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DFB-Team in Einzelkritik: Nmechas Nickerchen und ein Super-Joker, der leer ausgeht
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FAZ25.06.2026Sport6 dk okumaGermany

DFB-Team in Einzelkritik: Nmechas Nickerchen und ein Super-Joker, der leer ausgeht

Auf einen Blick

  • Im WM-Spiel gegen Ecuador überzeugt kaum ein deutscher Spieler.
  • Manuel Neuer kassiert erneut mindestens ein Gegentor.
  • Felix Nmecha zeigt Schwächen, während Antonio Rüdiger mit langen Bällen scheitert.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Das DFB-Team spielt gegen Ecuador und muss überzeugen, um in die K.o.-Runde der WM einzuziehen. Die Leistung in den vorherigen Spielen war gemischt.

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DFB-Team in Einzelkritik :

Nmechas Nickerchen und ein Super-Joker, der leer ausgeht

26.06.2026, 00:15Lesezeit: 4 Min.

Nicht sein Spiel: Felix Nmecha leistet sich Schwächen, die in den ersten beiden Partien von ihm nicht zu sehen waren.Reuters

Beim 1:2 gegen Ecuador überzeugt kaum ein Deutscher. Pavlovic knüpft ans schwache Spiel gegen die Elfenbeinküste an, Nmecha leistet sich einen Schwächeanfall, Rüdigers lange Bälle kommen fast nie an.

Manuel Neuer: Sein letztes WM-Spiel ohne Gegentor bleibt das Finale 2014. Seither kassierte er in den neun Vorrundenpartien mindestens eines. In der neunten Minute fiel das erste gegen Ecuador. Ein Ball rauschte an ihm vorbei – unhaltbar, weil verdeckt und platziert. Er faustete bei einem Volleyschuss später erfolgreich. Danach wurde er von Jonathan Tah düpiert, als der den Ball wegspitzelte. Das machte auch Gonzalo Plata – und traf so zum 1:2.

David Raum: Ersetzte den mit Adduktorenproblemen fehlenden Nathaniel Brown und agierte näher an der Seitenlinie. Das führte dazu, dass er eine sehenswerte Flanke auf Kai Havertz schlug, die der aber nicht verwertete. Weitere präzise Hereingaben waren aber kaum zu sehen. Falls Brown am Montag im Sechzehntelfinale wieder fit ist, dürfte er wieder starten.

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Jonathan Tah: Rückte nach dem WM-Aus von Nico Schlotterbeck wie schon gegen die Elfenbeinküste auf die rechte Innenverteidigerposition. War als Abwehrchef vor allem vor der ersten Trinkpause als Dirigent gefordert, weil die Deutschen im tiefen Verteidigungsblock agierten. Setzte seinen Körper oft robust ein. Nahm dem fangbereiten Neuer erstaunlicherweise den Ball weg – und machte die Szene so erst richtig gefährlich. Hätte das besser auch vor dem 1:2 gemacht, als Gegenspieler Plata erfolgreich spitzelte.

Antonio Rüdiger: Sagte vor einer Woche über sich und die Kollegen Tah und Schlotterbeck: „Jeder hat seine Zeit. Und jetzt ist deren Zeit.“ So kann man sich irren. Nach Schlotterbecks schwerer Verletzung führte sich der neue, alte Stammspieler mit einem abenteuerlichen Fehlpass ein. Versuchte es immer wieder mit langen Bällen, die fast nie ankamen. Störte hinten nach dem Missverständnis von Neuer und Tah noch mit einer Grätsche.

Joshua Kimmich: Der Kapitän hatte Glück, als ein Foul gegen ihn gepfiffen wurde, als er den Ball bei einem leichtsinnigen Manöver verlor, und als ihm nach einer scharfen Flanke der Ball im eigenen Strafraum knapp am Arm vorbeiflog. Wurde nicht gefordert wie gegen die Elfenbeinküste, war aber auch kein Souverän. Durfte sich später ausruhen für die K.-o.-Runde. Die Maßnahme war vorher mit dem Bundestrainer abgesprochen.

Aleksandar Pavlović: Knüpfte ans schwache Spiel gegen die Elfenbeinküste an. Leitete zwar das 1:0 ein, als er mit dem zu hohen Bein den Ball angelte und Glück hatte, dass Schiedsrichterin Tori Penso nicht auf Foul entschied. Erreichte danach den Brandherd zu spät: Der Schuss von Nilson Angulo flog durch seine Beine zum 1:1 ins Tor. Leistete sich Ballverluste und sah die erste Gelbe Karte für einen Deutschen bei dieser WM. Zur Pause ausgewechselt.

Felix Nmecha: Der stärkste deutsche Spieler der ersten beiden Spiele zeigte im dritten einen Schwächeanfall. Marschierte nicht so raumgreifend nach vorne wie sonst, machte in der „Stadt, die nie schläft“ sogar ein Nickerchen, als er Ball und Gegenspieler im Mittelfeld einfach so entwischen ließ. Seine unsaubere Annahme ermöglichte Ecuadors Ballgewinn vor dem 1:1.

Florian Wirtz: Es ist immer noch nicht sein Turnier, ein Tor gelang ihm noch nicht. War fleißig wie oft, doch ihm fehlte sein Spielfreund Brown sichtlich auf der linken Seite. Raum war in der Hinsicht kein guter Ersatz für Wirtz’ kreative Ideen. Versuchte es mit Engagement, bereitete das 1:0 vor, wirkte aber glücklos, bisweilen unzufrieden. Durfte sich auch vorzeitig ausruhen.

Jamal Musiala: Er ist noch nicht wieder der, der sich durch die Abwehrbeine windet wie die Schlangen durch die Natur am deutschen Quartier. Versuchte es wieder, doch entweder fehlt ihm Fortune, der richtige Dreh oder einfach das Tempo wie bei einer aussichtsreichen Chance, als die Jäger aus Ecuador den früheren Schlangenmenschen einfach einfingen.

Leroy Sané: Erzielte sein erstes Tor bei einem großen Turnier – schon nach zwei Minuten. Nach der Ablage von Wirtz zirkelte er den Ball passgenau links unten ins Tor, das wegen Pavlovićs Foul jedoch nicht hätte zählen dürfen. Verteidigte stark gegen Piero Hincapié im eigenen Strafraum. Hatte aber auch wieder einige zu leichte Ballverluste in seinem Spiel. Vergab die große Chance zum 2:1 bei einem Alleingang, als er und der Ball Tempo verloren.

Kai Havertz: Schlich wie immer über den Rasen und war in vielen Ecken des riesigen Stadions zu finden, doch oft nicht dort, wo er sein sollte. Als er doch mal in den Strafraum lief, landete eine Raum-Flanke auf seinem Kopf. Ging kurz nach der Pause im Strafraum zu Fall. Den Elfmeter bekam er aber nicht, weil nach Ansicht der Videobilder vorher ein Foul von Sané erkannt wurde.

Angelo Stiller: Kam zur Halbzeit für den schwachen Pavlovic als neuer Partner von Nmecha im defensiven Mittelfeld. Verhinderte mit Tah das 1:2 bei einer Rettungsaktion in höchster Not im eigenen Fünfmeterraum.

Deniz Undav: Der Super-Joker kam auch gegen Ecuador, diesmal für Havertz statt wie zuvor zweimal für Musiala. Spielte daher ganz vorne in der Spitze. Spitze war seine Ausbeute diesmal nicht. Hatte erst in der Nachspielzeit seine erste gute Strafraumszene, traf dabei nur das Außennetz.

Malick Thiaw: Übernahm für die letzte halbe Stunde die Position des rechten Verteidigers von Kapitän Kimmich. Konzentrierte sich auf die Defensive.

Maximilian Beier: Ersetzte Nmecha, allerdings nicht im Zentrum. Julian Nagelsmann stellte das System von 4-2-3-1 auf 5-4-1 um für den schnellen Schienenspieler Beier, der aber kaum Platz für seine Läufe auf der rechten Außenbahn bekam.

Pascal Groß: Kam für Wirtz ins Spiel. Bereitete die Undav-Chance vor, schoss danach über das Tor und schenkte Ecuador mit einem Foul am eigenen Strafraum schließlich noch wertvolle Zeit in der Schlussphase.

Quelle: F.A.Z.Artikelrechte erwerben

Tobias Rabe

Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

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