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BackFifa weist belgische Beschwerde gegen Balogun-Entscheidung ab – Infantino verteidigt Unabhängigkeit
Fifa weist belgische Beschwerde gegen Balogun-Entscheidung ab – Infantino verteidigt Unabhängigkeit
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Fifa weist belgische Beschwerde gegen Balogun-Entscheidung ab – Infantino verteidigt Unabhängigkeit

Der Weltverband erklärt die Beschwerde Belgiens gegen die Aufhebung der Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun für unzulässig. Fifa-Präsident Infantino weist Kritik an politischer Einflussnahme zurück.

Auf einen Blick

  • Die Fifa hat die Beschwerde des belgischen Verbands gegen die Aufhebung der Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun als unzulässig erklärt.
  • Fifa-Präsident Infantino verteidigte die Unabhängigkeit der Disziplinarkommission, nachdem US-Präsident Trump eine Überprüfung der Entscheidung gefordert hatte, was weltweit Kritik auslöste.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Fifa setzte überraschend die Rot-Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun auf Bewährung aus, wodurch er im WM-Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt ist. Dies geschah nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Präsident Gianni Infantino, was weltweit scharfe Kritik hervorrief.

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Mit der Begründung, der belgische Verband sei „keine Partei“, weist der Weltverband die Beschwerde des US-Gegners gegen die Aufhebung der Rot-Sperre ab. Fifa-Präsident Infantino äußert sich und verweist auf die Disziplinarkommission.

Die amerikanische Nationalmannschaft kann im WM-Achtelfinale gegen Belgien mit Stürmer Folarin Balogun auflaufen. Nachdem der Fußball-Weltverband überraschend die Rot-Sperre des Angreifers auf Bewährung ausgesetzt hatte, erklärte die Fifa nun eine Beschwerde des belgischen Verbands dagegen für unzulässig. Trotz scharfer Kritik ist der 25-Jährige damit für die Partie am Dienstag (2 Uhr MESZ, ARD und MagentaTV) in Seattle spielberechtigt.

Der Antrag wurde mit der Begründung für unzulässig erklärt, dass der belgische Verband „nicht Verfahrenspartei sei und somit keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung besitze“, hieß es in der Entscheidung von der Fifa.

Dies sorgte für große Entrüstung bei den von der Entscheidung unmittelbar betroffenen Belgiern. Am Montag zeigte sich der RBFA in einer Mitteilung „zutiefst besorgt über den Verlauf der Ereignisse“. Der Verband habe von der Fifa „nicht die geringste Erklärung“ für ihre Entscheidung erhalten und daher „keine andere Möglichkeit, als die Einsatzberechtigung des Spielers anzufechten“, sollte er auf dem Spielberichtsbogen auftauchen. Der Verband behielt sich weitere Schritte vor – also auch eine Anfechtung des Spielergebnisses, sollte Balogun zum Einsatz kommen.

Infantino reagiert auf Kritik an Fifa-Entscheidung

Fifa-Chef Gianni Infantino hat sich verteidigt und Kritik zurückgewiesen, wonach die Intervention von US-Präsident Donald Trump einen Einfluss auf die Entscheidung zur Aufhebung der Rot-Sperre gegen US-Fußballer Balogun genommen haben soll. In dieser Angelegenheit habe er „tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten“, teilte der Schweizer am Montag in einer vom Weltverband verbreiteten Stellungnahme mit. Infantino betonte darin, dass die Fifa-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei.

Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen. Er habe erläutert, „dass ein laufendes Rechtsverfahren vor den unabhängigen Justizorganen der Fifa anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Gremien entschieden werde“, sagte der Fifa-Präsident: „So funktioniert das System der Fifa, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen.“

Die Entscheidung der Fifa, die Sperre von Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien am Dienstag (2 Uhr MESZ,ARD und Magenta-TV) in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, hatte weltweit für einen Aufschrei gesorgt. Auch die Politik hat sich eingeschaltet.

Die Unabhängigkeit der Justizorgane sei „für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs unerlässlich, und dies muss stets respektiert werden“, sagte Infantino. Manchmal überraschten ihn die Entscheidungen der Fifa-Disziplinarkommission. „Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal stimme ich ihnen nicht zu. Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren.“

Trump bestätigt Intervention bei Infantino

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er Fifa-Präsident Gianni Infantino um die Überprüfung der roten ​Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun gebeten hat. ⁠Er halte die Entscheidung des „schrecklichen“ Schiedsrichters nicht für gerechtfertigt, erklärte ​Trump am ​Montag vor Journalisten im ‌Oval Office.

„Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war“, sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus und fügte an: „Alles, was ich getan habe, war, um eine Überprüfung zu bitten. Ich habe nicht gesagt, ihr müsst das tun.“

Aus seiner Sicht sei es „noch nicht einmal ein Foul gewesen“, sagte Trump weiter. Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien bezeichnete er als „ein bisschen suspekt, wenn man sich seine Vergangenheit anschaut“. Er habe eine Entscheidung getroffen, „die niemand glauben konnte.“ Balogun sei der beste Spieler der USA, „und er hat ihm die rote Karte gegeben. Ich wusste gar nicht, was das bedeutet.“

Die ​Fifa hatte zuvor mitgeteilt, die wegen der roten Karte verhängte Sperre ‌gegen Balogun zur Bewährung auszusetzen. Damit ist der Torjäger ‌spielberechtigt für ‌die WM-Achtelfinalpartie der USA gegen ​Belgien am Montagabend. Trump hatte sich ​zuvor in seinem Online-Netzwerk Truth Social ‌bei der Fifa dafür bedankt, „dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat“.

Belgiens Verband fordert Aufklärung von der Fifa und kündigt weitere Schritte an

Belgiens Fußballverband (RBFA) wird die Aufhebung der Sperre gegen den US-Amerikaner Folarin Balogun anfechten – und hat die Fifa gleichzeitig mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. In einer Mitteilung zeigte sich der RBFA „zutiefst besorgt über den Verlauf der Ereignisse“. Der Verband habe von der Fifa „nicht die geringste Erklärung“ für ihre Entscheidung erhalten und daher „keine andere Möglichkeit, als die Einsatzberechtigung des Spielers für das nächste Spiel anzufechten“.

Zunächst beklagte der Verband, aus Medienberichten von der Entscheidung erfahren zu haben. Aus einer Anfrage nach einer Kopie der Entscheidung habe die Fifa einen Einspruch „konstruiert“ und diesen „umgehend als unzulässig verworfen“, hieß es in dem Schreiben: „All dies geschah, während sich die Fifa gleichzeitig weigerte, auf die berechtigten Anfragen der RBFA zu reagieren.“

Darüber hinaus sorgte die Spielsitzung für Ärger. In dieser bespricht die Fifa gemeinsam mit Vertretern beider Nationalverbände den Ablauf einer Partie. In diesem Fall strich der Weltverband „bewusst den Abschnitt über die automatische Spielersperre aus ihrer Präsentation“. Dabei war dieses Thema Bestandteil aller entsprechenden Sitzungen vor den vier vorangegangenen Spielen gewesen“, schrieb der RBFA. „Um es klar zu sagen: Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat die RBFA weder eine Entscheidung noch eine Erklärung der Fifa zu dieser Angelegenheit erhalten“, hieß es weiter. Deshalb werde der Verband das Urteil anfechten und unabhängig vom Spielausgang „auch in den kommenden Stunden, Tagen und Monaten für die grundlegenden Prinzipien der Ethik, des fairen Wettbewerbs und die Interessen des Fußballs als Ganzes eintreten.“

Am Sonntag hatte die Fifa die Sperre für US-Stürmer Balogun aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt. Balogun ist damit im Achtelfinale spielberechtigt.

„Mit äußerster Ernsthaftigkeit“: Britischer Abgeordneter fordert Aufhebung der roten Karte gegen englischen Spieler

Der Unterhaus-Abgeordnete Noah Law hat einen Brief an Fifa-Chef Gianni Infantino geschrieben, in dem er die Aussetzung einer Rot-Sperre gegen den englischen Nationalspieler Jarell Quansah bis nach der WM fordert. Zwar glaube er, Quansah habe die rote Karte im Spiel gegen Mexiko zu Recht bekommen. Unter Verweis auf den Fall des US-Spielers Folarin Balogun und dessen äußerst umstrittener Begnadigung müsse der Engländer aber ebenfalls im nächsten Spiel antreten dürfen, sagte der Labour-Parlamentarier des Wahlkreises St Austell and Newquay weiter.

„Ich bin sicher, dass wir keine Situation rechtfertigen können, in der ein Spieler von einer zurückgestellten Suspendierung profitiert, und ein anderer, unter ähnlichen Umständen, nicht.“

Noah Law

In einer Zeit, in der das multilaterale System und die rechtsbasierte internationale Ordnung bedroht seien, beschwöre er Infantino, die Angelegenheit mit äußerster Ernsthaftigkeit zu behandeln.

Kritik aus der EU und Deutschland im Fall Balogun

Die ausgesetzte Rot-Sperre des US-Nationalstürmers Folarin Balogun sorgt auf EU-Ebene für Kritik. „Entscheidungen über sportliche Regeln und sportliche Angelegenheiten obliegen den Sportverbänden, nicht den Politikern“, schrieb der EU-Kommissar für Sport, Glenn Micallef, in den sozialen Netzwerken.

Der Weltverband Fifa hatte die Sperre von Balogun aufgehoben. Damit ist der Stürmer für das Achtelfinale der USA gegen Belgien am Dienstag (2.00 Uhr/MESZ) spielberechtigt. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Chef Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.

EU-Kommissar Micallef schrieb: „Eine Beeinflussung sportlicher Entscheidungen würde die Autonomie des Sports untergraben.“ Als Fan halte er die Entscheidung für falsch. Auch Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein hat mit Unverständnis reagiert. „Schiedsrichter-Entscheidungen sind Sache des Sports. Politik hat auf dem Spielfeld nichts zu suchen“, sagte die CDU-Politikerin der Nachrichtenagentur AFP und betonte: „Die Bundesregierung respektiert die Autonomie des Sports.“

In Belgiens Politik hält die Empörung über die ausgesetzte Sperre an. Außenminister Maxime Prévot sprach bei Politico von einer Entscheidung, die „zweifellos viele Fragen aufwirft“. Das belgische Regierungsmitglied sagte demnach weiter: „Wenn tatsächlich ein Telefonanruf diese unverständliche Entscheidung erklärt, wäre das eine Missachtung der grundlegendsten Regeln des Fußballs und des Sports.“ Ebenso würde der Vorgang die Fähigkeit der Fifa infrage stellen, glaubwürdig Fair Play zu unterstützen.

Ehemaliger DFB-Richter warnt nach Balogun-Urteil

Der langjährige Sportgerichtschef des Deutschen Fußball-Bunds, Hans E. Lorenz, hat den Weltverband Fifa wegen der aufgehobenen Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun scharf kritisiert und vor möglichen Folgen gewarnt. „Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt. Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen“, sagte Lorenz dem Kicker.

Es werde größter Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen, betonte der frühere Vorsitzende des DFB-Sportgerichts zum Urteil des Weltverbands, für den er bis vor vier Wochen noch als Mediator tätig war. Balogun hatte im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die rote Karte gesehen und war für ein Spiel gesperrt worden. Die Fifa setzte die Sperre später für ein Jahr zur Bewährung aus.

Uefa mit heftiger Kritik an der Fifa

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die Fifa in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von der Überschreitung einer „roten Linie“ gesprochen. „Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck“, schrieb die Uefa in einer Stellungnahme zum Fall Balogun: „Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht.“ Der europäische Verband fürchtet fatale Folgen.

„Wenn die Verlässlichkeit der Regeln von ihren Hütern nicht mehr garantiert wird, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit eines Wettbewerbs wird untergraben“, so die Uefa: „Gleichzeitig schafft eine solche Entscheidung einen Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, in dem nun vergleichbare Fälle gleich behandelt werden müssen – zum Schaden des Wettbewerbs.“ Im Schreiben der Uefa wird kein Funktionär zitiert. Dennoch gilt Uefa-Präsident Aleksander Ceferin als Gegenspieler Infantinos.

Belgien legt offenbar Berufung im Fall Balogun ein

Laut einem Bericht von The Athletic hat der belgische Fußballverband (RBFA) Berufung gegen die Entscheidung der Fifa eingelegt, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun für das Achtelfinale USA gegen Belgien aufzuheben. Weniger als 24 Stunden vor Anpfiff der Partie habe die RBFA beim Weltverband um Berufung gebeten, diesem Antrag sei stattgegeben worden: Bis 5 Uhr morgens Ortszeit (14 Uhr deutscher Zeit) an der Westküste sollen

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Der belgische Fußballverband wird seine Berufung gegen die FIFA-Entscheidung fortsetzen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Stunden

Offene Fragen

  • Wie wird die FIFA auf die Berufung Belgiens reagieren?
  • Welche Auswirkungen hat dieser Präzedenzfall auf zukünftige Disziplinarverfahren?
  • Wird die FIFA ihre Unabhängigkeit gegenüber politischem Druck wahren können?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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