025 weiter gestiegen.
Gut 616 Millionen Liter produzierten die Brauereien im vergangenen Jahr und damit 6,5 Prozent mehr als 2024. Damals lag die produzierte Menge noch bei knapp 579 Millionen Litern.
Zu alkoholfreiem Bier zählen die Statistiker neben Bier mit einem Alkoholgehalt von 0,5 Volumenprozent oder weniger auch alkoholfreie Biermischgetränke.
Zwar wird hierzulande mit gut 6,8 Milliarden Litern immer noch deutlich mehr Bier mit Alkohol produziert, doch sank die Produktion gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.
2024 wurden in Deutschland noch gut 7,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier produziert. Zum Vergleich: Während damals noch rund 12,5 Liter Bier mit Alkohol auf einen Liter alkoholfreies Bier kamen, waren es 2025 rund 11,1 Liter.
Auch die Herstellung von Biermischgetränken wie Radler nahm ab. Sie sank um 5,7 Prozent auf rund 343 Millionen Liter.
Produktionswert von alkoholhaltigem Bier deutlich höher
Der Produktionswert des alkoholhaltigen Bieres lag im vergangenen Jahr bei rund 6,4 Milliarden Euro. Dem stand ein Wert von rund 696 Millionen Euro für Alkoholfreies gegenüber. Damit ist der Wert des alkoholhaltigen Bieres mehr als neunmal so hoch wie der des alkoholfreien.
In der Statistik wurden nur Industriebetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten erfasst. Der Deutsche Brauerbund nennt für die gesamte Branche eine höhere Menge von 750 Millionen Litern alkoholfreies Bier für 2025. Das war eine Steigerung um 7,6 Prozent zum Vorjahr. Alkoholfreies Bier mache damit 11 Prozent des gesamten Bierkonsums aus und sei nach Pils und Hellem inzwischen die drittbeliebteste Sorte.
Mit 1415 Brauereien, von der Gasthausbrauerei über Familienbetriebe bis zu internationalen Konzernen, verfügt Deutschland über eine diverse Branchenstruktur. Diese steht allerdings unter Druck: War die Zahl der Betriebe bis zum Jahr 2019 auf einen Höchststand von 1552 gestiegen, mussten seither 137 Brauereien aufgeben, wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) kürzlich mitteilte.
Auch in Belgien verliert Bier an Einfluss
Die Veränderungen auf dem Biermarkt beschränken sich nicht auf Deutschland. Auch in Belgien sinken Bierkonsum und -ausfuhr. Laut dem Mitte Juni veröffentlichten Jahresbericht des belgischen Branchenverbands der Brauer lag das Minus 2025 im Vergleich zum Vorjahr bei 3 Prozent.
Vom Minus bei den Exporten, die mehr als zwei Drittel der belgischen Bierproduktion ausmachen, sind laut Jahresbericht weniger die EU-Länder als vielmehr die kleineren Absatzmärkte in Übersee betroffen.
Auch die Zahl der belgischen Brauereien ging zurück: Im Jahresvergleich fiel sie von 411 auf 395. Auf der anderen Seite verzeichneten alkoholfreie und alkoholarme Biere, von denen inzwischen rund 150 Sorten erhältlich sind.
Offene Fragen
- Welche spezifischen Marketingstrategien treiben den Konsum alkoholfreien Bieres?
- Wie werden sich die Produktionskosten für alkoholfreies Bier entwickeln?




