DAX springt über 25.000 Punkte – Ölpreis fällt nach US-Iran-Abkommen
Auf einen Blick
- Der DAX überwindet die 25.000-Punkte-Marke dank eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran, das die Straße von Hormus öffnen könnte.
- Der Ölpreis fällt, doch Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung und Israels Rolle bleiben.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran könnte die Straße von Hormus wieder öffnen und globale Unsicherheiten entschärfen. Dies löst eine Rally an den Börsen aus, birgt aber auch Risiken.
Der DAX springt zum Handelsstart mit einem Plus von 1,7 Prozent über die Marke von 25.000 Punkten. Damit rückt das Rekordhoch bei 25.507 Punkten wieder in den Fokus. Am Freitag war der DAX mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 24.635 Zählern ins Wochenende gegangen.
Nachdem nun ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran angekündigt wurde, kehrt die Risikofreude an die Börsen zurück. "Die Märkte feiern aktuell die Aussicht auf ein Friedensabkommen", stellt Maximilian Wienke, Marktanalyst ber eToro fest. "Eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde eine der größten Unsicherheiten für die Weltwirtschaft entschärfen." Trotzdem basiere die Rally nach Einschätzung von Wienke bislang vor allem auf Hoffnung. Bis zur Unterzeichnung des Abkommens am kommenden Freitag bleibe die Marktstimmung fragil.
Auch für Chefmarktanalyst Christian Henke vom Broker IG gibt es "ein großes Aber": "Trotz der erfreulichen Ankündigung schauen die Anleger ein wenig mit Sorgen nach Israel. Ein wichtiger Bestandteil des Abkommens zwischen den USA und dem Iran ist eine Einstellung der Kämpfe an allen Fronten, einschließlich des Libanon. Und diesbezüglich könnte sich Premierminister Benjamin Netanyahu querstellen", so Henke.
Aber zunächst hoffen die Anleger, dass eine Öffnung der Straße von Hormus die globalen Energiepreise senken werde. Der Ölpreis gibt heute um rund fünf Prozent nach. Doch auch hier gibt es Skeptiker: "Der Mangel an Details, insbesondere zur Freiheit der Schifffahrt, ist zwar besorgniserregend, dürfte die Märkte heute jedoch noch nicht belasten", sagte Sean Callow, Chefanalyst bei ITC Markets.
Eine weitere wichtige Frage ist nun: Wie schnell können die Produzenten im Nahen Osten die Ölförderung nach den Kriegsschäden wieder aufnehmen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel mahnt: "Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert".Zumal Produktionsstätten in der Region teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt worden seien und Reserven kleiner würden.
Die hohen Energiepreise sind der Hauptgrund für die zuletzt weltweit anziehenden Verbraucherpreise. Die Europäische Zentralbank hatte deshalb in der vergangenen Woche erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen erhöht. Mit höheren Zinsen versuchen die Notenbanken den Inflationsdruck zu dämpfen. Die Nebenwirkung: eine dämpfende Wirkung auf die Konjunktur.
Am kommenden Mittwoch wird die US-Notenbank Federal Reserve ihren Zinsentscheid verkünden. Aktuell liegt der Zins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Sitzung wird vom neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet. Analyst Patrick Franke von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Fed eine Zinserhöhung beschließt. Kevin Warsh habe sich wiederholt gegen Vorfestlegungen ausgesprochen. Insofern dürfte er auch kaum auf ein klares Signal für die kommenden Sitzungen hinwirken.
Gefragt waren vor allem Titel aus dem Reise- und Luftfahrtsektor: Die Papiere von TUI, Fraport und der Lufthansa kletterten um bis zu sechs Prozent. Sie haben besonders unter den hohen Preisen für Kerosin gelitten. Verkauft wurden dagegen Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall, die Schlusslicht im DAX waren.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
US-Notenbank Federal Reserve beschließt keine Zinserhöhung.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Offene Fragen
- Wie wird Israel auf das Abkommen reagieren?
- Welche Details gibt es zur Freiheit der Schifffahrt?
- Wie schnell kann die Ölförderung wieder aufgenommen werden?




