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Iran warnt vor Abweichen von Routen in der Straße von Hormus – UN-Evakuierung vorübergehend gestoppt
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Handelsblatt25.06.2026Welt6 dk okumaGermany

Iran warnt vor Abweichen von Routen in der Straße von Hormus – UN-Evakuierung vorübergehend gestoppt

Mehrere Schiffe passieren die Meerenge trotz iranischer Drohungen und Minen; Ölpreise fallen auf Vorkriegs-Tief, während Israel Truppenabzug aus Libanon ablehnt

Auf einen Blick

  • Die iranische Schifffahrtsbehörde warnt Schiffe vor der Nutzung nicht genehmigter Routen in der Straße von Hormus und droht mit Konsequenzen.
  • Die UN hat eine Evakuierungsaktion nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman vorübergehend ausgesetzt.
  • Mehrere Dutzend Schiffe haben die Meerenge dennoch passiert, während die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit Kriegsbeginn fallen.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Seit dem von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieg am 28. Februar sitzen hunderte Schiffe mit tausenden Seeleuten im Persischen Golf fest. Die Straße von Hormus ist zentrale Route für den Öltransport. Gleichzeitig gibt es anhaltende Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon trotz einer vereinbarten Waffenruhe.

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Die vom Iran eingesetzte Schifffahrtsbehörde für den Persischen Golf (PGSA) garantiert Schiffen in der Straße von Hormus abseits der genehmigten Routen keine sichere Durchfahrt. Für die Folgen einer Passage auf nicht freigegebenen Strecken seien die Schiffseigner, Betreiber und Kapitäne verantwortlich, teilt die Behörde auf der Plattform X mit.

Die Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) setzt nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman eine Evakuierungsaktion aus. Man wolle zunächst prüfen, ob die notwendigen Sicherheitsgarantien weiterhin bestehen, teilt IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. Das angegriffene Schiff sei nicht Teil des Evakuierungs-Programms gewesen, heißt es weiter. Mit der am Dienstag gestarteten Initiative sollten hunderte gestrandete Schiffe und tausende Seeleute die Straße von Hormus sicher passieren können.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz lehnt einen Truppenabzug aus dem Libanon trotz Drucks ab. Die Armee werde so lange wie nötig in den Sicherheitszonen des Nachbarlandes, in Syrien und im Gazastreifen bleiben, sagt Katz. Ein Rückzug aus diesen Gebieten komme nicht infrage.

Ein Frachtschiff ist nach Angaben der Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Dadurch sei auf der Brücke des Schiffs ein Schaden entstanden, teilte UKMTO am Donnerstag auf der Plattform X mit. Verletzte seien keine gemeldet worden. Wer für den Angriff vor der Küste des Omans verantwortlich war, wurde nicht mitgeteilt.

Die iranische Revolutionsgarde hatte allerdings zuvor eine Warnung an Frachter in der Straße von Hormus gerichtet. Eine Route durch die Meerenge vor der Küste des Omans, die von der UN-Schifffahrtsbehörde IMO empfohlen wird, sei nicht sicher, teilte die Marine der Garde über die staatliche Nachrichtenagentur Irna mit. Die einzige zugelassene Route durch die Straße von Hormus sei die vom Iran festgelegte. „Der Schiffsverkehr außerhalb dieser Routen ist äußerst gefährlich und untersagt.“ Bei Verstößen werde man einschreiten.

Der Iran ist nach Einschätzung von Experten einer der schlimmsten Folterstaaten der Welt. Folter und Misshandlungen seien systemische Merkmale des iranischen Strafjustiz- und Haftsystems und dienten als Instrumente der Unterdrückung, berichtete die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) mit Sitz in Genf.

Auf dem sogenannten Folterindex erreiche die Islamische Republik die höchste Gefahrenstufe für Beschuldigte, so die Allianz von Nichtregierungsorganisationen bei der Vorlage ihres zweiten Weltreports über diesmal insgesamt 39 Länder.

Verurteilungen könnten im Iran allein auf der Grundlage von Geständnissen erfolgen, hieß es. Dies schaffe starke Anreize für Folter und Misshandlungen, um Geständnisse zu erpressen. Im Iran seien außerdem 2025 mindestens 1639 Menschen hingerichtet worden – eine der höchsten Hinrichtungsraten weltweit.

Im Süden des Libanon ist ein israelischer Soldat getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte das Militär am Donnerstag mit. Dadurch stieg die Zahl der bei Kämpfen zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon und im Norden Israels getöteten Soldaten auf mindestens 37.

Für die Durchfahrt der Straße von Hormus sollen nach Angaben Omans keine Gebühren erhoben werden. „Zukünftige Regelungen mit Blick auf die Straße (von Hormus) beinhalten keine Erhebung irgendwelcher Transitgebühren“, teilte Omans Außenminister Badr al-Busaidi mit. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran habe das Ziel, dort die Freiheit der Schifffahrt und sichere Durchfahrt zu gewährleisten.

Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon werden örtlichen Angaben zufolge zwei Menschen getötet. Demnach sei das Geschoss in ein Auto eingeschlagen, verlautet aus libanesischen Sicherheits- und Sanitätskreisen. Es ist der zweite Tag in Folge mit einem solchen Vorfall. Am Vortag sind bei einem ähnlichen Angriff trotz einer Waffenruhe mindestens zwei Menschen getötet worden, wie libanesische Sicherheits- und Sanitätskreise der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten.

Der Evakuierungsplan der UN-Schifffahrtsorganisation IMO im Persischen Golf läuft. Seit Beginn der Maßnahme am Dienstag haben nach IMO-Daten von Donnerstag 57 Schiffe die Straße von Hormus passiert. An Bord dieser Schiffe seien schätzungsweise 1100 Seeleute, so die International Maritime Organization (IMO). Wegen des Iran-Kriegs saßen sie seit Monaten im Golf fest.

Der IMO-Plan soll insgesamt Hunderten von Schiffen mit rund 11.000 Crew-Mitgliedern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen. Die dänische Containerreederei Maersk teilt mit, zwei ihrer Schiffe hätten die Meerenge in der Nacht sicher durchquert und den Golf verlassen. Dabei handele es sich um die konzerneigene Maersk Baltimore und ein derzeit von Maersk gechartertes Schiff. Ein weiteres Schiff solle zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

US-Außenminister Marco Rubio sichert den arabischen Golf-Staaten zu, dass ihre Interessen bei einem Abkommen mit dem Iran berücksichtigt werden. Zum Abschluss einer dreitägigen Nahost-Reise wirbt Rubio in Bahrain um Unterstützung für die Rahmenvereinbarung der US-Regierung mit der Führung in Teheran. Die Verbündeten der USA in der Region stehen der Vereinbarung skeptisch gegenüber und befürchten eine Stärkung des Iran. Bahrains Außenminister Abdullatif bin Raschid Al-Sajani begrüßt bei dem Treffen Pläne des Oman für einen sicheren Schiffskorridor durch die Straße von Hormus.

Die iranischen Revolutionsgarden bezeichnen eine ohne Abstimmung mit dem Iran angekündigte neue Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus als inakzeptabel und gefährlich. Eine sichere Durchfahrt sei nur auf den vom Iran festgelegten Routen möglich, teilt die Eliteeinheit mit. Zudem sei eine Abstimmung mit der Marine der Revolutionsgarden über Funk zwingend erforderlich. Gegen Schiffe, die sich nicht an diese Vorgaben halten, kündigte die iranische Eliteeinheit Maßnahmen an.

Fünf weitere von Südkorea betriebene Schiffe haben nach Angaben des Schifffahrtsministeriums in Seoul die Straße von Hormus verlassen. Eines der Schiffe sei auf dem Weg nach Südkorea, teilt die Behörde mit. Die Namen der Schiffe werden auf Bitte der Reedereien und Besatzungen nicht genannt. Insgesamt befinden sich den Angaben zufolge noch 13 südkoreanische Schiffe mit 87 Besatzungsmitgliedern in der Meerenge. Südkorea führe Gespräche mit anderen Ländern, um auch diesen Schiffen eine sichere Ausfahrt zu ermöglichen. In den vergangenen 24 Stunden haben US-Angaben zufolge rund 72 Schiffe mit insgesamt etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus bereits passiert. Die Rückkehr zu normalen Öltransporten verzögert sich jedoch laut den USA wegen iranischer Minen in der Meerenge.

Die Ölpreise fallen auf den tiefsten Stand seit der Zeit vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um 4,3 Prozent auf 73,74 Dollar je Barrel und markiert zeitweise mit 73,12 Dollar den tiefsten Wert seit dem 27. Februar, dem Tag vor den US-israelischen Angriffen. Die US-Sorte WTI gibt um 3,9 Prozent auf 70,34 Dollar nach und rutscht zwischenzeitlich erstmals seit dem 2. März unter die Marke von 70 Dollar.

Am Wochenende kamen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz zu Gesprächen zusammen. Bald soll es weitergehen.

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran dürften nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio in der kommenden Woche weitergehen. Nach seinem Kenntnisstand würden die technischen Gespräche am Montag oder Dienstag fortgeführt, sagte Rubio am Flughafen in Kuwait City. Er gehe davon aus, es werde erneut in der Schweiz verhandelt.

In den vergangenen 24 Stunden haben US-Angaben zufolge rund 72 Schiffe mit insgesamt etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus passiert. Die Rückkehr zu normalen Öltransporten verzögere sich jedoch wegen iranischer Minen in der Meerenge, sagt US-Energieminister Chris Wright auf dem Reuters Global Energy Forum in New York. Der Iran werde künftig nicht mehr in der Lage sein, die Straße von Hormus zu blockieren, betont Wright. Selbst ohne ein Abkommen mit dem Iran würden die USA den Ölfluss durch die Meerenge sicherstellen.

Die gesamten US-Rohöllagerbestände einschließlich der strategischen Reserve SPR fallen in der Woche zum 19. Juni um mehr als 15 Millionen Barrel auf 743,3 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Stand seit Oktober 1984, wie aus Daten der US-Energiebehörde EIA hervorgeht. Die Bestände am wichtigen Öllager Cushing im Bundesstaat Oklahoma sinken demnach auf etwa 19 Millionen Barrel und damit auf den tiefsten Wert seit Oktober 2014. Die USA haben angesichts der Sperrung der Straße von Hormus auf die Vorräte zurückgegriffen.

Die internationale Beteiligung an einer militärischen Truppe zur Stabilisierung des Gazastreifens wächst. Aus der von US-Präsident Donald Trump initiierten Steuerungsgruppe „Friedensrat“ (Board of Peace) hieß es, dass vergangene Woche Militärs aus Marokko in Israel eingetroffen seien, um Planungen für künftige Einsätze zu unterstützen. Neben Marokko haben sich auch Länder wie Indonesien oder Albanien bereiterklärt, sich an einer Stabilisierungstruppe für den Gazastreifen zu beteiligen.

Bei einem israelischen Drohnenangriff im Süden des Libanon sind örtlichen Angaben zufolge trotz einer Waffenruhe mindestens zwei Menschen getötet worden. Demnach sei bei der Attacke ein Auto getroffen worden, heißt es aus libanesischen Sicherheits- und Medizinkreisen. Das israelische Militär prüft die Berichte nach eigenen Angaben. Die Armee hatte mitgeteilt, die Luftwaffe habe bei einem anderen Zwischenfall zwei bewaffnete Hisbollah-Kämpfer nahe der von israelischen Truppen kontrollierten Zone im Südlibanon beschossen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen Verbleib israelischer Truppen im Libanon angekündigt. Die USA hätten Israel nicht aufgefordert, sich aus dem Nachbarland zurückzuziehen, sagte Katz. Israel werde dort bleiben, solange die Hisbollah eine Bedrohung für die eigenen Soldaten und die Einwohner im Grenzgebiet darstelle. „Wir ziehen uns nicht zurück, und im Moment gibt es - und das ist ein diplomatischer Erfolg - keine amerikanische Forderung an Israel, sich aus dem Libanon zurückzuziehen“, sagte Katz.

Die Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah wird trotz gemeldeter Verstöße weitgehend eingehalten. Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben zwei Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon an. Die Armee sprach von einer „Bedrohung“, die „beseitigt“ worden sei. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete darüber hinaus, dass israelische Soldaten auf zwei zivile Fahrzeuge nahe der Stadt Nabatija geschossen hätten. Verletzte habe es dabei nicht gegeben. Über der Küstenstadt Tyrus wurden erneut israelische Drohnen gemeldet. Sie lösten bei rückkehrenden Bewohnern Sorge vor erneuten Angriffen aus.

In der US-Hauptstadt Washington gehen unterdessen Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern weiter. Ziel ist dabei vor allem, die Waffenruhe zu festigen. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam betonte in einer Mitteilung seines Büros seine Ablehnung der israelischen Militärpräsenz im Südlibanon. Präsident Joseph Aoun betonte, die Gespräche würden unabhängig von den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran fortgesetzt. Die libanesische Regierung, die nicht Partei ist in dem Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah, will eine dauerhafte und vom Iran unabhängige Einigung mit Israel durchsetzen und den iranischen Einfluss im Land zurückdrängen.

US-Finanzminister Scott Bessent beharrt darauf, dass ein Großteil der freigegebenen iranischen Gelder für den Kauf von US-Lebensmitteln und Medikamenten verwendet werden muss. Das US-Finanzministerium werde eine Vertretung im katarischen Doha einrichten, um den Mittelfluss zu überwachen, sagt Bessent dem Fernsehsender CNBC. Er stützt damit vorherige Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Der Iran hat jedoch US-Vorgaben zur Verwendung der rund zwölf Milliarden Dollar an blockierten Öleinnahmen und Zentralbankreserven zuletzt am Dienstag zurückgewiesen. Das Land beansprucht die alleinige Entscheidungsgewalt. Die Freigabe der Mittel ist Teil eines Rahmenabkommens zur Beendigung des am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs.

US-Präsident Donald Trump zufolge fordert der Iran keine Gebühren für eine Schiffspassage durch die Straße von Hormus. Der Iran habe die USA darüber informiert, dass entgegen anderslautender Berichte keine Zölle, Versicherungskosten oder sonstige Abgaben verlangt oder eingenommen würden, schreibt Trump in einem Social-Media-Beitrag. Sollte sich dies als Falschinformation herausstellen, würden die Verhandlungen sofort beendet, erklärt er weiter.

Unter einem neuen Evakuierungsplan der UN-Schifffahrtsorganisation IMO haben erste Schiffe die Straße von Hormus passiert. Dies teilt die International Maritime Organization (IMO) mit. Einzelheiten zu den betroffenen Schiffen nannte die Behörde der Vereinten Nationen (UN) nicht.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • Die technischen Gespräche zwischen USA und Iran werden in der kommenden Woche in der Schweiz fortgesetzt.

    Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Weitere Schiffe werden die Straße von Hormus im Rahmen des UN-Evakuierungsplans passieren, trotz iranischer Warnungen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen

  • Die Ölpreise bleiben unter Druck, solange die Minengefahr und Unsicherheiten über das Abkommen bestehen.

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen

Offene Fragen

  • Wer war genau für den Angriff auf das Schiff im Golf von Oman verantwortlich?
  • Wie wirken sich die iranischen Minen langfristig auf den Öltransport aus?
  • Wird das Rahmenabkommen zwischen USA und Iran tatsächlich umgesetzt?
  • Wie reagieren die Golfstaaten langfristig auf das US-Iran-Abkommen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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