Google verhandelt mit Marvell über neue KI-Chips
US-Tech-Riese will Abhängigkeit von Broadcom reduzieren und Partnerschaft mit Chipdesigner ausbauen
Auf einen Blick
- Google führt Gespräche mit dem Chipdesigner Marvell Technology über die Entwicklung zweier neuer Chips für effizientere KI-Modellausführung.
- Das berichtet The Information unter Berufung auf informierte Kreise.
- Der mögliche Deal umfasst eine Speicherverarbeitungseinheit als Ergänzung zu Googles Tensor Processing Unit sowie eine neue TPU.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Google entwickelt seit Jahren eigene Tensor Processing Units (TPUs) für KI-Anwendungen. Bisher arbeitet der Konzern hauptsächlich mit Broadcom zusammen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach KI-Chips und zunehmendem Wettbewerb mit Anbietern wie Nvidia versucht Google, seine Lieferantenbasis zu diversifizieren.
Der US-Konzern Google befindet sich in Gesprächen mit dem Chipdesigner Marvell Technology über die Entwicklung zweier neuer Chips, die KI-Modelle effizienter ausführen sollen. Das berichtete am Sonntag das Techportal The Information mit Verweis auf zwei Personen, die mit den Gesprächen direkt vertraut sind.
Dem Bericht zufolge könnte der mögliche Deal zwei unterschiedliche Chips umfassen: eine Speicherverarbeitungseinheit als Ergänzung zu Googles Tensor Processing Unit (TPU) und eine neue TPU zur effizienteren Ausführung von KI-Modellen.
Googles mögliche Kooperation mit Marvell deutet laut dem Finanzportal Finanzen.net auf eine Doppelstrategie hin. Die konzerneigenen TPUs sollen technologisch weiterentwickelt und die Chips stärker als eigenständige Cloud-Produkte positioniert werden. Parallel dazu versuche Google, den Absatz seiner eigenen KI-Hardware über Partnerschaften mit anderen Cloud-Anbietern und Großkunden auszuweiten. Gerade erst wurde bekannt, dass Anthropic im großen Stil Googles TPUs einsetzen will, um auf ihnen seine Claude-Modelle laufen zu lassen.
Bislang arbeitet Google bei der Chipentwicklung vor allem mit dem US-Halbleiterkonzern Broadcom zusammen. Laut The Information strebt die Alphabet-Tochter angesichts der stark steigenden Nachfrage nach ihren Chips aber eine Diversifizierung der Lieferantenbeziehungen zu Broadcom an. Das liegt im Trend. Infolge des zunehmenden Wettbewerbs im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) versuchen Tech-Konzerne wie eben Google oder auch Meta ihre Abhängigkeit von externen Chipherstellern zu verringern und zunehmend eigene Chips zu entwickeln.
Für Marvell wäre eine Zusammenarbeit mit Google hingegen ein weiterer prestigeträchtiger Auftrag. Nach dem Bekanntwerden der Gespräche mit Google legte der Kurs der Marvell-Aktie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters an den Börsen stark zu. Ende März investierte bereits der US-Chip-Konzern Nividia zwei Milliarden US-Dollar in Marvell. Beide Unternehmen gehen zudem eine strategische Partnerschaft ein. Diese soll Kunden, die auf Nvidia-Architekturen aufbauen, die Nutzung der von Marvell entwickelten, kundenspezifischen KI-Chips in Kombination mit Nvidias Netzwerkkomponenten und Prozessoren erleichtern.
Marvell positioniert sich seit einigen Jahren gezielt als Anbieter solch maßgeschneiderter Spezialchips für Hyperscaler. Die Nachfrage nach solchen kundenspezifischen Lösungen wächst rasant, wie das Interesse von Nvidia und nun auch Google zeigt.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Google wird innerhalb der nächsten sechs Monate eine formelle Partnerschaft mit Marvell ankündigen
Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Weitere Tech-Unternehmen werden ähnliche Diversifizierungsstrategien bei Chip-Lieferanten verfolgen
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten
Offene Fragen
- Wann könnte eine offizielle Partnerschaft bekannt gegeben werden?
- Welche genauen Spezifikationen werden die neuen Chips haben?
- Wie wird Broadcom auf die Diversifizierung reagieren?






