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Handelsblatt-Rechner: So finden Sie Ihre Strategie für ein passives Einkommen
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Handelsblatt-Rechner: So finden Sie Ihre Strategie für ein passives Einkommen

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Handelsblatt
Yayıncı
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Von der Rendite des Vermögens leben – das ist der Traum vieler Deutscher.

Das Geld an der Börse für sich arbeiten zu lassen und von den Kapitalerträgen zu leben – das ist der Traum vieler Menschen. „Aus psychologischer Sicht bündelt die Idee eines passiven Einkommens vor allem drei Wünsche“, sagt der selbstständige Psychologe Valentin Haas. „Sicherheit, Freiheit und Entlastung.“

Das Handelsblatt hat einen Rechner entwickelt, mit dem Anlegerinnen und Anleger individuell ausrechnen können, wie realistisch dieser Traum ist. Reicht das angesparte Vermögen, um davon leben zu können? Oder kann es lediglich als Zusatzeinkommen dienen?

Um an der Börse ein klassisches Einkommen zu generieren, gibt es verschiedene Wege. In dem Handelsblatt-Rechner sind fünf berücksichtigt:

Dividendenaktien: Das sind Aktien von Unternehmen, die einen Großteil der Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten.

Ausschüttende Aktien-ETFs: Das sind börsengehandelte Fonds, die aus einem Bündel an Aktien bestehen, die die Dividenden ausschütten.

Anleihe-ETFs: Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen Staaten oder Unternehmen Kapital von Anlegern aufnehmen und im Gegenzug dafür Zinsen zahlen. In Anleihe-ETFs werden viele Anleihen gebündelt.

Geldmarkt-ETFs: Diese Fonds investieren klassischerweise in sehr kurzlaufende Anleihen und bilden damit den Einlagesatz der jeweiligen Notenbank ab.

Reits-ETFs: Reits sind ein Umweg, um in Immobilien zu investieren – es sind spezielle, börsennotierte Immobiliengesellschaften, die steuerliche Vorteile genießen, wenn sie den Großteil ihrer Gewinne ausschütten. In ETFs sind mehrere Reits gebündelt.

Dieser Rechner zeigt nun detailliert an, welches passive Einkommen je nach individueller Situation möglich ist. Eine detaillierte Anleitung gibt es weiter unten.

Anlegerinnen und Anleger wählen zunächst die Summe, die sie investieren können und wollen. Das kann ein Vermögen sein, über das sie bereits jetzt verfügen, oder ein Zielwert für die Zukunft. Der maximale Anlagehorizont sind 20 Jahre.

Anschließend wählen Anleger ihre Strategie. Sie können zwischen drei Varianten wählen, zwei voreingestellten und einer individuellen.

Bei den voreingestellten Varianten handelt es sich einmal um eine vergleichsweise sichere Anlagestrategie, bei der das Risiko von Kursverlusten und ausgefallenen Zinszahlungen und Dividenden gering ist. Dafür sind auch die ausgeschütteten Beträge geringer. Bei der riskanten Strategie sind diese höher, dafür ist das Ausfallrisiko größer.

Verschiedene Strategien zur Auswahl

Bei der individuellen Strategie können Anlegerinnen und Anleger ihr Portfolio dagegen selbst zusammenstellen. Sie können dabei zwischen verschiedenen Einzelaktien, Dividenden-ETFs, Anleihe-ETFs und Geldmarkt-ETFs wählen.

Der Rechner zeigt nun für den gewählten Zeitraum an, wie hoch das passive Einkommen in jedem Jahr ist. Ferner zeigt er an, wie sich die Kurse der einzelnen Depotbestandteile entwickeln, wie sich also der Wert des investierten Vermögens entwickelt.

Methodik

Für die Berechnung werden für jeden Vermögenswert rollierende Zeitreihen gebildet. Das heißt zum Beispiel, für die Berechnung eines 10-jährigen Zeitraums eines ETFs werden für dieses Asset alle historischen Zeitreihen von 20 Jahren Dauer gebildet, von 1955 bis 1965, von 1956 bis 1966 und so weiter. Dabei werden die ausgeschütteten Dividenden wieder reinvestiert. Aus diesen Zeitreihen werden dann Maximum, Minimum und Median generiert und auf zukünftige Entwicklungen hochgerechnet.

Um die finale Dividende zu berechnen, werden die historischen Ausschüttungsquoten der ausgewählten Assets gewichtet und dann auf das zum Ansparen vorhandene Vermögen angewendet. Es handelt sich also nicht um eine pauschale Quote, sondern um historisch tatsächlich angefallene Dividendenquoten, die in der Zukunft realistischerweise ebenfalls anzunehmen sind. Anfallende Steuern sind hier nicht eingerechnet.

Die jährlichen Renditen von Staatsanleihen und ETFs wurden jeweils zum Jahreswechsel erhoben. Die Rendite- und Inflationsdaten stammen von der Weltbank und der LSEG.

Das passive Einkommen und die Kursentwicklung errechnen sich aus den historischen Daten der einzelnen Depotbestandteile. Sie ermöglichen es, eine realitätsnahe Renditeentwicklung und Ausschüttungsquote für die Zukunft zu schätzen. Für die Ausschüttungen wurde ein Durchschnittswert berechnet, beim Depotwert wird zwischen schwachen, durchschnittlichen und starken Marktlagen unterschieden.

Außerdem ist zu beachten: Alle Daten sind um die historischen Inflationsraten bereinigt. Das vom Rechner prognostizierte passive Einkommen entspricht also der heutigen Kaufkraft. Es handelt sich zudem um einen Bruttowert – etwaige Steuern oder Abgaben wurden nicht abgezogen.

Ein konkretes Beispiel mit drei Dividenden-ETFs

Um das an einem konkreten Beispiel zu erklären: Ein Anleger investiert 200.000 Euro in drei Dividenden-ETFs. Den VanEck Developed Markets (35 Prozent), den Vanguard High Dividend (35 Prozent) und den iShares Global Dividend (30 Prozent). Die drei Fonds sind die aktuell größten Dividenden-ETFs.

Das iShares- und das VanEck-Produkt bestehen aus jeweils 100 Aktien, beim Vanguard-ETF sind es mehr als 2000 Aktien. Bei der oben genannten Gewichtung wären Anleger bei der aktuellen Zusammensetzung der ETFs zu knapp 26 Prozent in US-Aktien investiert, zu rund 20 Prozent in Ländern aus der Euro-Zone, zu gut acht Prozent in Großbritannien und zu sieben Prozent in Japan.

Mit dieser Kombination kämen Anleger im ersten Jahr auf eine geschätzte Ausschüttung von 7700 Euro. Unter Schwankungen würde sich dieser Wert in den kommenden Jahren nach oben bewegen und in 20 Jahren schließlich über die Marke von 10.000 Euro jährlich steigen.

Gleichzeitig dürfte auch der Depotwert steigen, wenn man die historische Entwicklung als Maßstab nimmt: Im schlechtesten Fall würden aus den 200.000 Euro nach 20 Jahren knapp 213.000 Euro, im besten Fall 305.000 Euro.

Wer etwa mit 25 plant, allein durch eisernes Sparen und kluges Anlegen mit 50 in den Ruhestand zu gehen, muss sich enorm anstrengen. Michael HuberDeutschlandchef des VZ Vermögenszentrums

Das Beispiel zeigt, wie schwierig es ist, allein von Kapitalerträgen zu leben. Ausschließlich vom eigenen Vermögen zu leben, ist laut Ruhestandsplaner Michael Huber daher meist nur Menschen möglich, die sehr viel Geld geerbt haben, ein Unternehmen gegründet oder eine Erfindung gemacht haben und ihr Werk zu einem guten Preis verkaufen konnten. Als Angestellter wird es hingegen schwer.

„Wer etwa mit 25 plant, allein durch eisernes Sparen und kluges Anlegen mit 50 in den Ruhestand zu gehen, muss sich enorm anstrengen“, sagt der Deutschlandchef des VZ Vermögenszentrums. Das gelte auch für Menschen mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt. Selbst bei einem Startkapital von einer Million Euro würde das passive Einkommen bei der oben gewählten Portfolio-Kombination im ersten Jahr lediglich 38.500 Euro betragen.

Mit der richtigen Kombination sind aber auch höhere Ausschüttungen möglich, wie der Handelsblatt-Rechner zeigt. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren – es gibt 3,7 Trillionen Portfolio-Kombinationen.

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This article was originally published by Handelsblatt.

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