Eilmeldung
Newsgather
ZurückEli Lilly und Boehringer Ingelheim reduzieren Investitionen in Deutschland
Eli Lilly und Boehringer Ingelheim reduzieren Investitionen in Deutschland
In Entwicklung
Spiegel Wirtschaft3.6.2026Business2 Min. LesezeitGermany

Eli Lilly und Boehringer Ingelheim reduzieren Investitionen in Deutschland

Auf einen Blick

  • Eli Lilly reduziert seine geplanten Investitionen in eine neue Produktionsstätte in Alzey um die Hälfte und stoppt Boehringer Ingelheim geplante Ausgaben in dreistelliger Millionenhöhe.
  • Beide Unternehmen nennen schwierige Rahmenbedingungen und Sparpläne im deutschen Gesundheitswesen als Gründe.

KI-generierte Zusammenfassung

Schriftgröße

Eli Lilly wollte bislang 2,5 Milliarden US-Dollar in die neue Produktionsstätte im rheinhessischen Alzey stecken. In einer Mitteilung, die dem SPIEGEL vorliegt, kündigte das Unternehmen an, diese stark herunterzufahren. Vor dem Hintergrund des aktuellen gesundheitspolitischen Kurses in Deutschland sei nun geplant, den noch ausstehenden Umfang des Projekts um die Hälfte gegenüber der ursprünglichen Planung zu reduzieren. Es solle zunächst nur der »Mindestumfang des Hightech-Produktionsstandortes in Alzey« fertiggestellt werden, erklärte Ricks.

Bislang waren bis zu 1000 Fachkräfte für den Standort vorgesehen – sowie weitere 1,5 Milliarden US-Dollar bis zur Fertigstellung der Anlage. Mit der Reduzierung entfällt ein erheblicher Teil dieser Stellen und Investitionen in Deutschland. Diese hatte der damalige Regierungschef Olaf Scholz (SPD) noch als »Wirtschaftswunder« bezeichnet. Die damalige Bundesregierung soll dem US-Konzern pünktlich zur Ansiedlung in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit zu Geheimverhandlungen mit den Krankenkassen zugesichert haben.

Auch der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt in Deutschland geplante Investitionen in einem hohen dreistelligen Millionenbereich. Es gehe um Ausgaben für die Jahre 2027 bis 2030 mit einem Gesamtvolumen von 900 Millionen Euro, teilte das Unternehmen in Ingelheim bei Mainz mit. Zuvor hatte das »Handelsblatt« darüber berichtet.

»Die nächste Innovation geht nach Lage der Dinge aktuell nicht nach Deutschland«, sagte Deutschlandchef Médard Schoenmaeckers demnach.

Als Gründe für den Schritt nannte Boehringer Ingelheim, ähnlich wie Eli Lilly, die schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland und erwähnte die Sparpläne der Bundesregierung bei den Gesundheitsausgaben. Diese sehen unter anderem höhere Rabatte vor, die Arzneikonzerne Krankenkassen künftig gewähren müssen.

Zudem verwies das Unternehmen auf die größere Dynamik in anderen Märkten sowie die geopolitische Lage. Dazu zähle auch ein gewachsener Druck aus den USA. Boehringer Ingelheim hatte, wie andere Pharmaunternehmen, eine Art Abkommen mit der US-Regierung geschlossen, um von Pharmazöllen befreit zu werden. Eine Bedingung dafür ist, in Produktion und Forschung in Amerika zu investieren.

Verwandte Themen

This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

Ähnliche Meldungen

Mehr zu diesem ThemaEli Lilly