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BackAntisemitische Vorfälle in Deutschland auf hohem Niveau
Antisemitische Vorfälle in Deutschland auf hohem Niveau
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Die Zeit17.06.2026Politik2 dk okumaGermany

Antisemitische Vorfälle in Deutschland auf hohem Niveau

Auf einen Blick

  • Der Bundesverband Rias meldete für 2025 8.725 antisemitische Vorfälle in Deutschland, ein leichter Anstieg gegenüber 2024.
  • Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund nahmen deutlich zu.
  • Antisemitismus im Internet ist ebenfalls gestiegen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Der Bundesverband Rias dokumentiert antisemitische Vorfälle in Deutschland. Die Zahlen für 2025 liegen auf hohem Niveau, mit einem Anstieg rechtsextremer Vorfälle und Online-Antisemitismus.

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Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland liegt laut dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) weiter auf einem hohen Niveau. Die Rias-Meldestellen dokumentierten für das vergangene Jahr insgesamt 8.725 antisemitische Vorfälle und damit rund einhundert mehr als 2024. Im Schnitt waren es fast 24 Vorfälle pro Tag. Wie aus dem Jahresbericht des Bundesverbands (PDF) hervorgeht, nahmen 2025 insbesondere Vorfälle mit einem rechtsextremen Hintergrund stark zu, von 562 auf 807.

Im Jahr 2024 war die Zahl antisemitischer Vorfälle sprunghaft auf einen neuen Höchststand angestiegen, um 77 Prozent auf 8.627 Fälle. Grund dafür war primär der Anstieg dokumentierter Fälle seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg im Nahen Osten. Auch für das vergangene Jahr gab der Rias-Bundesverband an, dass bei rund zwei Dritteln aller Vorfälle israelbezogener Antisemitismus dokumentiert wurde. Erneut habe sich gezeigt, dass die Lage im Nahen Osten vielen als Anlass dafür diene, sich antisemitisch zu äußern oder Jüdinnen und Juden anzugreifen.

Deutlicher Anstieg von Antisemitismus im Internet

Rias zufolge wurden Jüdinnen und Juden häufig an alltäglichen Orten Opfer von Antisemitismus. So wurden Gemeindemitglieder vor einem Gebetsraum beleidigt und bespuckt, Rabbiner im Supermarkt gestoßen oder Jüdinnen und Juden im Bus mit Holocaustleugnung konfrontiert. Auch Schmierereien an Wohnhäusern und Stolpersteinen sowie antisemitische Äußerungen am Arbeitsplatz, in Bars oder in Schulen dokumentierte die Stelle.

Neben Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund stieg dem Bericht zufolge auch Judenfeindlichkeit im Netz deutlich an: 27 Prozent der Vorfälle ereigneten sich online. Viele davon »vermitteln den Eindruck, dass Antisemitismus online ungehemmter artikuliert wird«, heißt es in dem Bericht. Das gelte besonders für Bedrohungen und die Nutzung einschlägiger Symbole und Emojis.

Rias kritisiert mangelnde gesellschaftliche Solidarität

Für Jüdinnen und Juden bleibe Antisemitismus damit ein »alltagsprägendes Phänomen, das ihnen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen begegnete«. Ein breiter gesellschaftlicher Widerspruch zu antisemitischen Aussagen sei hingegen weitestgehend ausgeblieben.

Rias-Meldestellen gibt es in zwölf Bundesländern. Sie dokumentieren und prüfen dort Fälle, die Betroffene oder Zeugen melden. Erfasst werden nicht nur strafbare Taten wie Angriffe, Bedrohungen oder Beleidigungen, sondern auch verletzende oder einschüchternde Äußerungen und Vorfälle im Alltag und im Internet.

Offene Fragen

  • Wie wird die gesellschaftliche Solidarität gestärkt?
  • Welche Maßnahmen werden gegen Online-Antisemitismus ergriffen?

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This article was originally published by Die Zeit.

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