Fußball-WM: Frankreich stoppt Marokkos Traum vom Halbfinale
Auf einen Blick
- Frankreich besiegt Marokko im WM-Viertelfinale und zieht zum zweiten Mal ins Halbfinale ein.
- Trotz marokkanischer Überzahl im Stadion und vergebenem Elfmeter von Mbappé dominierte Frankreich das Spiel.
- Mbappé erzielte sein achtes Turniertor.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Frankreich hat Marokko im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft besiegt und ist zum zweiten Mal nach 2018 ins Halbfinale eingezogen. Marokko war die erste afrikanische Mannschaft, die das Viertelfinale erreichte.
Frankreichs Gegner Marokko ist und bleibt die erste afrikanische Mannschaft, die zweimal das Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht hat. Aber es hat an diesem Tag dann doch einiges gefehlt, um auch zum zweiten Mal in ein WM-Halbfinale einzuziehen. Genau wie vor vier Jahren in Katar war Frankreich dann doch eine Nummer zu groß. Zumal diese Franzosen des Jahres 2026 so unaufhaltbar wirken wie kaum eine andere Menschengruppe seit dem Sturm auf die Bastille von 1789.
Sie lagen bei diesem Turnier noch kein einziges Mal zurück. Sie beherrschen den spektakulären Offensivfußball (3:0 gegen Schweden) genauso gut wie die nervenaufreibenden Schlachten (1:0 gegen Paraguay) oder den souveränen Favoritensieg (2:0 gegen Marokko). Sie können das Tempo nach Bedarf beschleunigen, aber auch wieder herausnehmen. Sie sind hinten grundsolide, vorne unheimlich gefährlich, und dazwischen wuselt der Spielmacher Michael Olise. Wenn dieses sportlich recht abwechslungsreiche Turnier ein Leitmotiv hat, dann ist es die Frage: Wer oder was soll diese Franzosen stoppen?
Zwischenantwort: Diese Marokkaner waren es auch nicht.
Die marokkanischen Fans waren klar in der Überzahl im Stadion bei Boston. Die Franzosen wurden ausgepfiffen wie bei einem Auswärtsspiel in Casablanca. Auf dem Rasen übernahmen aber sogleich die Franzosen das Kommando. Ein Schuss von Mbappé, ein Kopfball von Upamecano – Les Bleus, die an diesem Tag die Minzgrünen waren, hätten hier schnell für klare Verhältnisse sorgen können.
Mbappé war – nicht ganz zu Unrecht – schon schwer genervt, als er den Elfmeter endlich ausführen durfte
Sie schnürten Marokko in der eigenen Hälfte ein und pressten mitunter schon am Fünfmeterraum. Aber es kam lange nichts Zählbares dabei heraus. Unmittelbar vor der ersten Werbepause vergab Mbappé dann auch noch diesen Strafstoß – und zwar so kläglich, dass es keinen weltbekannten Elftmeterkiller wie Marokkos Yassine Bounou gebraucht hätte, um den Ball zu halten. Allerdings war der Ausführung auch ein unerträglich langer Video-Check vorausgegangen, obwohl es da eigentlich wenig zu checken gab. Mbappé war – nicht ganz zu Unrecht – schon schwer genervt, als er den Elfmeter endlich ausführen durfte.
Wieder einmal waren es also auch äußere Faktoren, die das Geschehen beeinflussten. Die Franzosen waren in ihrem Achtelfinale nicht nur von Paraguay, sondern auch von einer unterirdischen Schiedsrichterleistung an den Rand des Wahnsinns getrieben worden. Und es zeugte, gelinde gesagt, nicht vom allergrößten Fingerspitzengefühl der Fifa, dieses Viertelfinale mit einem rein argentinischen Schiedsrichtergespann zu besetzen. Denn aus der Perspektive des Titelverteidigers Argentinien wäre ein Turnierbaum ohne Frankreich natürlich schöner gewesen. Bis auf die Sache mit der Wartezeit für Mbappé machte Referee Facundo Tello allerdings keine schwerwiegenden Fehler.
Bei den Franzosen durfte dieses Mal auch Désiré Doué wieder von Beginn an ran, nachdem er im Achtelfinale gegen Paraguay als im Strafraum gefoulter Einwechselspieler einen entscheidenden Anteil am Sieg gehabt hatte. Auch er scheiterte nach 35 Minuten aus bester Position an Bounou. Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf Linksverteidiger Lucas Digne auch noch die Latte.
Marokko blieb vor allem in den ersten 45 Minuten erstaunlich blass und spielte eher wie ein Fußballzwerg als wie ein Grüner-Tisch-Afrikameister. Dass sie auf den verletzten Neu-Münchner Ismael Saibari verzichten mussten, war nicht zu übersehen. Andererseits ist Marokko eine der beiden besten Kontermannschaften des Turniers (neben Frankreich), die Spieler von Didier Deschamps mussten also trotz drückender Überlegenheit immer auf der Hut sein. In der 55. Minute scheiterte Mbappé erneut, diesmal aber nicht aus elf, sondern eher aus sieben Metern. Sein Schuss strich weit übers Tor. Nein, es war noch nicht sein Tag, aber es war ja auch noch ein bisschen Zeit.
Beim zweiten Treffer durfte Ousmane Dembélé ungestört durch Marokkos defensives Mittelfeld spazieren
Fünf Minuten später war es dann endlich so weit. Mbappé schlenzte den Ball von der Strafraumkante ins lange Eck, diesmal unhaltbar für Bounou. Beim zweiten Treffer der Franzosen durfte Ousmane Dembélé dann einmal ungestört durch Marokkos defensives Mittelfeld spazieren. Der 18 Jahre alte Ayyoub Bouaddi, der wieder einmal über den Platz tänzelte wie der junge Beckenbauer und dabei eine Stunde lang alle Räume verdichtete, war kurz zuvor ausgewechselt worden.
Für Mbappé, der in der 77. Minute mit einer offenbar leichten Verletzung ausgewechselt wurde („Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht mir gut“), war es sein achter Turniertreffer und sein zwanzigster im ewigen WM-Ranking. Im Wettrennen mit Messi liegt er damit einmal gleichauf und einmal knapp hinter dem führenden Argentinier. Aber auch da gilt: Es ist ja noch ein bisschen Zeit.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Frankreich wird das WM-Finale erreichen.
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Offene Fragen
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