Deutlich über 40-Stunden-Woche Selbstständige leisten die meisten Arbeitsstunden
Linke und SPD beklagen regelmäßig die Ausbeutung der Arbeitnehmer. Wenn es um Arbeitszeiten geht, liegt allerdings eine ganz andere Gruppe über dem Eichstrich.
Auf einen Blick
- Das Statistische Bundesamt berichtet, dass Selbstständige in Deutschland die meisten Arbeitsstunden leisten, wobei 7,1% der Vollzeitbeschäftigten über 49 Stunden pro Woche arbeiten.
- Ältere Erwerbstätige arbeiten länger, und Teilzeitarbeit ist für 4,9% eine Notlösung, da sie keine Vollzeitstelle finden.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Daten zu den Arbeitszeiten in Deutschland im vergangenen Jahr, die zeigen, dass Selbstständige die längsten Wochenarbeitszeiten haben und ein signifikanter Anteil der Vollzeitbeschäftigten über 49 Stunden arbeitet.
Viele Erwerbstätige in Deutschland arbeiten deutlich länger als die verbreitete 40-Stunden-Woche. Im vergangenen Jahr arbeiteten 7,1 Prozent der rund 30 Millionen Vollzeitbeschäftigten in der Regel 49 Stunden und mehr, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Selbstständige mit Beschäftigten (44,5 Prozent) und Soloselbstständige (23,0 Prozent) stellen dabei mit Abstand die größte Gruppe der Vielarbeiter. Der Anteil bei vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern lag bei 4,1 Prozent. Im Durchschnitt betrug die Wochenarbeitszeit im vergangenen Jahr 40,2 Stunden.
Die Grenzlinie verläuft aber auch quer durch die Generationen. »Generell gilt: je älter die Erwerbstätigen, desto länger die Arbeitszeiten«, erklärten die Statistiker. Während 1,4 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren mindestens 49 Stunden pro Woche arbeiteten, lag dieser Anteil bei denjenigen zwischen 55 und 64 Jahren bei 9,6 Prozent. »Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in höheren Altersgruppen und bei Männern zu finden sind«, hieß es.
Selbstständige mit Beschäftigten arbeiten häufiger am Abend als Arbeitnehmer: 30,8 Prozent von ihnen waren regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr tätig. Bei den Arbeitnehmern war es hingegen nur gut jede(r) siebte (13,4 Prozent). Bei der Nachtarbeit von 23 bis sechs Uhr glichen sich die Anteile an: Nur 4,2 Prozent der Selbstständigen mit Beschäftigten und 4,3 Prozent der Arbeitnehmer arbeiteten in diesem Zeitraum.
Auch zu geringe Arbeitszeiten können zur Belastung werden – nicht nur, weil sie meist zu Gehaltseinbußen führen. »Teilweise wird kürzer gearbeitet, weil gerade keine Tätigkeit mit höherer Stundenzahl zu finden ist«, betonten die Statistiker. Für 4,9 Prozent aller gut 13 Millionen Teilzeiterwerbstätigen war 2025 die Teilzeitarbeit eine Notlösung. Sie gaben als Grund an, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil mehr als halbiert (2015: 12,9 Prozent).
Offene Fragen
- Welche spezifischen Branchen sind von überlangen Arbeitszeiten besonders betroffen?
- Welche Auswirkungen haben diese Arbeitszeiten auf die Gesundheit der Erwerbstätigen?
- Gibt es politische Initiativen zur Reduzierung überlanger Arbeitszeiten?






