Kiew nach Luftangriff: Mindestens ein Toter, 40 Gebäude beschädigt
Auf einen Blick
- Nach Warnungen vor einem russischen Angriff wurde Kiew von heftigen Explosionen erschüttert.
- Mindestens ein Mensch starb, rund 20 wurden verletzt.
- 40 Gebäude, darunter Hochhäuser und eine Schule, wurden beschädigt.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Nach Warnungen vor einem russischen Angriff mit der neuartigen Oreschnik-Rakete wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew von heftigem Beschuss erschüttert. Zuvor hatte Präsident Putin Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff angedroht.
Kurz nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem schweren russischen Luftangriff ist die Hauptstadt Kiew von heftigem Beschuss erschüttert worden.
Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, ereigneten sich in der Nacht zu Sonntag nach der Ausrufung eines Luftalarms durch die Behörden heftige Explosionen.
Die ukrainische Hauptstadt sei „das Ziel eines massiven Angriffs mit ballistischen Raketen“, erklärte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. „Weitere Angriffe sind möglich. Bleiben Sie in den Schutzräumen“, rief er die Bevölkerung auf.
Später sprach er von insgesamt 40 beschädigten Gebäuden. Es gebe mindestens einen Toten und rund 20 Verletzte zu beklagen, schrieb er auf Telegram.
Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete ebenfalls von zahlreichen betroffenen Gebäuden, darunter auch Hochhäuser und mindestens eine Schule. Er forderte die Bewohner der Millionenstadt in den frühen Morgenstunden auf, weiter in ihren Schutzräumen zu bleiben.
Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.
Hinweise auf möglichen Großangriff
Staatschef Selenskyj hatte am Samstagabend erklärt, den ukrainischen Geheimdiensten lägen Daten unter anderem von Partnern in Europa und den USA vor, wonach Russland einen Angriff mit seiner neuartigen Oreschnik-Rakete vorbereite. Auch die US-Botschaft in Kiew warnte, ihr vorliegenden Informationen zufolge könne „jederzeit innerhalb der kommenden 24 Stunden“ ein „möglicherweise bedeutsamer Luftangriff erfolgen“.
Die russische Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und Ziele in 3000 bis 5500 Kilometer Entfernung erreichen kann. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin ist es selbst für moderne Luftabwehrsysteme „unmöglich“, die Rakete abzufangen.
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte ukrainische Region Luhansk in der Nacht zum Freitag hatte Putin Kiew mit Vergeltung gedroht. Bei dem Angriff wurde nach russischen Angaben eine Fachhochschule samt Studentenwohnheim in der Stadt Starobilsk getroffen, 18 Menschen kamen demnach ums Leben. Kiew bestreitet einen gezielten Angriff auf Zivilisten und erklärte, Ziel sei eine Drohneneinheit der russischen Armee in der Region Starobilsk gewesen.
Offene Fragen
- Wie hoch ist die genaue Zahl der Opfer?
- Welche Schäden sind an kritischer Infrastruktur entstanden?
- Wie wird die Ukraine auf den Angriff reagieren?
- Welche Rolle spielen NATO-Partner bei der Abwehr weiterer Angriffe?

