Newsgather
BackBund und Länder wollen Abwehr hybrider Bedrohungen stärken
Bund und Länder wollen Abwehr hybrider Bedrohungen stärken
In Entwicklung
Die Zeit19.06.2026Politik2 dk okumaGermany

Bund und Länder wollen Abwehr hybrider Bedrohungen stärken

Auf einen Blick

  • Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die Abwehr hybrider Bedrohungen wie Spionage und Cyberangriffe ausbauen und gründen dafür das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid).
  • Zudem soll die zivile Verteidigungsfähigkeit gestärkt und konsequenter gegen bandenmäßigen Sozialmissbrauch vorgegangen werden.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die Verteidigungsfähigkeit und die Abwehr hybrider Bedrohungen ausbauen. Hybride Bedrohungen umfassen eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln.

Schriftgröße

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die Verteidigungsfähigkeit sowie die wirksame Abwehr hybrider Bedrohungen stärker ausbauen. Das geht aus einem Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) hervor.

»Hybride Bedrohungen wie Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und Desinformation nehmen zu. Um unsere Abwehrfähigkeiten zu bündeln und zu stärken, haben wir das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen gegründet«, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Ziel des GAZ Hybrid sei es, Formen hybrider Bedrohungen besser zu erkennen und zu bekämpfen.

Mit hybriden Bedrohungen bezeichnen die Minister eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen unter anderem die Beeinflussung der öffentlichen Meinung vor Wahlen oder staatlich gelenkte Cyberattacken. Die Attacken gehen nach Einschätzung des Verfassungsschutzes vor allem auf Russland zurück.

Als weiteres zentrales Ziel wird die Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit genannt. Diese soll als zweite Säule der Gesamtverteidigung unter Zuständigkeit des Bundes entwickelt werden, die operative Umsetzung liege dabei aber weitestgehend bei den Ländern und Kommunen, wie aus dem Beschluss hervorgeht.

»Jede Armee ist nur so stark wie der Staat und die Gesellschaft, die hinter ihr stehen. Die Länder sind dabei nicht nur Partner der Gesamtverteidigung. Sie sind ihr Rückgrat auf der zivilen Seite«, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Hartes Vorgehen gegen Sozialmissbrauch

Daneben möchten die Ministerinnen und Minister konsequenter gegen bandenmäßigen Sozialmissbrauch vorgehen. Zur Bekämpfung organisierter Täterstrukturen sei es »von zentraler Bedeutung, effektive Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Strafverfolgung zu ergreifen«, heißt es in dem Beschluss der IMK. Missbrauch müsse frühzeitig erkannt, systematisch verhindert und entschlossen verfolgt werden. Dazu brauche es neue Prüfmechanismen, eine engere behördenübergreifende Zusammenarbeit und die konsequente Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten zur Rückforderung von zu Unrecht erlangten Leistungen, heißt es in dem Beschluss.

Offene Fragen

  • Wie genau werden die Maßnahmen umgesetzt?
  • Welche Ressourcen erhält das GAZ Hybrid?

Verwandte Themen

This article was originally published by Die Zeit.

Ähnliche Meldungen

Merz' Regierungserklärung: "Aufbruchsstimmung" zwischen Kritik und Zuversicht
In Entwicklung·23 dk önce

Merz' Regierungserklärung: "Aufbruchsstimmung" zwischen Kritik und Zuversicht

Bundeskanzler Merz verspricht "Aufbruchsstimmung" und betont Deutschlands Rolle in der NATO sowie die Notwendigkeit von Militärinvestitionen. Er kritisiert "radikale Kräfte" und verteidigt die Handlungsfähigkeit der Regierung. Die Opposition, insbesondere die AfD, wirft ihm Wortbruch und "Rüstungsrausch" vor, während die geplante Rentenreform und ein Gesundheits-Sparpaket kontrovers diskutiert werden.

Die Welt
Mehr zu diesem Themahybride Bedrohungen