Bundesweiter Zugausfall durch Softwarefehler nach Switch-Tausch
Auf einen Blick
- Ein bundesweiter Zugausfall in Deutschland wurde durch einen Softwarefehler nach dem Tausch eines Netzwerk-Switches im digitalen Bahnfunksystem GSM-R verursacht.
- Ein Ersatzsystem aktivierte sich nicht automatisch, was zu manuellen Eingriffen und Kritik an der Infrastruktur führte.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Ein bundesweiter Zugausfall in Deutschland wurde durch einen Softwarefehler nach dem Tausch eines Netzwerk-Switches im digitalen Bahnfunksystem GSM-R verursacht. Ein Ersatzsystem aktivierte sich nicht automatisch, was zu manuellen Eingriffen führte.
Hinter dem flächendeckenden Ausfall des Zugverkehrs in der Nacht zu Dienstag habe der Tausch eines solchen Switches gestanden, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Als Folge des Austauschs sei ein Softwarefehler aufgetreten, das digitale Bahnfunksystem GSM-R fiel aus – und hat den Zugverkehr im ganzen Land zum Erliegen gebracht.
Die Panne bei den Wartungsarbeiten hätte folgenlos bleiben können, denn ein Ersatzsystem stand allzeit bereit. Das aktivierte sich jedoch nicht, weil eine Fehlermeldung ausgeblieben sei, heißt es vonseiten der Bahn. Das betroffene System sei deshalb auch nicht auf ein Parallelsystem umgesprungen. Der Wechsel habe stattdessen manuell vollzogen werden müssen.
Zuvor hätten die Mitarbeiter aber ausschließen müssen, dass es sich um einen Cyberangriff handelte. Erst danach habe der Wechsel durchgeführt werden können. Gegen 0.30 Uhr, rund zwei Stunden nach dem Ausfall, funktionierte der Funk wieder und die Züge konnten weiterfahren.
Die Bahn hat eigenen Angaben zufolge mehrere Maßnahmen ergriffen, damit sich dieser bisher einmalige Vorfall nicht wiederholt. Vorerst sollen demnach keine weiteren Komponenten getauscht werden, bis mit dem Hersteller des Geräts der Fehler behoben sei.
Zudem sollen Instandhaltungen im System künftig nur noch in der Nacht zwischen 0.00 und 4.00 Uhr durchgeführt werden und nur in dem System, das gerade nicht verwendet wird.
»Klar ist: Die Modernisierung unserer Infrastruktur ist der einzige Weg nach vorn«, teilte der Chef der Bahn-Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl, mit. »Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie erneuern wir das aktuelle GSM-R-Netz deshalb gerade noch mal umfassend, unterziehen es einem Upgrade und machen es resilienter.«
Das Bahnfunksystem in Deutschland ist den Angaben zufolge redundant gebaut. Funktioniere ein System nicht, springe der Funk zunächst auf ein Zwillingssystem um. Gibt es auch dort Probleme, wird die Kommunikation über den öffentlichen Mobilfunk abgewickelt. Diese zusätzlichen Systeme hätten in der Nacht auf Dienstag zwar tadellos funktioniert, betont die Bahn.
Der Vorfall mit Tausenden betroffenen Reisenden hatte Kritik seitens der Politik und Branchenverbänden ausgelöst, die insbesondere auf die überalterte Infrastruktur der Bahn abzielte.
Offene Fragen
- Warum aktivierte sich das Ersatzsystem nicht automatisch?
- Welche genaue Ursache hatte der Softwarefehler?
- Wie lange dauert die Behebung des Fehlers mit dem Hersteller?


