EU warnt vor größter Energiekrise aller Zeiten durch Hormus-Blockade
Eurogroup-Präsident Pierrakakis: Ausfälle bei Öl und Gas könnten größer sein als in 1970er Jahren oder nach Ukraine-Kriegsbeginn
Auf einen Blick
- Die EU warnt vor nie dagewesenen Ausfällen bei Öl und Gas, falls die Straße von Hormus nicht rasch wieder vollständig geöffnet wird.
- Eurogroup-Präsident Kyriakos Pierrakakis sieht das Potenzial für die größte Energiekrise überhaupt - mit Folgen weit über den Energiesektor hinaus.
- Besonders Asien sei betroffen, aber auch Europa spüre bereits steigende Energiepreise.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seestraßen für den Öltransport weltweit. Ein Großteil der Ölexporte aus dem Nahen Osten passiert diese Meerenge.
Es gibt weiterhin kein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges. Nach einer Öffnung der Straße von Hormus sieht es nicht aus. Die EU warnt vor nie da gewesenen Ausfällen bei Öl und Gas. Wegen der Lage im Nahen Osten droht der Welt nach Ansicht des Präsidenten der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, eine historische Notlage. "Wenn die Straße von Hormus nicht rasch wieder vollständig geöffnet wird, hat diese Krise das Potenzial, die größte Energiekrise überhaupt zu werden", sagte Pierrakakis in Athen. Die Ausfälle bei Öl und Gas könnten größer sein als in früheren Krisen, etwa in den 1970er Jahren oder nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Auswirkungen würden weit über den Energiesektor hinausgehen, sagte Pierrakakis bei einer Veranstaltung. Auch wichtige Rohstoffe wie Düngemittel oder petrochemische Produkte könnten knapp werden. Besonders betroffen sei Asien, doch auch in Europa seien die Folgen bereits spürbar - vor allem durch steigende Energiepreise. Die EU versuche gegenzusteuern, sagte Pierrakakis. Geplant seien gezielte und befristete Hilfen für Bürger und Unternehmen. Wichtig sei dabei, dass wirtschafts- und geldpolitische Maßnahmen gut aufeinander abgestimmt werden. Die aktuelle politische Lage spiele wieder eine deutlich größere Rolle in der internationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik. "Wir erleben eine sehr starke Rückkehr der Geopolitik", sagte Pierrakakis. Früher habe seine Generation geglaubt, dass Globalisierung und neue Technologien geografische Faktoren weniger wichtig machen würden. "Wir lagen falsch", sagte er. Heute werde die Weltwirtschaft stärker davon geprägt, wie sich Macht zwischen Regionen verschiebt, wie schnell sich Technologien entwickeln und welche Rolle neue Akteure neben Staaten spielen.
Offene Fragen
- Wann könnte ein Abkommen zwischen USA und Iran erreicht werden?
- Wie lange bleibt die Straße von Hormus gegebenenfalls blockiert?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die EU?



