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Jugendarbeitslosigkeit in der EU: Rückgang, aber weiterhin hohe Zahlen
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Handelsblatt4.6.2026Politik2 Min. LesezeitGermany

Jugendarbeitslosigkeit in der EU: Rückgang, aber weiterhin hohe Zahlen

Auf einen Blick

  • Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist seit 2013 gesunken, liegt aber mit fast 12% immer noch doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Altersgruppen.
  • Länder wie Griechenland, Spanien und Italien kämpfen weiterhin mit Braindrain und Schwierigkeiten beim Berufseinstieg, auch für gut Ausgebildete.

KI-generierte Zusammenfassung

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In Griechenland beispielsweise lag die Arbeitslosenquote für junge Menschen im Mai 2013 bei 62,5 Prozent – das war der höchste jemals in der EU gemessene Wert. Hunderttausende junge, gut ausgebildete Griechinnen und Griechen wanderten aus, um im Ausland Arbeit zu finden – ein Braindrain, unter dessen Folgen das Land bis heute leidet. In anderen von der Euro-Krise stark betroffenen Ländern wie Spanien oder Italien sah es nicht viel besser aus.

Mit dem Ende der Schulden- und Coronakrise und der allgemeinen Konjunkturerholung ist auch die Jugendarbeitslosigkeit zurückgegangen. Lag die Quote bei den 15- bis 29-Jährigen im Jahr 2013 im EU-Durchschnitt noch bei fast 20 Prozent, so ist sie auf unter zwölf Prozent gesunken. Das bedeutet aber, dass immer noch etwa 4,7 Millionen Menschen in der Altersgruppe arbeitslos sind. Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen liegt immer noch rund doppelt so hoch wie über alle Altersgruppen hinweg.

Zwischenzeitlich war die Quote auf 16 Prozent abgesunken – auch dank Maßnahmen der Regierung. So wurden unter Präsident Emmanuel Macron mehr Mittel freigemacht, um Unternehmen zu unterstützen, die duale Ausbildungen für junge Leute anbieten. Oft handelt es sich dabei um kurze, zweijährige Ausbildungen nach der Schule. In den letzten zwei Jahren hat der Staat allerdings die Mittel für diese „Alternance“ genannten Ausbildungen wieder zurückgefahren, weil Frankreich Schulden abbauen muss.

Waren früher von der Arbeitslosigkeit vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund betroffen, trifft es seit zwei Jahren zunehmend auch gut Ausgebildete. In vielen Unternehmen herrscht durch die geopolitischen Krisen, aber auch die politische Unsicherheit um Frankreichs Haushalt ein Einstellungsstopp. Vor allem der Einstieg in den ersten Job ist kompliziert. Wie in vielen anderen Ländern wird KI dafür verantwortlich gemacht – aber nicht nur.

Eine Ende 2025 veröffentlichte Studie des Führungskräfteverbands Apec beleuchtete das Problem von jungen Diplomierten nach fünf Jahren Studium. Die Zahl der Ersteinstellungen dieser Personengruppe ging 2024 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent zurück, 2025 waren es noch mal 16 Prozent.

Der Rückgang gehe zum großen Teil auf einen Einbruch der Investitionen der Unternehmen zurück, heißt es in der Studie. Selbst Ingenieure oder Absolventen von Wirtschaftshochschulen, die lange mühelos einen Job fanden, haben heute Probleme. 84 Prozent der jungen Hochschulabsolventen finden laut Apec die Suche nach der ersten Anstellung kompliziert.

Neben diesem Programm hat vor allem die insgesamt gute Lage auf dem italienischen Arbeitsmarkt dazu beigetragen, dass die Jugendarbeitslosigkeit heute so niedrig ist: So liegt die Arbeitslosigkeit in Italien heute bei rund 5,1 Prozent und damit ebenfalls auf einem historischen Tiefpunkt. Gleichzeitig gibt es einen konstanten Braindrain von gut ausgebildeten jungen Italienern, die es ins EU-Ausland zieht, weil sie sich dort bessere Karrierechancen ausrechnen.

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This article was originally published by Handelsblatt.

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