Dienstekonsolidierung der Bundesverwaltung: Ministerium feiert Erfolg, Rechnungshof kritisiert massiv
Auf einen Blick
- Das Bundesdigitalministerium lobt die Dienstekonsolidierung als Erfolg für die digitale Zukunft der Verwaltung.
- Der Bundesrechnungshof kritisiert jedoch in einem Bericht, dass die neuen IT-Lösungen kaum genutzt werden, Behörden im Unklaren gelassen werden und der Bund doppelt zahlt.
- Die Kosten belaufen sich auf 836 Millionen Euro.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Dienstekonsolidierung ist ein Modernisierungsvorhaben der Bundesverwaltung zur Vereinheitlichung von Software. Das Bundesdigitalministerium sieht darin einen Erfolg, während der Bundesrechnungshof kritisiert.
Berlin. Die Dienstekonsolidierung ist eines der erfolgreichsten Modernisierungsvorhaben der Bundesverwaltung der vergangenen Jahre. Zumindest sieht es das Bundesdigitalministerium (BMDS) so: Mit dem Projekt seien in den vergangenen zehn Jahren die Software des Bundes vereinheitlicht und so die Grundlage für die „digitale Zukunft der Verwaltung“ gelegt worden.
Den Behörden stünden inzwischen zahlreiche zentrale, standardisierte IT-Lösungen zur Verfügung, heißt es vom Ministerium – etwa für die elektronische Akte oder die Personalverwaltung. Diese sollen künftig sogar als Basis für weitere Projekte wie den Deutschland-Stack dienen.
Der Bundesrechnungshof (BRH) zieht in seinem neuesten Bericht zur Dienstekonsolidierung, der Tagesspiegel Background vorliegt, hingegen ein vernichtendes Urteil: Die neuen Lösungen verstauben in den Schubladen der Behörden, zuständige Stellen lassen einander im Unklaren. Und weil alte und neue Systeme einfach parallel weiterlaufen, zahlt der Bund doppelt.
836 Millionen Euro hat sich der Bund die Dienstekonsolidierung kosten lassen. Das sind 26 Millionen Euro mehr, als ursprünglich für das gesamte Großprojekt IT-Konsolidierung Bund eingeplant waren. Aus Sicht der Prüfer:innen kann „nicht von einem erfolgreichen Abschluss der Dienstekonsolidierung gesprochen werden“.
Offene Fragen
- Warum werden die neuen Lösungen kaum genutzt?
- Wie wird die Doppelzahlung behoben?
- Welche Konsequenzen hat der Bericht für Verantwortliche?




