Chinas Wirtschaft verliert im April deutlich an Schwung
Auf einen Blick
- Chinas Wirtschaft zeigt im April deutliche Schwäche.
- Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion verlangsamten sich, Investitionen sanken.
- Schwache Binnennachfrage und globale Unsicherheiten belasten.
KI-generierte Zusammenfassung
Zuletzt war die chinesische Wirtschaft trotz des Iran-Kriegs noch robust gewachsen. Neue Daten zeigen nun jedoch: Vor allem im Inland bleibt die Lage schwierig. 18.05.2026 - 07:30 Uhr Quelle: dpa Artikel anhören
Ein Schiff mit brasilianischem Eisenerz legt im Hafen von Tangsahn an. Chinas Konkuntur hat im April Schwung verloren. Foto: Yang Shiyao/XinHua/dpa
Peking. Chinas Wirtschaft hat im April deutlich an Schwung verloren. Wichtige Konjunkturdaten blieben hinter den Erwartungen von Analysten zurück, wie aus Daten des Statistikamts in Peking hervorgeht.
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im April nur noch um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März hatte das Plus noch bei 1,7 Prozent gelegen. Die Industrieproduktion legte um 4,1 Prozent zu, nach 5,7 Prozent im März. Auch die Investitionen enttäuschten: Die Anlageinvestitionen sanken in den ersten vier Monaten des Jahres um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal hatten sie noch um 1,7 Prozent zugelegt.
Der Sprecher des Statistikamts, Fu Linghui, verwies bei der Vorstellung der Zahlen auf die Widerstandsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft trotz des anhaltenden geopolitischen Konflikts im Nahen Osten, stärkerer Schwankungen am internationalen Energiemarkt und Belastungen für globale Lieferketten. Zugleich räumte er ein, dass es viele äußere Unsicherheiten gebe. Die Kostenbelastung für Unternehmen sei gestiegen, einige Firmen stünden weiter unter Druck.
Schwache Binnennachfrage belastet
Chinas Wirtschaft war zu Jahresbeginn noch robust gewachsen. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 5,0 Prozent zu und lag damit am oberen Rand des offiziellen Jahresziels von 4,5 bis 5,0 Prozent. Auch die Exporte hatten sich trotz des Iran-Kriegs und höherer Energiepreise überraschend widerstandsfähig gezeigt.
Ökonomen sehen derzeit vor allem die schwache Binnennachfrage als zentrales Problem. Hinzu kommt: Sollte der Konflikt im Nahen Osten länger anhalten und die Weltwirtschaft zusätzlich belasten, könnte das auch für China problematisch werden. Die Volksrepublik ist stark auf Exporte angewiesen. Trübt sich die Nachfrage aus anderen Ländern ein, würde eine wichtige Stütze der chinesischen Konjunktur schwächer.
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