Kyjiw bestellt Israels Botschafter wegen Vorwürfen zu Getreide aus besetzten Gebieten ein
Die Ukraine wirft Israel vor, gestohlenes Getreide aus russisch besetzten Gebieten zu importieren; Israel weist die Anschuldigungen nicht zurück, fordert aber Belege.
Auf einen Blick
- Die Ukraine hat Israels Botschafter einbestellt und Israel vorgeworfen, Getreide aus russisch besetzten ukrainischen Gebieten anzunehmen.
- Israels Außenminister entgegnete, Behauptungen seien keine Beweise, der Fall werde geprüft.
KI-generierte Zusammenfassung
Das ukrainische Außenministerium in Kyjiw hat den israelischen Botschafter Michael Brodsky einbestellt. Hintergrund ist der Vorwurf, Getreide aus russisch besetzten Gebieten der Ukraine zu beziehen.
"Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel bergen das Potenzial, beiden Ländern zugutezukommen, und Russlands illegaler Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide sollte diese nicht untergraben", schrieb Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X.
Es sei trotz ukrainischer Warnungen bereits ein zweites Schiff mit "gestohlenen Waren" im israelischen Hafen Haifa eingetroffen. "Wir warnen Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und damit unseren Beziehungen zu schaden", fügte Sybiha hinzu.
Die israelische Zeitung "Haaretz" hatte zuvor berichtet, ein mit Getreide beladenes Schiff warte auf die Genehmigung, in Haifa anzulegen. Laut der Zeitung sollen in diesem Jahr bereits vier Getreidelieferungen aus den russisch besetzten Gebieten in Israel gelöscht worden sein.
Israel reagierte umgehend auf die Vorwürfe. "Behauptungen sind keine Beweise", schrieb Außenminister Gideon Saar ebenfalls auf X. Er mahnte an, dass diplomatische Beziehungen nicht in sozialen Netzwerken oder Medien geführt würden. "Sie haben nicht einmal ein Rechtshilfeersuchen gestellt", schrieb er. Die Angelegenheit werde von den israelischen Behörden überprüft.
Fast ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets ist seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und dem Einmarsch von 2022 unter Kontrolle Moskaus. Die Ukraine betrachtet den Handel mit Gütern aus den besetzten Gebieten als illegal. Israels Beziehungen zu Russland sind überwiegend pragmatisch, vor allem im Kontext der russischen Präsenz in Nahost. Für Spannungen sorgt jedoch Moskaus Nähe zu Israels Erzfeind Iran und dessen Verbündeten.





