DAX gibt nach - Iran-Gespräche und Zinsunsicherheit belasten
Deutscher Leitindex schließt 0,2 Prozent tiefer bei 24.083 Punkten - Ölpreise über 101 Dollar
Auf einen Blick
- Der DAX beendete die Woche mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 24.083 Punkten, nach einem Verlust von 2,3 Prozent in der Vorwoche.
- Die Märkte sind verunsichert wegen der unklaren Friedensbemühungen zwischen Washington und Teheran.
- Der Iran prüft Trumps Verhandlungsangebot.
KI-generierte Zusammenfassung
Zum Start in die neue Woche trat der DAX auf der Stelle. Von seinem zeitweiligen Zuwachs von einem Prozent war zum Handelsende nichts mehr zu sehen. Der deutsche Leitindex ging mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 24.083 Punkte aus dem Handel. In der vergangenen Woche hatte der DAX bereits 2,3 Prozent eingebüßt. Die Märkte hadern weiter mit dem unklaren Stand der Friedensbemühungen zwischen Washington und Teheran. Offenbar gibt es ein neues Angebot des Iran zur Öffnung der Straße von Hormus, Details bleiben aber aus. Laut Außenminister Abbas Araghtschi prüft Iran eine Bitte von US-Präsident Donald Trump um Verhandlungen. Trump habe um Gespräche gebeten, weil die USA keines ihrer Ziele erreicht hätten, behauptete Araghtschi vor Journalisten in Russland. Auch die Wall Street ist angesichts der anhaltenden Unwägbarkeiten verhalten gestartet. Am frühen Abend notiert der Dow Jones rund 0,3 Prozent tiefer. In den USA läuft die Berichtssaison zum ersten Quartal bereits auf Hochtouren. Diese Woche werden etwa Zahlen von Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Apple erwartet. Bevor die Berichtssaison in Deutschland Fahrt aufnimmt, haben sich die Erwartungen weiter verringert. Laut Uwe Hohmann von Metzler wurden die Konsensschätzungen für die DAX-Gewinne 2026 seit Jahresbeginn deutlich zurückgenommen. Statt einem Zuwachs von 15 Prozent werde aktuell nur noch ein Anstieg um rund fünf Prozent erwartet. Der DAX erscheint dem Analysten aktuell zwar nicht teuer, allerdings stütze sich dieser Eindruck stark auf die immer noch sehr optimistischen Schätzungen für das Jahr 2027 (Gewinnanstieg von 15 Prozent), deren Fundament derzeit schwer zu belegen sei. Die Ölpreise bleiben weiter auf hohem Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am frühen Abend über 101 Dollar. Wegen der hohen Energiepreise bleibt die Sorge vor einer steigenden Inflation bestehen. Im Fokus der Investoren stehen deshalb die Inflationsdaten aus Deutschland am Mittwoch und zur Eurozone am Donnerstag. Damit zusammenhängend blicken die Märkte auch gespannt auf eine ganze Reihe von Zinsentscheiden in dieser Woche. Am Donnerstag steht der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Bislang rechnen die meisten Experten noch nicht mit einer Zinserhöhung. Wahrscheinlicher werde sie aber im Juni. Der Markt preise derzeit bereits rund 60 Basispunkte an Zinserhöhungen bis Jahresende ein, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen ersten Schritt im Juni, schreibt Bastian Freitag, Marktexperte bei Rothschild & Co. Wealth Management Deutschland. Neben der EZB werden auch die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan ihren Zinsentscheid fällen. Höhere Zinsen würden die ohnehin angeschlagene Konjunktur weiter dämpfen und den Aktienmarkt belasten. Bei den Verbrauchern kommt die Krisenstimmung an: Wegen des Iran-Kriegs und seiner Folgen sinkt die Kauflust. Laut einer Studie der Marktforschungsinstitute GFK und NIM ist das Konsumklima unerwartet stark abgesackt. Die Bereitschaft, für größere Anschaffungen Geld auszugeben, ging zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Im DAX war Siemens der stärkste Titel. Analyst Alasdair Leslie von Bernstein Research hat sein Kursziel für die Aktie von 290 auf 300 Euro angehoben. Die Siemens-Aktie habe sich wegen Sorgen über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Software-Geschäft, kurzfristiger Zyklusrisiken und einer zunehmenden Komplexität des Unternehmens seit Jahresbeginn schwächer als die der Konkurrenz entwickelt, schrieb er. Er hält dies allerdings für ungerechtfertigt und sieht Siemens in den kommenden Monaten vor einer Neubewertung. BMW will über seine Beteiligungstochter BMW i Ventures 300 Millionen Dollar in KI-Start-ups investieren. Der neue dritte Risikokapitalfonds der Investmentfirma soll diese in junge Unternehmen in Nordamerika und Europa stecken und so auch helfen, BMW Zugang zu Technik rund um Künstliche Intelligenz (KI) zu verschaffen. "Mit BMW i Ventures investieren wir gezielt in Technologien, die die Zukunft unserer Branche prägen", sagte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse.







