Börsen hoffen auf Iran-Abkommen – Dax vor Zitterpartie
Auf einen Blick
- Anleger reagieren erleichtert auf ein unterzeichnetes Rahmenabkommen im Iran-Krieg, doch die weitere Entwicklung ist unklar.
- Der Dax steht vor der Marke von 25.000 Punkten, während der EU-Gipfel und internationale Wirtschaftsdaten im Fokus bleiben.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges wurde unterzeichnet, was zu Erleichterung an den Börsen führte. Jedoch sind die nächsten Schritte und die Fortsetzung von Verhandlungen über kritische Punkte wie Irans Atomprogramm unklar.
Anleger zeigten sich bereits am gestrigen Donnerstag erleichtert über die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens im Iran-Krieg. Wie es allerdings weitergeht, ist unklar. Carlotta Moreno, Andrea Cünnen 19.06.2026 - 06:22 Uhr Artikel anhören
Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt
Frankfurt, Düsseldorf. Zum Ende der Handelswoche stellt sich die Frage, ob der deutsche Aktienmarkt die Marke von 25.000 Punkten nachhaltig verteidigen kann. Vorbörslich notiert der Dax allerdings am Freitagmorgen auf außerbörslichen Plattformen im Minus. Am gestrigen Donnerstag gewann der Leitindex 0,4 Prozent auf 25.027 Punkte.
Erleichterung herrschte darüber, dass US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet haben. Laut dem Vermittlerstaat Pakistan tritt es mit „sofortiger Wirkung“ in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus „unverzüglich wieder öffnen“. Derweil hoben die USA nach Militärangaben ihre wochenlange Seeblockade iranischer Häfen auf.
Allerdings ist unklar, wie es nun weitergeht. Vorgesehen war eigentlich, dass Delegationen beider Länder heute in der Schweiz zu Gesprächen über die schwierigsten Knackpunkte zusammenkommen, darunter Irans Atomprogramm. US-Vizepräsident JD Vance werde jedoch nicht wie vorgesehen in der Nacht zum heutigen Freitag fliegen, sagte ein Regierungsbeamter in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Ob oder wann die Reise stattfindet, blieb zunächst unklar. Gleiches gilt für die iranische Seite.
Anleger werden neben den Entwicklungen im Iran-Krieg weiter den EU-Gipfel im Blick behalten. Dabei dürfte die Haltung der EU zu Chinas Handels- und Industriepolitik im Mittelpunkt stehen. Zudem werden strategische Branchen wie Halbleiter und Künstliche Intelligenz besprochen.
Außerdem dürften Daten aus Ländern außerhalb der EU von Interesse sein: In Russland steht ein Zinsentscheid an, in Japan wurden Inflationsdaten vorgelegt.
1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq
Mehrere Effekte wirkten am Donnerstag auf die US-Investoren ein: Einerseits legten die Aktien der Chiphersteller nach Ausverkäufen zum Wochenbeginn wieder zu. Andererseits machte der KI-Ausblick der Beratungsfirma Accenture den Besitzern von Aktien aus dem Consulting- und Softwarebereich Sorgen. Nach den Verlusten vom Mittwoch schließen die Indizes am Donnerstag wieder mit Gewinnen.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones bleibt fast unverändert bei
51.564 Zähler.
Der breiter gefasste S&P 500 schließt 1,1 Prozent im Plus bei 7500 Punkten.
Der technologielastige Nasdaq gewinnt 1,9 Prozent hinzu und erreicht 26.517 Punkte.
2 – Börsen in Asien: Nikkei, Topix und CSI 300
Die Hoffnung auf ein Ende des Kriegs zwischen den USA und dem Iran und sinkende Ölpreise treiben die Börsen in Japan und Südkorea auf Rekordstände.
Der japanische Nikkei-Index legte um 0,8 Prozent zu und markierte damit den fünften Höchststand in Folge. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 8,5 Prozent.
In Südkorea stieg der Leitindex um 3,1 Prozent. Sein Wochengewinn summierte sich auf 15,3 Prozent.
3 – EU-Gipfel
Zweiter Tag der Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel. Dabei dürfte die Haltung der EU zu Chinas Handels- und Industriepolitik im Mittelpunkt stehen. Die EU-Spitzen wollen auf einen neuen Fünfjahresplan reagieren, mit dem Peking auch künftig strategische Branchen wie Halbleiter und Künstliche Intelligenz fördern will.
4 – Zinsentscheid in Russland
Die russische Zentralbank entscheidet über die Leitzinsen. Die Inflation liegt nach offiziellen Angaben seit Monaten zwischen fünf und sechs Prozent. Erwartet wird dennoch eine weitere Zinssenkung von 14,5 auf 14 Prozent.
5 – Inflation in Japan
Wenige Tage nach der Zinserhöhung der Bank of Japan von 1,75 auf 2,0 Prozent veröffentlichten die amtlichen Statistiker neue Daten zur Inflation. Dabei blieb der wichtigste Inflationsindikator im Mai stabil.
Die Kernverbraucherpreise, ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent, wie die zuständige Behörde am Freitag mitteilte. Der Wert entsprach den Erwartungen der Wirtschaftsexperten und erreichte den niedrigsten Stand seit 2022.
Dies ist unter anderem auf staatliche Subventionen zurückzuführen, die die Energiekosten niedrig hielten. Damit bleibt die Bank von Japan auf Kurs für eine weitere Zinserhöhung im Laufe dieses Jahres.
6 – Erzeugerpreise in Deutschland
Das Statistische Bundesamt berichtet über die Entwicklung der Erzeugerpreise im Mai. Sind gelten als Vorstufe zu den Verbraucherpreisen. Im April stiegen die Erzeugerpreise auf Jahressicht um 1,7 Prozent.
7 – Hornbach
Auf Unternehmensseite stellt die Baumarktkette Hornbach Zahlen zum ersten Quartal vor. Steico, Voltraton und die Quirin Bank laden ihre Aktionäre zur Jahreshauptversammlung.
Termine Unternehmen
07:00 Uhr, Deutschland: Hornbach Holding, Q1-Zahlen
09:00 Uhr, Deutschland: Steico, Hauptversammlung
10:00 Uhr, Deutschland: Quirin Bank, Hauptversammlung
10:00 Uhr, Deutschland: Surteco, Hauptversammlung
11:00 Uhr, Deutschland: Voltratron, Hauptversammlung
Termine Konjunktur
01:01 Uhr, Großbritannien: GfK-Verbrauchervertrauen 6/26
01:30 Uhr, Japan: Verbraucherpreise 5/26
08:00 Uhr, Deutschland: Außenhandel (Detailergebnisse) 4/26
08:00 Uhr, Deutschland: Erzeugerpreise gewerblicher Produkte 5/26
08:00 Uhr, Deutschland: Erzeugerpreise für Dienstleistungen Q1/26
08:00 Uhr, Großbritannien: Einzelhandelsumsatz 5/26
08:00 Uhr, Deutschland: Erzeugerpreise 5/26
09:30 Uhr, Polen: Industrieproduktion 5/26
12:30 Uhr, Russland: Zentralbank, Zinsentscheid
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Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Russische Zentralbank senkt Leitzins auf 14 Prozent.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Bank of Japan erhöht Leitzins im Laufe des Jahres erneut.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Wann und ob die Gespräche in der Schweiz stattfinden?
- Wie wird der Iran auf die fortgesetzte Förderung strategischer Industrien reagieren?
- Welche konkreten Auswirkungen hat die Wiedereröffnung der Straße von Hormus?



