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Kritik an den Piusbrüdern: Keine Einheit um jeden Preis
NACHRICHT
FAZ1.7.2026Religion1 Min. LesezeitGermany

Kritik an den Piusbrüdern: Keine Einheit um jeden Preis

Auf einen Blick

  • Der Artikel kritisiert die Piusbrüder scharf für ihre Haltung und die unerlaubte Bischofsweihe.
  • Er argumentiert, dass die Einheit der katholischen Kirche nicht um jeden Preis erkauft werden dürfe und die Bruderschaft den Bogen überspannt habe.

KI-generierte Zusammenfassung

Warum es wichtig ist

Die Piusbrüder lösten durch unerlaubte Bischofsweihen die Exkommunikation aus und lehnen wesentliche Entwicklungen der katholischen Kirche seit 1958 ab. Annäherungsversuche des Vatikans scheiterten an ihrer Forderung nach einer "großen Bühne".

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Irgendwann muss Schluss sein. Auch in der katholischen Kirche. Die Piusbrüder haben die Päpste, den Vatikan und alle übrigen Katholiken lange genug zum Narren gehalten. Mit der unerlaubten Weihe von vier Bischöfen haben sie selbst den katholischen Bogen überspannt. Die Exkommunikation der betroffenen Bischöfe, die nach dem Kirchenrecht in einem solchen Fall automatisch eintritt, muss daher niemand bedauern.

Die Piusbrüder sind nicht die letzten Gralshüter des wahren Katholizismus, als die sie sich gebärden. Sie sind auch keine Märtyrer, die einer vom modernen Zeitgeist korrumpierten Kirchenleitung zum Opfer gefallen sind. Und sie sind auch nicht nur puristische Ästheten mit einem Faible für Priester in Brüsseler Spitzen und das Lateinische. Wer nur das will, muss nicht mit dem Vatikan brechen. Dafür gibt es eine papsttreue Alternative.

Keine Einheit um jeden Preis

Die Piusbrüder lehnen im Prinzip alle wesentlichen Entwicklungen in der katholischen Kirche seit dem Tod von Papst Pius XII. im Jahr 1958 ab. Das ist nur noch eine Karikatur von echter Treue zur Tradition. Die ist auch und gerade in der katholischen Kirche immer als etwas Lebendiges verstanden worden.

Seit der ersten Exkommunikation ihrer Bischöfe im Jahr 1988 sind die Päpste den Piusbrüdern weit entgegengekommen. So weit, dass manchem Kirchenmann und Theologen schon mulmig wurde. Aber es war den Versuch wert. Die Einheit der Kirche ist ein hohes Gut. Sie darf jedoch nicht um jeden Preis erkauft werden. Man kann der katholischen Kirche wahrlich nicht vorwerfen, sie habe kein großes Herz, wenn es um ihren rechten Rand geht. Da gibt es viel Platz für Splittergruppen, für schräge Vögel und Gläubige mit fundamentalistischen Tendenzen. Und womöglich hätte sich auch für die Piusbrüder noch eine Nische finden lassen.

Aber mit einer Nische mochten sich die Mitglieder der von Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft eben nicht zufriedengeben. Es musste immer die große Bühne sein. Sie provozierten den Vatikan immer wieder. Die penetrante Selbstherrlichkeit, mit der die Piusbrüder auftreten und die Kirche belehren wollen, was katholisch ist, hat einen Modus Vivendi unmöglich gemacht.

Offene Fragen

  • Wie wird der Vatikan auf die anhaltende Provokation reagieren?
  • Welche Auswirkungen hat die Haltung der Piusbrüder auf andere traditionalistische Gruppen?

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This article was originally published by FAZ.

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