Epstein-Zellengenosse fand angeblich Brief nach Suizidversuch
Note in Comic entdeckt - als Beweismittel versiegelt - Ermittler hatten möglicherweise wichtiges Dokument nicht
Auf einen Blick
- Ein Zellengenosse von Jeffrey Epstein hat nach eigenen Angaben einen Brief des Sexualstraftäters nach dessen erstem Suizidversuch in einem Comic gefunden.
- Das Schreiben wurde als Beweismittel im Verfahren gegen Nicholas Tartaglione versiegelt.
- Tartaglione, ein ehemaliger Polizist, wollte damit Vorwürfe entkräften, er habe Epstein angegriffen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Jeffrey Epstein war ein Finanzberater, der in besten Kreisen verkehrte und jahrelang Mädchen und Frauen missbraucht haben soll. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und starb im August 2019 unter umstrittenen Umständen in seiner Gefängniszelle. Die Umstände seines Todes wurden von Kritikern in Frage gestellt.
Ein Zellengenosse von Jeffrey Epstein hat einem Bericht zufolge nach dessen erstem Suizidversuch einen Brief des Sexualstraftäters gefunden. Das Schreiben wurde als Beweisstück in dem Fall des Mitinsassen Nicholas Tartaglione durch einen Bundesrichter versiegelt und damit unter Verschluss gehalten, berichtet die »New York Times«. Das würde bedeuten, dass den Ermittlern, die Epsteins Tod untersuchten, ein möglicherweise wichtiges Beweisstück fehlte.
Epstein wurde nach dem missglückten Selbstmordversuch innerhalb des Gefängnisses verlegt. Wenige Wochen später war er tot. Warum genau der Brief versiegelt wurde, ist nicht bekannt. Die »New York Times« hat den Brief nicht gesehen, aber Einblick in das Schriftstück beantragt.
Der Mitgefangene Tartaglione fand den Brief nach eigenen Worten in einem Comic und übergab diesen seinen Anwälten. Damit wollte er demnach den Vorwurf entkräften, dass er Epstein angegriffen habe. Nach dem ersten mutmaßlichen Suizidversuch hatte Epstein erklärt, dass er nicht versucht habe, sich umzubringen, sondern von Tartaglione angegriffen worden sei. Der Sexualstraftäter erklärte damals gegenüber Gefängnismitarbeitern auch, dass er nicht suizidgefährdet sei.
Laut Tartaglione, einem ehemaligen Polizisten, der wegen vierfachen Mordes verurteilt wurde, stand in dem Brief unter anderem etwas in der Art von: »Was soll ich denn machen, in Tränen ausbrechen? Es ist Zeit, Abschied zu nehmen.«
Der Brief ist nicht Teil der vom US-Justizministerium freigegebenen Akten zum Fall Epstein. Die Behörde selbst hat nach eigenen Angaben auch keine Kenntnisse zu dem Schreiben. Kritiker werfen dem Ministerium seit Langem vor, dass nicht alle Unterlagen in dem Fall freigegeben wurden.
Die US-Regierung hatte Anfang des Jahres neue Akten im Fall Epstein veröffentlicht, doch vieles bleibt auch damit ungeklärt. Der Missbrauchsskandal um den Finanzberater, der in besten Kreisen verkehrte und jahrelang Mädchen und Frauen missbraucht haben soll, dürfte damit nicht enden. Bis heute melden sich immer neue mutmaßliche Opfer. Erste Vorwürfe gegen Epstein gab es bereits vor mehr als 20 Jahren.
Offene Fragen
- Warum wurde der Brief als Beweismittel versiegelt?
- Wusste das Justizministerium von dem Brief?
- Gibt es weitere unveröffentlichte Dokumente im Fall Epstein?
- Was war der wahre Grund für Epsteins Tod?

