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BackElektronische Patientenakte: Frust statt Fortschritt im deutschen Gesundheitswesen
Elektronische Patientenakte: Frust statt Fortschritt im deutschen Gesundheitswesen
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FAZ16.06.2026Gesundheit2 dk okumaGermany

Elektronische Patientenakte: Frust statt Fortschritt im deutschen Gesundheitswesen

Auf einen Blick

  • Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland stößt auf erhebliche Probleme.
  • Krankenhäuser und Praxen kämpfen mit technischen Hürden und Zeitplänen, während Patienten und Ärzte frustriert sind.
  • Die gesetzliche Pflicht zur Nutzung ab Oktober 2025 scheint unrealistisch.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen vorantreiben. Krankenhäuser und Arztpraxen sind ab Oktober 2025 gesetzlich zur Nutzung verpflichtet. Die Einführung gestaltet sich jedoch als schwierig.

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An einem Montagmorgen im Frühsommer stehen wir in der Ambulanz einer spezialisierten Klinik und zögern. Haben wir gerade richtig gehört? „ePA?! Was ist ePA?“ Die elektronische Patientenakte, erklären wir vorsichtig, darin seien die gewünschten Laborergebnisse zu finden. Ein müdes Lachen ist die Antwort. Der Facharzt solle die Ergebnisse per Fax schicken oder sie diktieren. Hilfsbereit bekommt die Patientin einen Bleistift zugesteckt. Auf die ePA könne man nicht zugreifen. Also alle zehn Minuten Anrufversuch beim Facharzt. Die Uhr tickt derweil, die Wartezeit schwindet, die Ergebnisse sind nötig.

Tuut. Tuut. Seit dem 1. Oktober 2025 sind Krankenhäuser und Arztpraxen gesetzlich zur Nutzung der elektronischen Patientenakte verpflichtet. Der Zeitplan zur ePA-Einführung sei zu ambitioniert gewesen, schreibt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) im März dieses Jahres. Die Anforderungen der Software in einem Krankenhaus sind höher als die einer normalen Arztpraxis. Laut der DKG erwarten 43 Prozent von 489 befragten Krankenhäusern, dass erst im dritten Quartal 2026 eine krankenhausweite Nutzung der ePA möglich sein wird.

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Digitales Gesundheitsland

Tuut. Tuut. Das alles lesen wir zwischen zwei Anrufen und einer Mail an den Facharzt. Niemand zu erreichen, nur der freundliche KI-Anrufbeantworter, der uns zuverlässig den letzten Nerv raubt. Die Mailadresse der Praxis, unter der einst alle Anfragen schnell erledigt wurden, funktioniert nicht mehr. Die Praxis hat auf eine Online-Rezeption umgestellt. Dort klickt man sich durch Anfragemöglichkeiten und eröffnet einen Chat. Die Antworten kommen ähnlich schnell wie früher.

Immerhin brüllen wir so nicht mehr in den Telefonhörer, auf dass der manchmal schwerhörige KI-Helfer den Nachnamen richtig verstehe. Auch können Anfragen in der Mittagspause verschickt werden, ohne dass neugierige Kollegen alle Details hören. Damit die Antwort der Praxis nicht für jeden zugänglich ist, bekommt der Anfragesteller einen Code an seine Mailadresse zugeschickt. Ein reibungslos ablaufendes System. Blöd nur, dass der Code streikt. Es ist zum Verrücktwerden.

Tuut. Tuut. Die Tür zum Behandlungszimmer geht auf. Wir laufen dem Mann im weißen Kittel hinterher. Im gleichen Augenblick blinkt der Handybildschirm auf. Der Facharzt schickt die Ergebnisse. Ob mit dem Faxgerät oder als Mail, bleibt offen. Wir erholen uns jetzt in seliger Ahnungslosigkeit von diesem Stress.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Krankenhäuser und Praxen werden die gesetzliche Frist zur ePA-Nutzung ab Oktober 2025 voraussichtlich nicht einhalten können.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wann wird die ePA tatsächlich flächendeckend nutzbar sein?
  • Welche technischen und organisatorischen Hürden müssen noch überwunden werden?
  • Wie wird die Akzeptanz bei Patienten und medizinischem Personal langfristig sein?

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This article was originally published by FAZ.

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