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Armutsquote in Deutschland auf neuem Höchststand
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Handelsblatt02.06.2026Politik3 dk okumaGermany

Armutsquote in Deutschland auf neuem Höchststand

Auf einen Blick

  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband meldet einen neuen Höchststand der Armutsquote in Deutschland.
  • 16,1 Prozent der Bevölkerung, das sind 13,3 Millionen Menschen, gelten als armutsgefährdet.
  • Besonders betroffen sind Alleinlebende, Alleinerziehende und Menschen mit geringem Bildungsabschluss.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Armutsquote in Deutschland ist laut einem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands auf einem neuen Höchststand von 16,1 Prozent gestiegen, was 13,3 Millionen Menschen betrifft. Dies markiert einen traurigen Rekord, da in keinem der Vorjahre so viele Menschen von Armut betroffen waren. Die EU-Definition besagt, dass Personen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens als armutsgefährdet gelten.

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Viele Menschen in Deutschland wissen nicht, wie sie die Rechnungen für Strom, Heizung oder einen neuen Kühlschrank zahlen sollen. Regional sind die Unterschiede dabei groß. 02.06.2026 - 06:00 Uhr Quelle: dpa Artikel anhören

Viele Familien mit Kindern müssen mit wenig auskommen. (Symbolfoto) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin. Die Armutsquote in Deutschland liegt nach einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverband auf einem neuen Höchststand. Von 2024 zu 2025 stieg dieser Anteil laut dem Armutsbericht um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent der Bevölkerung. „13,3 Millionen Menschen leben hierzulande in Armut – betrachtet man allein die relative Einkommensarmut“, so der Verband.

Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt im Februar bereits mitgeteilt. Offiziell gelten die Betroffenen dabei - auf Basis einer Definition der Europäischen Union - als armutsgefährdet. Der Verband unterstreicht nun, dass es einen „einen traurigen Rekord“ gegeben habe. In keinem der vorangegangenen Jahre seien so vielen Menschen von Armut betroffen gewesen.

Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen, gelten als armutsgefährdet, wie die Statistiker dies nennen, oder als arm, wie es der Wohlfahrtsverband formuliert. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.

„Negative Trendwende“

Nach rückläufigen Quoten von 2020 bis 2023 habe es „eine negative Trendwende“ gegeben, betont der Verband. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind dabei groß. So gebe es in Bayern und Baden-Württemberg mit ihrer jeweils starken Wirtschaftsstruktur die niedrigsten Betroffenenquoten, mit 12,6 bzw. 13,2 Prozent.

Die höchsten Anteile an Betroffenen gibt es demnach in Bremen (27,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (21,3 Prozent) sowie den Stadtstaaten Hamburg (18,9 Prozent) und Berlin (18,7 Prozent). Besonders betroffen in Westdeutschland seien Regionen wie Trier (21,4 Prozent), Weser-Ems (20,8 Prozent) und Arnsberg (19,6 Prozent), in Ostdeutschland beispielsweise Chemnitz (18,2 Prozent) oder Leipzig (17,4 Prozent).

Armutsfalle Lebensabend?

„Der Lebensabend droht zur Armutsfalle zu werden“, schreibt der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die Situation Älterer sei „angespannt“. Den Zahlen zufolge ist fast jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen beziehungsweise armutsgefährdet.

Auch andere Gruppen sind stärker betroffen: Alleinlebende (Quote der Armen bzw. Armutsgefährdeten: 30,3 Prozent), Alleinerziehende (28,9 Prozent) oder Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss (29,1 Prozent).

70 Prozent mit deutscher Staatsangehörigkeit

„Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass Armut insbesondere dort zunimmt, wo strukturelle Benachteiligungen bestehen“, erläutern die Autoren des Verbands, „etwa bei geringer Bildung oder eingeschränktem Zugang zum Arbeitsmarkt“. Vier von fünf Betroffenen sind demnach nicht erwerbstätig. 70 Prozent der Betroffenen haben laut dem Armutsbericht die deutsche, 30 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit.

In vielen Haushalten herrscht akute Finanznot. Bei 6,9 Prozent der Bevölkerung haben die Finanzen laut dem Bericht vergangenes Jahr nicht gereicht, um laufende Kosten zu decken. Oft konnten die steigenden Preise für Strom und Heizung nicht bezahlt werden, oft auch kein neuer Kühlschrank oder neuer Herd.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die Armutsquote wird weiter steigen, wenn keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

    Wahrscheinlich · Mittelfristig

  • Regionale Unterschiede in der Armutsquote werden sich voraussichtlich verschärfen.

    Möglich · Langfristig

Offene Fragen

  • Welche spezifischen politischen Maßnahmen sind geplant, um die Armut zu bekämpfen?
  • Wie werden sich die regionalen Unterschiede in Zukunft entwickeln?
  • Welchen Einfluss haben globale wirtschaftliche Faktoren auf die Armut in Deutschland?
  • Welche Rolle spielen Migration und Integration bei der Armutsentwicklung?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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