Iran stellt Militäroperationen ein, droht aber mit härteren Attacken
Auf einen Blick
- Iran hat seine Militäroperationen gegen Israel beendet, droht aber mit härteren Attacken, falls Israel seine Angriffe auf den Libanon nicht einstellt.
- Israel kündigte an, seine Angriffe auf Iran einzustellen, will aber im Libanon fortfahren.
- US-Präsident Trump fordert eine sofortige Waffenruhe.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Iran announced the end of its military operations against Israel, but warned of harsher attacks if Israel does not cease its actions in Lebanon. Israel, in turn, stated it would halt attacks on Iran but continue in Lebanon. US President Trump is urging an immediate ceasefire.
Irans Streitkräfte kündigten heute das Ende der Militäroperationen gegen Israel an, warnten jedoch gleichzeitig vor »härteren« Attacken, falls Israel seine Angriffe auf den Libanon nicht einstelle. Ein israelischer Regierungsvertreter wiederum kündigte laut Medienberichten an, Israel werde seine Angriffe auf Iran einstellen. Im Libanon werde man die Angriffe jedoch »mit voller Intensität fortsetzen«. Beides scheint unvereinbar zu sein. »Die nächste Runde der Eskalation könnte damit nur eine Frage der Zeit sein«, schreiben die SPIEGEL-Reporter Juliane von Mittelstaedt und Fritz Schaap.
Hinzu kommt: Appelle zur Einhaltung der Waffenruhe, Drohungen oder Beschimpfungen von US-Präsident Trump wirken kaum noch. Als »total verrückt« soll er Israels Premierminister Benjamin Netanyahu in einem Telefonat Anfang vergangener Woche bezeichnet haben.
Trumps Dilemma bleibt, dass jede Reaktion schlecht ist – lässt er Netanyahu freie Hand, droht eine größere Eskalation, bremst er Israel, stärkt das Iran. Das Kalkül in Teheran scheint zu sein, dass Trump verzweifelt einen Deal will, weil er sich vor steigenden Ölpreisen fürchtet – und er sich die in dieser Woche beginnende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA nicht vom Kriegslärm verderben lassen will.
»Israel und Iran müssen sofort aufhören zu ›schießen‹«, schrieb Trump am Montagmorgen Washingtoner Zeit auf seinem Netzwerk Truth Social. Und: »Beide Seiten, Israel und Iran, wollen eine sofortige Waffenruhe.« Die Verhandlungen befänden sich in der Endphase. Nur »Dummheit« könne sie nun noch scheitern lassen. Das klang »fast schon verzweifelt«, meint Juliane von Mittelstaedt. »Eine Verhandlungslösung dürfte nun noch weiter in die Ferne gerückt sein.«
2. Vulnerable Infrastruktur
Ein nächtlicher Brand in einem Reutlinger Umspannwerk hat in mehr als 20.000 Haushalten in der Region zu Stromausfällen geführt. Das Feuer ist inzwischen gelöscht, noch immer warten allerdings Tausende Kunden auf Strom. Unheimlich bleibt außerdem: Nach Angaben des Netzbetreibers gibt es Anzeichen für eine Brandstiftung. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem sei der Zaun beschädigt worden, sagte ein Sprecher von Netze BW der Nachrichtenagentur dpa. »Es ist unwahrscheinlich, dass es ein technischer Defekt war«, sagt das baden-württembergische Landeskriminalamt dem SPIEGEL. Man ermittle weiter in alle Richtungen.
Die SPIEGEL-Korrespondentin in Baden-Württemberg, Christine Keck, hat sich heute Vormittag persönlich ein Bild von dem Brand im Umspannwerk gemacht. Das, was in Reutlingen passiert ist, »hätte überall in Deutschland passieren können«, glaubt sie. Werke wie das Betroffene sind vulnerabel – außer mit einem Zaun offenbar nicht besonders gesichert gegen Angreifer.
Auch der tagelange Blackout in Berlin Anfang des Jahres ging auf einen Brandanschlag auf die Strominfrastruktur zurück. Zu der Tat bekannte sich eine linksextremistische Gruppierung. Ein Bekennerschreiben im Fall des Stromausfalls in Reutlingen gibt es bislang nicht.
»Bisher gelten Stromumspannwerke nicht als Hochsicherheitsgebiete in Deutschland«, sagt Christine Keck. Gut möglich, dass sich das bald ändert.
Lesen Sie hier mehr: Stromausfall in Reutlingen könnte Brandstiftung gewesen sein
3. Eine Zukunft ohne Hausaufgaben?
Es ist ein Satz, der Eltern mit schulpflichtigen Kindern aufhorchen lassen dürfte: »Hausaufgaben in der bisherigen Form sind nicht mehr sinnvoll.« Gesagt hat ihn ein Politiker, den ich bislang nicht kannte: Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Frühjahr. Armin Himmelrath und Miriam Olbrisch haben ihn interviewt und erfahren, dass Ott im Wahlkampf offenbar auf Bildungspolitik setzt.
Schule müsse sich grundsätzlich verändern, so Ott. »Früher verlangte es einem Siebtklässler einiges ab, als Hausaufgabe einen lateinischen Text zu übersetzen. Heute erledigt eine KI das in wenigen Sekunden.« Es seien inzwischen ganz andere Kompetenzen im Klassenzimmer und im Leben gefragt als früher.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag möchte das Hamburger Schulsystem in NRW einführen und Markus Söder die späten Sommerferien abjagen. Ob das reicht, um im Wahlkampf gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst von der CDU zu bestehen? Die SPD liegt in NRW in aktuellen Umfragen bei 18 Prozent, die CDU bei knapp doppelt so viel.
Auf jeden Fall ist es mal was Neues, Wahlkampf mit Hausaufgaben zu machen. Taktisch klug ist es auch: In NRW können ab der nächsten Landtagswahl 2027 bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben, also auch viele Schülerinnen und Schüler.
Lesen Sie hier das ganze Interview: »Hausaufgaben in der bisherigen Form sind nicht mehr sinnvoll«
Unfreiwillige Wahlkampfhilfe: Im kolumbianischen Präsidentschaftswahlkampf kursieren auf Social Media Bildmontagen, die Shakira, 49, an der Seite des linken Kandidaten Iván Cepeda und seiner Vizekandidatin Aida Quilcué zeigen. Nun hat sich die Sängerin gegen die politische Vereinnahmung gewehrt: »Die Bilder, die im Umlauf sind und mich als Unterstützerin von Präsidentschaftskandidaten zeigen, sind gefälscht«, teilte sie dem Magazin »Billboard« mit. Sie habe niemandem erlaubt, ihre Bilder für Wahlwerbung zu nutzen und unterstütze keinen der Kandidaten, allerdings wünsche sie sich, »dass diese Wahlen transparent und in einem friedlichen Umfeld für alle Kolumbianer ablaufen«. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien kam der rechte Kandidat Abelardo de la Espriella auf rund 43,7 Prozent und Iván Cepeda auf rund 41 Prozent der Stimmen. Die Stichwahl findet am 21. Juni statt. (Lesen Sie hier mehr zum polarisierten Wahlkampf in Kolumbien.)
Pressekonferenzen von Unternehmen haben in der Regel nicht das Zeug zur Abendunterhaltung für die ganze Familie. Wenn allerdings Noch-Apple-Chef Tim Cook um 19 Uhr deutscher Zeit die jährliche Entwicklerkonferenz WWDC eröffnet, werden mein Mann und ich gespannt vor dem TV-Stream sitzen.
Die sogenannten Apple »Keynotes« sind seit Firmengründer Steve Jobs legendär und vergleichbar mit den Shows von Illusionskünstlern in Las Vegas. Seit Corona werden Apple-Events leider nicht mehr live gestreamt. Stattdessen wird der Konzern vermutlich eine vorproduzierte Hochglanz-Präsentation zeigen. Und klar kann man sagen: Das ist doch plumpe Produktwerbung! Andererseits: Was Apple auf Entwicklerkonferenzen wie der WWDC an neuer Software vorstellt, hat nicht selten großen Einfluss auf den Alltag vieler Menschen. Auch wer ohne iPhone, MacBook oder Apple Watch durchs Leben geht, wird früher oder später häufig ähnliche Funktionen oder Spielereien auf seinem Gerät entdecken.
Spannend ist die diesjährige Keynote auch deshalb, weil Apple hohe Erwartungen erfüllen muss, wie mein Kollege Matthias Kremp berichtet (lesen Sie hier seinen WWDC-Vorbericht ). Apple hängt bei der Entwicklung eigener KI-Modelle weit hinterher, konnte das verheißungsvoll angekündigte Update für Sprachassistentin Siri nicht liefern und verkündete jüngst eine KI-Partnerschaft mit Google. »Jetzt muss Apple liefern«, schreibt Matthias. Was genau? Ich bin gespannt.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Herzlich
Ihre Anna Clauß, Autorin der Chefredaktion
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
The next round of escalation between Israel and Iran is a matter of time.
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Security measures for critical infrastructure in Germany will be increased.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Apple will announce significant AI features, possibly through partnerships, to catch up with competitors.
Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Offene Fragen
- Will Israel truly cease attacks on Iran?
- What are Iran's 'harsher' attack plans?
- What is the extent of US influence on de-escalation?
- Will the Reutlingen power station attack be definitively linked to arson?


