BIP-Wachstum im Q2 2026 gering, staatliche Aktivität treibt Konjunktur
Aktuelle BIP-Revisionen zeigen Stagnation, Ifo-Index steigt, aber private Investitionen bleiben Problem
Auf einen Blick
- Das Statistische Bundesamt meldet einen BIP-Anstieg von 0,2 % im zweiten Quartal 2026, während revidierte Daten eine Stagnation in 2024 zeigen.
- Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt erneut, doch private Investitionen bleiben schwach.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte revidierte BIP-Daten für 2026 und frühere Jahre. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg zum dritten Mal in Folge.
Wer sich über jüngste BIP-Zahlen freut, der sollte wissen, dass vor allem die Aktivität des Staates für Schwung sorgt. Das private Investitionsproblem bleibt akut. Ein Gastbeitrag.
Lars Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und Direktor des dort ansässigen Walter-Eucken-Instituts. Foto: Getty Images [M]
Voller Hoffnung schauen Konjunkturbeobachter auf die jüngeren Daten zur Wirtschaftsentwicklung. Einerseits hat das Statistische Bundesamt seine Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach ist das BIP (preis- und kalenderbereinigt) um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal angestiegen. Dies folgt auf einen Anstieg im ersten Quartal um 0,4 Prozent, der nach dieser Revision um 0,1 Prozentpunkte höher ausfällt.
Zudem zeigen die aktuellen Revisionen bis ins Jahr 2011 insgesamt höhere Zuwachsraten. Vor allem für das Jahr 2024 ergibt sich nun keine Schrumpfung des BIP mehr wie nach den bisherigen Daten angenommen, sondern eine Stagnation von 0,0 Prozent.
Andererseits weist das Ifo-Institut für seinen Geschäftsklimaindex, vor allem aufgrund gestiegener Geschäftserwartungen, den dritten Anstieg in Folge aus. Der Geschäftsklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator und läuft üblicherweise der Konjunktur um wenige Quartale voraus. Viele Konjunkturbeobachter leiten daraus robuste Zeichen für einen Aufschwung ab.
Gleichwohl ist Vorsicht geboten. Der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes geht von einem sehr geringen Niveau aus. Die Geschäftslage muss die gestiegenen Geschäftserwartungen erst reflektieren, bevor eine Konjunkturerholung festgestellt werden kann. Die jüngeren BIP-Zahlen zeichnen weiterhin eher eine Stagnation der Wirtschaftstätigkeit. Dies zeigt sich in den revidierten Zahlen ebenso deutlich.
Offene Fragen
- Wie wird sich die private Investitionslücke in den nächsten Quartalen entwickeln?







