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Erdbeben erschüttert Venezuela – Hunderte Tote befürchtet
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FAZ25.06.2026Welt3 dk okumaGermany

Erdbeben erschüttert Venezuela – Hunderte Tote befürchtet

Auf einen Blick

  • Ein starkes Erdbeben hat Venezuela erschüttert.
  • Mindestens 32 Tote und 700 Verletzte sind bekannt, Experten befürchten über tausend Opfer.
  • Gebäude stürzten ein, Infrastruktur wurde beschädigt.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Ein starkes Erdbeben erschütterte Venezuela am Mittwochabend, während viele Menschen ein Fußballspiel verfolgten. Es ist das stärkste je registrierte Beben in der Landesgeschichte.

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Plötzlich beginnt in der venezolanischen Hauptstadt Caracas die Erde zu schwanken, immer stärker. Gerade noch haben viele Menschen hier am Mittwochabend Fußball geschaut, das WM-Spiel Brasilien gegen Schottland, als praktisch zeitgleich mit dem ersten Tor ein Erdbeben Venezuela erschüttert. Es ist das stärkste je registrierte Beben der Landesgeschichte. Scheiben zerbersten, dann donnern Gebäudeteile auf den Boden, Staub liegt in der Luft.

In Caracas stürzen mehrere Gebäude ein, zahlreiche andere werden so stark beschädigt, dass sie evakuiert werden müssen. Auch aus anderen Landesteilen werden schwere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur gemeldet. Laut Angaben der Behörden ist auch der internationale Flughafen Maiquetía bei Caracas, der wichtigste des Landes, so stark beschädigt, dass der Betrieb eingestellt werden muss. In Teilen von Caracas und anderen Landesteilen sind die Stromversorgung und die Telekommunikation zusammengebrochen.

Nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwarte USGS waren es zwei Erdbeben, die Venezuela um 18.04 Uhr erschütterten. Das erste hatte eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala, sein Epizentrum lag 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Nur 39 Sekunden später folgte das zweite mit einer Stärke von 7,5. Es ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometer Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein.

Im Lauf der Nacht sprach Präsidentin Delcy Rodríguez von mindestens 32 Toten, rund 700 Menschen seien ersten Erkenntnissen zufolge verletzt worden. Experten gingen von einer erheblich höheren Zahl von Todesopfern und Betroffenen aus. Eine automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als tausend Todesopfern nahe. Allein in den relativ nahe an den Epizentren der Beben gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon.

In einer Fernsehansprache wandte sich Rodríguez noch am Mittwochabend an die Bevölkerung, die sie zum Zusammenhalt aufrief. Es gehe nun zuallererst darum, Menschenleben zu retten, sagte sie und kündigte an, den Ausnahmezustand auszurufen. Alle Behörden auf allen Ebenen seien aktiviert.

Zudem bedankte sich Rodríguez bei den Ländern, die Venezuela ihre Solidarität ausgedrückt haben und ihre Unterstützung anboten, darunter die Vereinigten Staaten sowie praktisch alle anderen Länder des Kontinents, ungeachtet der politischen Differenzen. Die EU bot ebenfalls ihre Hilfe an.

US-Präsident Donald Trump schrieb bei Truth Social, die USA seien bereit, Venezuela zu helfen. „Ich habe alle Behörden unserer Regierung angewiesen, sich darauf vorzubereiten, rasch zu handeln“, schrieb er. „Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein.“ Er fügte hinzu: „Die ersten Berichte sind nicht gut.“

Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius bot Hilfe an: „Die Bundeswehr steht bereit und kann kurzfristig bis zu sechs Transportflugzeuge A400 M zur Verfügung stellen, sobald Unterstützung von uns angefordert wird“, erklärte der SPD-Politiker über den Whatsapp-Kanal des Ministeriums.

So könnten Personal und Material des Technischen Hilfswerks (THW) nach Venezuela gebracht, aber auch Transportflüge innerhalb Venezuelas ermöglicht werden. Die Transportflüge würden auch den Partnern vor Ort angeboten.

„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert. Die beiden Erdbeben sollen mit die schwersten des laufenden Jahres gewesen sein. Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten“, schrieb Pistorius. Er danke allen Soldaten, die sich jetzt bereits auf diesen Einsatz vorbereiteten.

Auf den Straßen der Hauptstadt herrschte zu diesem Zeitpunkt weiterhin eine Mischung aus Hektik und gespannter Ruhe. Autos bahnten sich einen Weg durch die teilweise in Dunkelheit liegende Stadt. Da in Venezuela Feiertag war, waren viele Leute unterwegs und zu Besuch bei Verwandten. Auf Straßen und Plätzen versammelten sich Menschen, die sicherheitshalber nicht in ihre Wohnhäuser zurückkehrten, und versuchten mit ihren Handys oftmals erfolglos, jemanden zu erreichen. Einige hatten Taschen und Koffer dabei, um die Nacht anderswo zu verbringen. Andere standen vor den Fernsehern in den wenigen Lokalen, die geöffnet blieben.

Die Übertragung der WM-Spiele war längst den Nachrichtensendungen gewichen. Später flimmerten Meldungen von ersten bestätigten Todesopfern über die Bildschirme. Allen war bewusst, dass es am Donnerstag ein schlimmes Erwachen geben würde.

Offene Fragen

  • Wie hoch ist die endgültige Opferzahl?
  • Wie wird die Hilfe koordiniert?
  • Wie ist der Zustand der Infrastruktur langfristig?

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This article was originally published by FAZ.

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