Bayer-Aktie überwindet 50-Euro-Marke – Analysten sehen positives Signal
Auf einen Blick
- Die Bayer-Aktie klettert erstmals seit fast drei Jahren über die 50-Euro-Marke.
- Ein Urteil des US-Obersten Gerichtshofs im Glyphosat-Streit und die Bündelung des US-Geschäfts in einer Tochtergesellschaft geben Auftrieb.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Bayer-Aktie hat seit ihren Höchstständen im Jahr 2015 stark an Wert verloren. Ein langwieriger Rechtsstreit in den USA wegen des Unkrautvernichters Roundup belastete das Unternehmen erheblich.
Von ihren Spitzenwerten um die 144 Euro (April 2015) ist das Papier von Bayer zwar noch sehr weit entfernt. Aber immerhin schaffte die Aktie kurz nach Handelsstart das erste Mal seit fast drei Jahren wieder den Sprung über die 50-Euro-Marke.
Rund 52 Euro standen am Mittag auf der Anzeigetafel an der Börse in Frankfurt. Ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vortag, das das Papier des Pharma- und Agrarchemiekonzerns an die Spitze des Deutschen Aktienindex katapultiert. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie über 40 Prozent zulegen.
Die Analysten der Deutschen Bank haben eine positive Analyse für den Titel abgegeben. Sie sehen den Leverkusener Konzern auf einem guten Weg. Der Fokus dürfte sich nun allmählich wieder auf die Fundamentaldaten und die Wachstumsstory in den Bereichen Agrar und Pharma verlagern, hieß es.
Was die Analysten der Deutschen Bank positiv stimmt: Im seit Jahren andauernden milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit Bayers in den USA gab es vor wenigen Tagen ein wichtiges Urteil zugunsten des Konzerns.
Es geht um den Unkrautvernichter Roundup, der den möglicherweise krebserregenden Wirkstoff Glyphosat enthält. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass unter anderem US-Bundesstaaten keinen Krebs-Warnhinweis auf Roundup-Verpackungen von Bayer verlangen könnten, weil die US-Umweltbehörde EPA, eine Bundesbehörde, Roundup zugelassen habe und keinen Krebs-Warnhinweis auf dem Etikett vorgeschrieben habe.
Damit könnte tausenden Klagen der Boden entzogen werden, die Bayer wegen des fehlenden Krebs-Warnhinweises auf der Roundup-Verpackung verklagt hatten.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist nach Ansicht der Bank-Analysten entscheidend für Bayers mehrgleisige Strategie, einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Haftungsrisiken zu ziehen.
Ebenfalls gut an kam die jüngste Ankündigung des Unternehmens, das US-Geschäft mit Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft zu bündeln. Das ist Teil der bereits angekündigten Neuordnung der Agrarsparte Crop Science. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen "Ruveon" firmieren.
Ziel sei es, das Geschäft "optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten", teilte der DAX-Konzern mit. Bayer begründete den Schritt damit, dass Ruveon eigenständig agiler handeln und damit der spezifischen Wettbewerbsdynamik in dem durch Nachahmerprodukte geprägten Markt besser begegnen könne.
Nach einem zähen Start hat der DAX am späten Vormittag deutlich an Schwung gewonnen. Rangiert am Mittag über 0,9 Prozent im Plus bei rund 25.270 Punkten. Und setzte sich damit etwas weiter von der 25.000er-Marke nach oben ab.
Von den teils hohen Kursverlusten an den asiatischen Börsen konnte sich das deutsche Börsenbarometer damit entziehen, wo vor allem Aktien der Halbleiterbranche unter die Räder gerieten.
Analyst Tim Ritschar vom Broker Activtrades sieht aus technischer Sicht "den alles entscheidenden Durchbruch" geschafft. Der DAX habe am Vortag dank eines moderaten Plus oberhalb der "magischen Schallmauer" von 25.000 Punkten geschlossen. Die Investoren setzten - trotz aller negativen Nachrichten zur deutschen Wirtschaft - auf eine bessere Zukunft.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Bayer-Aktie könnte mittelfristig weiter an Wert gewinnen, falls die Fundamentaldaten sich verbessern.
Möglich · Mittelfristig
Offene Fragen
- Wie viele Klagen werden durch das Urteil abgewiesen?
- Wie wird sich die neue Tochtergesellschaft 'Ruveon' entwickeln?



