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Heftige koordinierte Angriffe erschüttern Mali
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Spiegel Ausland26.04.2026Welt2 dk okumaGermany

Heftige koordinierte Angriffe erschüttern Mali

Islamistische JNIM-Miliz und Tuareg-Rebellen attackieren Städte und Goldfördergebiete; Verteidigungsminister Camara getötet

Auf einen Blick

  • In Mali kam es zu koordinierten Angriffen durch die JNIM-Miliz und Tuareg-Rebellen, bei denen auch Verteidigungsminister Camara getötet wurde.
  • Die EU und die UN verurteilten die Gewalt, während die Sicherheitslage im Sahel-Staat angespannt bleibt.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Mali befindet sich seit Jahren in einem Bürgerkrieg. Nach dem Abzug der UN-Friedenstruppe Minusma Ende 2023 hat die Militärregierung die Sicherheitskooperation mit Russland intensiviert.

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Der von Bürgerkrieg zerrüttete westafrikanische Staat Mali wird von heftigen Angriffen erschüttert. Am Wochenende attackierte die islamistische JNIM-Miliz zusammen mit Teilen der Tuareg-Gruppe FLA zahlreiche Städte und Orte, vor allem in Goldfördergebieten. Laut Experten- und Medienberichten sind es die heftigsten koordinierten Attacken auf die militärgeführte Regierung des Landes seit Langem.

Noch am Samstagabend hatte das malische Militär von umfangreichen Durchsuchungen in der Hauptstadt Bamako und anderen angegriffenen Städten berichtet und betont, die Lage sei unter Kontrolle. Der Flughafen von Bamako, der am Samstag den Betrieb wegen ausgebrochener Kämpfe in der Umgebung eingestellt hatte, war am Sonntag wieder geöffnet.

Bei dem Angriff in dem Vorort von Bamako »wurden Minister Camara und seine zweite Frau getötet (…)«, berichtete ein Familienmitglied laut Nachrichtenagentur AFP. »Wir haben einen sehr geliebten Menschen verloren, den Verteidigungsminister. Er ist auf dem Feld der Ehre gefallen«, hieß es aus Regierungs- und Armeekreisen.

Die Angriffe setzten sich am Sonntag fort, als in einer Garnisonstadt nahe der malischen Hauptstadt Schüsse fielen, berichtete ein Augenzeuge laut Reuters.

Die Tuareg-Rebellengruppe FLA hatte am Samstag erklärt, sie habe die Stadt Kidal eingenommen. Am Sonntag gab die Gruppe nun jedoch eine »Einigung« mit russischen Streitkräften bekannt, welche die malische Junta unterstützen. Die Einigung sehe vor, dass die malische Armee und ihre russischen Verbündeten vom Afrikakorps ein Lager verlassen könnten, »in dem sie sich seit gestern verschanzt hatten«, sagte ein FLA-Vertreter der AFP.

Das direkt dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte Afrikakorps hat die Aufgabe der einst als Gruppe Wagner bekannten Söldnertruppe übernommen und unterstützt die malischen Streitkräfte im Kampf gegen Dschihadisten. Mali hat die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich abgebrochen und sich Russland angenähert. »Die russische Seite äußert ihre tiefe Besorgnis angesichts der aktuellen Ereignisse«, schrieb das russische Außenministerim im Onlinedienst Telegram.

Die EU verurteilte die »Terroranschläge« in Mali aufs Schärfste, wie es in einer Erklärung der Außenbeauftragten Kaja Kallas hieß. »Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus sowie unser Engagement für Frieden, Sicherheit und Stabilität in Mali und in der gesamten Sahelzone«.

Die Vereinten Nationen forderten angesichts der Attacken eine internationale Reaktion auf Gewalt und Terrorismus in der westafrikanischen Sahelzone. »Der Generalsekretär ist zutiefst besorgt über Berichte über Angriffe an mehreren Orten in Mali. Er verurteilt diese Gewalttaten aufs Schärfste«, schrieb ein Sprecher des Uno-Generalsekretärs António Guterres auf X.

Die Uno-Friedenstruppe Minusma hatte im Dezember 2023 auf Wunsch der Militärregierung in dem westafrikanischen Land Mali nach zehn Jahren verlassen. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren dort im Rahmen der Stabilisierungsmission im Einsatz gewesen.

Die endgültige Zahl der Toten und Verletzten war am Sonntag noch unklar, ebenso wie das Schicksal der umkämpften Stadt Kidal, die die Aufständischen nach eigenen Angaben bei dem Angriff von den Regierungstruppen zurückerobert hatten.

In der Hauptstadt Bamako ist am Samstag eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Sie gelte in der Zeit von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr und könne bei Bedarf verlängert werden, hieß es in einer Anordnung des Bezirksgouverneurs.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen durch die malische Militärregierung

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Weitere internationale diplomatische Stellungnahmen zur Lage im Sahel

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

Offene Fragen

  • Wie hoch ist die genaue Zahl der Opfer?
  • Wer kontrolliert derzeit die Stadt Kidal?
  • Wie wird die malische Regierung auf den Tod des Verteidigungsministers reagieren?

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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