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BackHamburg im Wandel: Energiewende, Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt
Hamburg im Wandel: Energiewende, Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt
In Entwicklung
Die Zeit24.06.2026Politik6 dk okumaGermany

Hamburg im Wandel: Energiewende, Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt

Auf einen Blick

  • Hamburg erlebt einen tiefgreifenden Wandel: Das Kohlekraftwerk Wedel wird abgeschaltet, während die Stadt mit der "Hamburg Sustainability Conference" und einer "Nachhaltigkeitswoche" auf erneuerbare Energien und lokale Transformation setzt.
  • Gleichzeitig thematisiert ein Interview mit Sibel Kekilli familiäre Gewalt und Identitätssuche.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Hamburg steht vor einem Wandel, der die Energiewende und Nachhaltigkeit vorantreibt, während gleichzeitig persönliche Geschichten von Gewalt und Identitätssuche beleuchtet werden.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

sind Sie schon mal in eines der Kontorhäuser in der Hamburger Innenstadt gegangen? Einfach so? Im Henneberghaus etwa gibt es viel zu entdecken. Wer das Treppenhaus hinaufsteigt, läuft auf ein Buntglasfenster zu. Es zeigt ein Bild des Hauses kurz nach dem Bau 1907 und daneben ein Bild des Fachwerkhauses, das dafür abgerissen wurde. Darunter steht ein Zitat von Friedrich Schiller: »Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.« Es ist ein optimistischer Blick auf den Wandel.

Im Alltag ist das ja oft chaotischer: Da ist das Alte noch am Stürzen und das Neue blüht noch gar nicht richtig. Das kann man ganz konkret in Hamburg erleben. Um die Energiewende zu schaffen, muss der rot-grüne Senat das Kohlekraftwerk Wedel abschalten. Wedel zählt zu den ältesten Kraftwerken in Deutschland und schadet dem Klima. In einer der ersten Planungen sollte das marode Werk schon 2013 keine Kohle mehr verbrennen, doch es ging einfach weiter. Aktuell soll Wedel zum Jahresende vom Netz gehen.

Gleichzeitig soll neues Leben her, also erneuerbare Energie. Ab Montag findet im Rathaus die Hamburg Sustainability Conference statt. Zwei Tage lang werden sich mehr als 1.000 Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer dazu austauschen, wie sie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen besser mit Leben füllen. Damit wir das Ganze nicht nur als verstopfte Stadt erleben, veranstaltet Hamburg eine eigene Nachhaltigkeitswoche, und die startet am Freitag. Bei mehr als 200 Veranstaltungen geht es um die lokale Transformation, und das Programm schillert: Man kann den Workshop Landwirtschaft im Alten Land besuchen. Oder bei einem Brunch-Talk über die Schulverpflegung in Hamburg streiten. Oder 17 Eisdielen abklappern, die Sonder-Sorten anbieten wie »Rote Würde« oder »Partnerschafts-Crumble«. Das ganze Programm finden Sie hier.

Das Motto der Woche heißt: Wir machen Zukunft. Und zwar gemeinsam. Klingt auch optimistisch. Da wird sich doch wohl ein Buntglasfenster im Rathaus für finden lassen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihre Kristina Läsker

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected].

WAS HEUTE WICHTIG IST

An der Bürgerschaftswahl 2025 haben sich zum ersten Mal mehr Frauen als Männer beteiligt, auch sind erstmals im Senat mehr Frauen als Männer vertreten, das zeigt der 4. Hamburger Gleichstellungsmonitor. Beim Verdienst sei die Realität vieler Frauen weiter von Ungleichheit geprägt: »Für das gleiche Jahreseinkommen arbeiten sie im Durchschnitt neun Wochen länger als Männer.«

Mehr als drei Jahre nach der Corona-Pandemie wartet Hamburg weiter auf die Rückzahlung von Wirtschaftshilfen an Unternehmen und Selbstständige. Ende März habe es etwa 25.000 offene Forderungen über zusammen 300 Millionen Euro gegeben, teilte die Hamburgische Investitions- und Förderbank mit.

Gut drei Wochen nach dem Olympia-Referendum ist das Aus für eine Hamburger Bewerbung nun offiziell. Der Senat stellte das endgültige Ergebnis der Abstimmung vor: Das Nein der Hamburger erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 55,1 Prozent.

Die Temperaturen steigen, doch das heißt nicht automatisch hitzefrei für Hamburgs Schülerinnen und Schüler. Darüber darf jede Schule selbst entscheiden. Unterricht solle stattfinden, »wo immer das möglich ist«, so die Schulbehörde.

Am Sonntag findet der 32. Hamburger Halbmarathon statt. Wegen der Hitzewelle richtet der Veranstalter sieben statt der üblichen drei bis vier Wasserstellen ein. Der Start wird von 9:00 auf 8.30 Uhr vorverlegt.

Hamburgs Spitzenrestaurants Haerlin und The Table Kevin Fehling behaupten ihre drei Michelin-Sterne. Beide werden im neuen, am Dienstagabend vorgestellten Restaurantführer Guide Michelin in der höchsten Kategorie geführt. Das Arc Restaurant in Eimsbüttel darf sich über seinen ersten Stern freuen.

AUS HAMBURG

»In mich wurde viel Gift geschüttet«

Die Schauspielerin Sibel Kekilli erlebte in ihrer Familie jahrelang Gewalt. Hier spricht sie erstmals darüber, was das mit ihrem Leben gemacht hat. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Interview; die Fragen stellte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

DIE ZEIT: Warum ist es Ihnen jetzt, nach so langer Zeit, ein Bedürfnis, über etwas zu sprechen, das buchstäblich und im übertragenen Sinne wehtut: über die Gewalt, die Sie in Ihrer Familie erfahren haben?

Sibel Kekilli: Weil ich erstens es selbst verarbeiten und verstehen musste. Und zweitens achte ich sehr darauf, dass ich in der Öffentlichkeit keine dreckige Wäsche wasche. Ich engagiere mich gegen Gewalt an Frauen, aber mir ist es immer wichtig gewesen, dass es nicht um mich geht, sondern um die anderen Frauen.

ZEIT: Aber es macht doch einen großen Unterschied, ob man aus eigener Erfahrung spricht oder nicht!

Kekilli: Wenn jemand so was nicht erlebt hat und sich trotzdem engagiert, habe ich großen Respekt davor. Aber ich weiß, wie es ist, in vielen Bereichen des Lebens Angst zu haben.

ZEIT: Was ist denn die erste Erinnerung, die Sie persönlich an Gewalt haben?

Kekilli: (überlegt lange) Ich versuche es mal mit einem Gefühl zu beschreiben. Ohne gleich ins Detail zu gehen. Dieses Gefühl ist Angst. Ich erinnere mich, wie ich, als ich drei oder vier war, eines Nachts aufgewacht bin und Schreie hörte. Mein Kinderzimmer lag neben unserem Wohnzimmer. Und dort ist ein junges Mädchen, meine Großcousine, im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte. Sie hat vor Schmerzen geschrien. Die Frauen der Familie standen dabei und sahen zu. Irgendwann haben sie gesagt, so, jetzt reicht’s, jetzt hat sie genug bekommen!

ZEIT: Man kann es sich kaum vorstellen.

Kekilli: Ja, das war sehr patriarchalisch, sehr archaisch. Und auch Teil meiner türkischen Kultur und Tradition, ohne dass ich beides schlechtmachen oder verallgemeinern möchte.

Wie Sibel Kekilli zu ihrer Identität gefunden hat, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+)

SCHON GEHÖRT?

Wie machen Sie Hamburg klimaneutral, Frau Fegebank?

Die Hansestadt Hamburg soll bis 2040 klimaneutral sein, so wollen es die Bürger. Die beiden ZEIT-Redakteure Stefan Schmitt und Petra Pinzler haben kürzlich bei der Langen Nacht der ZEIT Umweltsenatorin Katharina Fegebank gefragt, wie das geht (und ob überhaupt). → Zur Podcastfolge

DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN

Heute wäre Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden. Beiträge zu Bachmann und ihrer Bedeutung finden sich in der ZEIT-Ausgabe #27 (Z+). Das Literaturhaus lädt zu einem Bachmann-Abend ein: Im Mittelpunkt stehen Bachmanns Freundschaften mit Kolleginnen. Seit den 1950er-Jahren stand sie in Kontakt mit Ilse Aichinger und Marie Luise Kaschnitz. Die Bachmann-Expertin Nicole Seifert und die Hamburger Autorin Katharina Hagena sprechen über die Briefwechsel der Schriftstellerinnen; die Schauspielerin Christiane von Poelnitz liest ausgewählte Passagen. Im Anschluss wird Barbara Franks Filmporträt »Ingeborg Bachmann – dichten für die Wahrheit« gezeigt.

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann, 24.6., 19 Uhr; Literaturhaus, Schwanenwik 38; Tickets, auch für den Livestream, gibt es hier

MEINE STADT

HAMBURGER SCHNACK

Elbphilharmonie, großer Saal, Etage 16. Ein Besucher ist offenbar zum ersten Mal dort. »Das ist ja steil hier! Da kann man ja herunterfallen!« Nachbarin (beruhigend): »Aber das macht man nur einmal.«

Gehört von Karin Vorderstemann

Offene Fragen

  • Wann genau wird das Kohlekraftwerk Wedel abgeschaltet?
  • Wie werden die Nachhaltigkeitsziele der UN konkret umgesetzt?
  • Wann wird die Rückzahlung von Wirtschaftshilfen abgeschlossen sein?

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This article was originally published by Die Zeit.

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