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Kanadischer KI-Anbieter Cohere übernimmt deutsches Unternehmen Aleph Alpha
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Heise Online24.04.2026Technik2 dk okumaGermany

Kanadischer KI-Anbieter Cohere übernimmt deutsches Unternehmen Aleph Alpha

Fusion soll strategisches Gegengewicht zu US-amerikanischen und chinesischen KI-Anbietern schaffen – Bundesdigitalminister Wildberger spricht von „globalem KI-Champion"

Auf einen Blick

  • Der kanadische KI-Anbieter Cohere übernimmt das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg.
  • Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und sein kanadischer Amtskollege Evan Solomon begrüßten die Fusion als Entstehung eines „globalen KI-Champions", der als strategisches Gegengewicht zu US-amerikanischen und chinesischen Anbietern dienen soll.
  • Die Schwarz-Gruppe (Lidl-Kaufland) ist als Anteilseigner beteiligt und investiert eine halbe Milliarde Euro.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Aleph Alpha galt als deutsche KI-Großhoffnung, konnte aber mit den großen US-Anbietern nicht konkurrieren. Die Übernahme durch den kanadischen Konkurrenten Cohere bietet einen Ausweg. Die Schwarz-Gruppe ist bereits seit Längerem an Aleph Alpha beteiligt und investiert massiv in digitale Souveränität.

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„Kanada ist mehr als ein Partner, Kanada ist ein Freund", sagt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und freut sich offenkundig, dass er an diesem Freitagmorgen großes Verkünden darf: Der kanadische KI-Anbieter Cohere und die einstige deutsche KI-Großhoffnung Aleph Alpha arbeiten nicht nur eng zusammen, sie werden zu einem Unternehmen.

Im Zuge der bereits erwarteten Transaktion wird Aleph Alpha ein Teil von Cohere. „Es wird ein globaler KI-Champion entstehen, der exzellente Forschung und Entwicklung aus Heidelberg und Toronto gemeinsam wettbewerbsfähig und global skalierbar macht“, sagt der deutsche Digitalminister.

Die gemeinsame Firma soll als strategisches Gegengewicht zu anderen Anbietern insbesondere für Regierungen, kritische Infrastrukturen und Unternehmen die politisch gewünschte, technologisch aber bislang selten mögliche Unabhängigkeit bei der KI-Nutzung ermöglichen.

In die Hoffnung auf den „riesigen Markt für vertrauenswürdige KI-Anwendungen“ stimmt auch Wildbergers kanadischer Amtskollege Evan Solomon ein. Kanada, das traditionell besonders eng mit dem großen Nachbarn USA verbunden ist, sucht nach neuen Verbündeten in der Welt – und zwar echten, betont Solomon: „Wir wollen Zugang zu Märkten, in denen unsere Werte geteilt werden.“

Ende Mai will die EU eine Gesetzesinitiative für europäische Cloud- und KI-Fähigkeiten auf den Weg bringen: den Cloud and AI Development Act (CADA). Darin könnten auch Vorgaben enthalten sein, welche Kriterien Cloud- und KI-Anbieter erfüllen müssen, um bei kritischen Dienstleistungen oder in der europäischen Verwaltung mitspielen zu dürfen.

Kanada macht das schon vor: „Wir kümmern uns um unsere Champions“, sagt der kanadische Digitalminister – etwa mit Aufträgen von staatlichen Stellen. Nur ist der EU-Markt ungleich größer als der kanadische. Für Cohere öffnet sich mit Aleph Alpha der Zugang zu einem attraktiven Markt.

Cohere-Chef Aidan Gomez sieht auch darüber hinaus Vorteile in der Fusion: Aleph Alpha bringe viel Erfahrung mit Small Language Models (SLMs) mit, habe viel mehr Erfahrung mit europäischen natürlichen Sprachen. Und auch der Zugang zu europäischen Behörden spiele eine Rolle, erklärt Gomez.

Ohne Schwarz Digits, der zur Lidl-Kaufland-Gruppe gehörenden IT-Souveränitätshoffnung der Bundesrepublik und Anteilseigner von Aleph Alpha, wäre dieser Deal wohl nicht zustandegekommen. Schwarz bringe sich mit Rechenkapazitäten und den Diensten der hauseigenen Cloud Stackit sowie im Forschungsbereich ein, erklärt Geschäftsführer Rolf Schumann – und investiere eine halbe Milliarde Euro.

Nicht ohne Eigeninteresse: je unabhängiger von den großen chinesischen und US-Hyperscalern und KI-Anbietern, umso besser für das Geschäft. Schwarz verspricht souveräne Lösungen für europäische Unternehmen und stellt diese auch für den eigenen Handelskonzern bereit. „Spezialisierte Modelle für das Domänenwissen“, etwa in der deutschen Industrie, gibt Schumann als Ziel aus. Sprich: Der deutsche Maschinenbauer soll seine Daten und Prozesse lieber mit Cohere als mit OpenAI analysieren lassen.

„Um KI auch im industriellen Bereich zum Erfolg zu führen, brauchen sie Domänenwissen, brauchen Sie Champions“, sekundiert Wildberger. Und so ein Champion soll nach der Übernahme der Heidelberger Hoffnung auch das gemeinsame Unternehmen werden – ein Unternehmen, in dem die Kanadier klar das Sagen haben werden.

Doch Aleph Alpha solle als Teil von Cohere personell wachsen, verspricht Gomez. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Toronto. Dennoch sei sichergestellt, dass die europäischen Souveränitätswünsche auch in Zukunft berücksichtigt würden, versichern die Beteiligten. Bisher gibt es dafür aber noch keine standardisierten Regeln.

Eine „deutsch-kanadische Staatsbürgerschaft“ habe das Unternehmen, schmunzelt Digitalminister Karsten Wildberger in die Mikrofone in Berlin. Für Kanada geht es dabei um einen der wichtigsten Märkte für seine Unternehmen – für die EU-Staaten darum, überhaupt gleichgesinnte und vergleichbar fähige Staaten auf der Welt von einer Kooperation zu überzeugen.

Worauf zu achten ist

KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten

  • EU wird Cloud and AI Development Act (CADA) bis Ende 2026 verabschieden

    Wahrscheinlich · Innerhalb von Monaten

  • Weitere Übernahmen europäischer KI-Startups durch ausländische Partner werden folgen

    Möglich · Innerhalb von Monaten

Offene Fragen

  • Wie genau werden die europäischen Souveränitätswünsche in Zukunft sichergestellt?
  • Welche konkreten Vorgaben wird der Cloud and AI Development Act (CADA) enthalten?
  • Wie viele Arbeitsplätze werden bei Aleph Alpha durch die Übernahme entstehen?

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This article was originally published by Heise Online.

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