Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau: 16-Jähriger festgenommen
Auf einen Blick
- Am Welfen-Gymnasium in Schongau (Oberbayern) hat ein 16-Jähriger zwei 13-jährige Mädchen lebensgefährlich verletzt.
- Der mutmaßliche Täter, der bewaffnet war, wurde festgenommen.
- Das Motiv ist unklar, die Opfer zufällig.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Ein 16-Jähriger hat am Welfen-Gymnasium in Schongau zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt, nachdem seine Schusswaffe versagt hatte. Der Täter wurde festgenommen.
Um 12.50 Uhr hat ein Notruf über eine Gewalttat am Welfen-Gymnasium in Schongau in Oberbayern die Polizei erreicht. Die Polizei ging direkt von einem Amoklauf aus und rückte mit einem Großaufgebot an. Sie fanden vor Ort zwei lebensgefährlich verletzte 13-jährige Mädchen. Kurz darauf nahm die Polizei einen Jugendlichen fest, der mit großer Wahrscheinlichkeit der Täter ist. Der 16-Jährige war mit mehreren Messern und einer Schusswaffe bewaffnet, wie Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte.
»Der Täter hat sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genähert, hat einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt hat«, sagte Dobrindt. Anschließend habe seine Waffe versagt, sodass der Jugendliche ein Messer gezogen habe. Er sei auf mehrere Schülerinnen losgegangen und habe zwei davon mit dem Messer lebensgefährlich verletzt. Nach der Tat habe er sich im Umfeld der Schule aufgehalten. Lehrkräfte und Polizei hätten den Täter wenig später überwältigt und gestoppt. Der 16-Jährige befindet sich aktuell in Untersuchungshaft.
Die Menschen im Ort wurden dazu aufgerufen, das Areal zu meiden. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule. Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern.
Die Polizei hat direkt nach der Tat einen 16-jährigen Jugendlichen festgenommen, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um den Täter handelt. »Derzeit gehen wir von einem allein handelnden Täter aus«, sagt ein Polizeisprecher. »Hinweise auf weitere Tatbeteiligte liegen nicht vor.« Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums handelt. Der Festgenommene war laut Dobrindt in psychiatrischer Behandlung. Er lebte bei seinen Eltern.
Das Motiv für die Tat bleibt zunächst unklar. Laut Innenminister Dobrindt waren die beiden Mädchen zufällige Opfer, die in »seine Schreckensbahn geraten sind«. Es handle sich um die Amoktat eines Einzeltäters, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe.
Möglicherweise sei der 16-Jährige in der Vergangenheit schon durch Drohungen aufgefallen, sagte Herrmann am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee weiter. Das müsse sorgfältig recherchiert werden. Zwischenzeitlich hatte die Polizei auch geprüft, ob es zwischen dem Jugendlichen und den beiden verletzten Mädchen eine Vorbeziehung gegeben hat. Diese Spur führte jedoch offenbar ins Leere.
Die beiden 13-Jährigen werden derzeit im Krankenhaus behandelt, eine von ihnen wurde mit einem Rettungshubschrauber dorthin gebracht. Beide Mädchen überlebten den Angriff und sind auch außer Lebensgefahr. Ob es über die beiden Mädchen hinaus weitere verletzte Schüler oder Lehrer gibt, war zunächst unklar. Ein Polizeisprecher sprach zunächst von einer einstelligen Zahl an Verletzten.
Laut Polizei bekamen viele Schüler die Tat hautnah mit, mehrere Schüler sollen einen Schock erlitten haben und wurden behandelt. Sie werden – wie auch Lehrer und später auch Einsatzkräfte – psychologisch betreut. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.
Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP.
Offene Fragen
- Was ist das genaue Motiv des Täters?
- Gab es Vorbeziehungen zwischen Täter und Opfern?
- Gab es weitere Verletzte?
