Gregor Gysi gibt seiner Partei Mitschuld am Aufstieg der AfD im Osten
Auf einen Blick
- Gregor Gysi sieht seine Partei "Die Linke" mitverantwortlich für den Aufstieg der AfD in Ostdeutschland.
- Er kritisiert, dass sich die Partei nach der Fusion mit der WASG zu sehr auf den Westen konzentrierte und den Osten vernachlässigte.
- Aktuelle Umfragen zeigen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stark.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Gregor Gysi, ein prominenter Politiker der Linken, äußert sich kritisch zur eigenen Partei und deren Rolle im Osten Deutschlands. Die PDS fusionierte 2007 mit der WASG zur Linkspartei.
Der Linken-Politiker Gregor Gysi gibt seiner eigenen Partei eine Mitschuld am Aufstieg der AfD in Ostdeutschland. „Wir Linke haben den Osten vernachlässigt“, sagte der 78-Jährige im Gespräch mit der „Zeit“.
Nach dem Zusammenschluss mit dem Wählerbündnis WASG, das aus Protest gegen die Arbeitsmarktreformen der Schröder-Regierung im Jahr 2005 entstanden war, habe sich die PDS zu stark darauf konzentriert, auch im Westen Deutschlands erfolgreich zu sein. „Meine Partei dachte, jetzt kommt unsere große Stunde in Bayern und NRW! Nur die kam nicht“, resümiert Gysi nun. Im Jahr 2007 waren WASG und PDS zur Linkspartei fusioniert.
Zu Oskar Lafontaine, mit dem Gysi in den Jahren 2005 bis 2009 gemeinsam die Fraktion der Linken im Bundestag anführte, habe er damals immer wieder gesagt: „Wir dürfen die Ostfrage nicht vergessen.“ Vorher sei die PDS die einzige Partei gewesen, die das Thema der Ost-Renten im Bundestag thematisiert habe. Dennoch sei das Thema daraufhin, „eher zweitrangig“ geworden.
In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Eine Umfrage vom Mai sah die AfD mit 36 Prozent vorn, gefolgt von der SPD mit 26 Prozent und deren derzeitigem Koalitionspartner, der Linken, mit 13 Prozent. Die CDU kam auf zehn Prozent. Das BSW könnte mit fünf Prozent erstmals in den Landtag einziehen. Die Grünen würden mit vier Prozent den Wiedereinzug verpassen, ebenso die FDP mit zwei Prozent.
In Sachsen-Anhalt regiert aktuell ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP. In einer Umfrage von Infratest dimap waren die Sozialdemokraten zuletzt auf 7 Prozent gekommen. Die SPD würde damit zwar den Einzug in den Landtag schaffen, läge aber unter ihrem Ergebnis von 2021. Die Umfragewerte der AfD liegt bei um die 40 Prozent.
Offene Fragen
- Wie wird die Linke auf Gysis Kritik reagieren?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Linke, um den Osten wieder stärker zu berücksichtigen?




