Energy Prices Fall, Stock Markets Rise on Hope of Iran War Ending
Auf einen Blick
- Hope for an end to the Iran war is driving down energy prices and boosting stock markets worldwide.
- European and Asian stocks are up, with oil and gas prices falling significantly.
- Gold prices are also recovering.
KI-generierte Zusammenfassung
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Irankriegs lässt am Montag die Energiepreise fallen und treibt weltweit die Aktienmärkte an. Die Entwicklungen der einzelnen Assetklassen im Überblick.
Am europäischen Aktienmarkt zeichnet sich ein deutliches Plus zum Handelsstart ab. Der deutsche Leitindex Dax legt am Montagmorgen im außerbörslichen Handel vor Börsenbeginn gut ein Prozent zu. Chris Weston, Analysechef beim Broker Pepperstone, sagt zu den Verhandlungen über ein Kriegsende: „Der Ton geht durchweg in Richtung einer Art Lösung.“
Damit dürfte der Dax nicht nur über die Marke von 25.000 Punkten steigen, sondern könnte auch den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erreichen. Dieser liegt bei 25.142 Punkten. Von dort würden weniger als 1,5 Prozent bis zum Rekordhoch von knapp 25.509 Punkten fehlen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich am deutschen Aktienmarkt die Stimmung gedreht. Der Dax schloss die vergangene Woche nicht nur mit einem Plus von 3,6 Prozent ab, er beendete auch erst das zweite Mal seit Kriegsbeginn den Freitagshandel mit einem Kursplus.
Zuvor hatten Anleger stets ihre Positionen vor dem Wochenende reduziert – vermutlich, um nicht von negativen Entwicklungen überrascht zu werden. Doch dieses Mal schien die Sorge, positive Entwicklungen zu verpassen, zu überwiegen.
Anleger setzen somit darauf, dass sich die wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs in Grenzen halten. Bestärkt wurden sie in der vergangenen Woche durch die Entwicklung des Geschäftsklimaindex des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. Demnach waren die Unternehmen mit den laufenden Geschäften etwas zufriedener. Auch der Blick auf die kommenden Monate fiel weniger pessimistisch aus.
Noch kräftiger als in Europa steigen die Kurse in Asien. In Japan legt der Leitindex Nikkei drei Prozent zu und steigt erstmals über die Marke von 65.000 Punkten. Japans Wirtschaft ist stark abhängig von Energieimporten. Die Hoffnung auf sinkende Energiekosten beflügelt in Tokio vor allem den energieintensiven KI-Sektor.
In den USA sind die Börsen am Montag wegen des Memorial Days geschlossen. Allerdings hatte sich die Wall Street bereits zuvor von der Entwicklung im Iran entkoppelt. In den USA liegt der Fokus auf der überraschend guten Gewinnentwicklung der Unternehmen. Diese steigerten ihre Quartalsgewinne im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent.
Am Energiemarkt fallen am Montag die Preise. Ein Barrel Öl der Sorte Brent zur Lieferung in einem Monat vergünstigt sich um mehr als fünf Prozent auf unter 100 US-Dollar. Der Referenzpreis für den europäischen Gasgroßhandel (TTF) gibt um knapp sechs Prozent nach.
Investoren setzen darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder vollständig geöffnet ist. Die vom Iran kontrollierte Meerenge ist ein Nadelöhr der weltweiten Energietransporte. Seit Beginn des Krieges ist sie blockiert, sodass nur wenige Tanker die Meerenge durchkreuzen.
Doch bereits in den vergangenen Tagen passierten nach iranischen Informationen vermehrt Schiffe die Straße von Hormus. Am Sonntag meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars, in den vergangenen 24 Stunden hätten 33 Schiffe die Straße von Hormus passiert.
Ob Energieengpässe damit abgewendet werden konnten und wie schnell sich die Preise normalisieren, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn Tanker können zwei bis drei Monate auf dem Wasser unterwegs sein, bis sie ihren Zielort erreichen.
Dadurch bleibt der Ölpreis trotz der Friedenshoffnung auf einem deutlich erhöhten Niveau. Zum Kriegsbeginn lag der Brentpreis bei rund 70 Dollar. Aktuell beträgt der Aufschlag immer noch rund 40 Prozent.
Am Anleihenmarkt fallen die Kurse von Staatsanleihen. Mit den Energiepreisen schwächen sich auch die Inflationssorgen und die Zinserwartungen ab. Dadurch werden laufende Anleihen attraktiver, weil die Zinskupons von künftig ausgegebenen Anleihen niedriger ausfallen könnten.
Die so gestiegene Nachfrage lässt die Anleihekurse steigen. Im Gegenzug sinkt die Rendite. Bei zehnjährigen US-Staatsanleihen fallen die Renditen unter die Marke von 4,5 Prozent. Vergangenen Dienstag lag sie noch bei fast 4,7 Prozent – dem höchsten Niveau des Irankriegs.
Der Anleihemarkt hat sich in der zweiten Amtszeit von Donald Trump zu einer Art Regulativ entwickelt: Wenn sich die Anleiherendite in Richtung fünf Prozent bewegte, suchte Trump bereits im Zollstreit und der Grönlandkrise eine Verhandlungskrise.
Steigende Anleiherenditen sind eine Belastung für die Wirtschaft. Viele Verbraucherkredite orientierten sich daran, auch für Unternehmen steigen die Finanzierungskosten tendenziell. Zudem steigt der Schuldendienst der USA. Die Zinsausgaben haben sich in den vergangenen zwölf Monaten bereits auf den Rekordwert von 1,27 Billionen Dollar summiert, wie Charlie Bilello, Chefmarktstratege vom Analysehaus Creative Planning, zuletzt vorrechnete.
Profiteur der sinkenden Zinserwartungen ist Gold. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuert sich um gut ein Prozent auf rund 4550 Dollar.
Der Goldpreis hat unter dem Irankrieg gelitten. Zwar gilt Gold grundsätzlich als Krisenwährung, allerdings verliert es bei steigenden Zinsen an Attraktivität, weil es selbst keine Zinsen abwirft. Die Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten sorgt nun für eine Erholung am Edelmetallmarkt.
Bereits im Vorfeld des Irankriegs war der Goldpreis stark gestiegen. Dadurch liegt er auf Sicht von zwölf Monaten rund 35 Prozent im Plus, obwohl er auf Sicht in den vergangenen drei Monaten um zwölf Prozent gesunken ist.






