Deutscher Aktienmarkt startet verhalten ins zweite Halbjahr
Auf einen Blick
- Der DAX startet mit leichtem Plus ins zweite Halbjahr, bleibt aber lethargisch.
- Anleger warten auf Eurozonen-Inflationsdaten und Äußerungen von Zentralbankchefs in Sintra, insbesondere des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh.
- Adidas-Aktien leiden unter dem WM-Aus der DFB-Elf, während Donald Trumps Krypto-Einnahmen von über einer Milliarde Dollar bekannt werden.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Der deutsche Aktienmarkt startet ins zweite Halbjahr, nachdem der DAX im ersten Halbjahr ein Plus von sechs Prozent verzeichnete. Die globalen Märkte zeigen uneinheitliche Tendenzen, beeinflusst von Zinsgefällen und Inflationserwartungen.
Der deutsche Aktienmarkt startet ohne rechte Orientierung ins zweite Halbjahr. Im frühen Handel notiert der DAX mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent knapp über 25.000 Punkten. "Der Markt bleibt in einer Phase, in der positive Impulse zwar kurzfristig stützen, aber noch nicht ausreichen, um eine neue Trendbewegung einzuleiten", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Broker Robomarkets. Der DAX zeige sich weiterhin "lethargisch".
Gestern hatte der deutsche Leitindex eineinhalb Prozent auf 24.995 Punkte zugelegt. Im ersten Halbjahr kam der DAX damit immerhin auf ein Plus von sechs Prozent.
Die Vorgaben sind uneinheitlich. Während der New Yorker Technologieindex Nasdaq 100 gestern um weitere 1,7 Prozent zugelegt hatte, gab der südkoreanische Kospi, der ebenfalls als eine Art Technologiebarometer gilt, heute um zwei Prozent nach.
In Tokio stieg der Nikkei-Index dagegen um 0,6 Prozent. Dabei sorgen sich die Anleger vor Interventionen der japanischen Notenbank. Grund ist die anhaltende Schwäche des Yen, der auf ein neues 40-Jahres-Tief gefallen ist. Das liegt vor allem am Zinsgefälle zwischen Japan und anderen großen Wirtschaftsräumen.
Die Geldpolitik spielt heute auch in Europa eine große Rolle. Um 11 Uhr werden die Verbraucherpreise in der Eurozone für Juni veröffentlicht. Die bereits bekannten nationalen Daten deuten auf einen leichten Rückgang der Teuerung hin. Von Reuters befragte Experten erwarten eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai.
Auch die im portugiesischen Sintra versammelte Prominenz der Zentralbanken aus aller Welt dürfte ein Auge auf die Veröffentlichung haben. Dort diskutiert EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit den Chefs der Notenbanken von Kanada, Großbritannien und den USA.
Besonders gespannt sind die Investoren dabei auf den Auftritt des neuen Chefs der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh. Dieser hat betont, die Fed werde ihrem Auftrag zur Sicherung von Preisstabilität nachkommen. Das wurde als Wink für eine Zinserhöhung interpretiert, die schon im September kommen könnte.
Schwächster DAX-Titel ist im frühen Handel die Adidas-Aktie. Hier wirkt das frühe Ausscheiden der DFB-Elf bei der Fußball-WM nach, das einen Einbruch der wichtigen Trikot-Verkäufe bei dem Sportartikelhersteller nach sich ziehen dürfte.
Einen Aufreger gab es noch am frühen Morgen: Wie aus einer von der US-Regierung veröffentlichten Einkommenserklärung hervorgeht, hat Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr über eine Milliarde Dollar mit Krypto-Geschäften eingenommen.
Demnach nahm Trump knapp 500 Millionen Dollar durch das von seiner Familie kontrollierte Kryptowährungsunternehmen World Liberty Financial ein. Für Lizenzgebühren im Zusammenhang mit dem sogenannten Trump-Coin, das kurz vor Beginn seiner Amtseinführung Anfang 2025 herausgegeben worden war, kassierte Trump den Angaben zufolge 635 Millionen Dollar.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Die Fed könnte im September eine Zinserhöhung vornehmen.
Möglich · Innerhalb von Monaten
Das frühe WM-Ausscheiden der DFB-Elf wird zu einem Einbruch der Trikot-Verkäufe bei Adidas führen.
Wahrscheinlich · Kurzfristig
Offene Fragen
- Wie werden die Eurozonen-Verbraucherpreise tatsächlich ausfallen?
- Welche konkreten Signale werden von den Zentralbankchefs in Sintra kommen?
- Wird die Fed tatsächlich im September die Zinsen erhöhen?




