Märkte im Fokus: KI-Hype, Iran-Verhandlungen und DAX-Rotation
Auf einen Blick
- Die Börsen zeigen gemischte Signale: KI-Hoffnungen treiben Kurse, während Unsicherheit über Iran-Gespräche und die EZB-Zinspolitik bestehen.
- DAX-Rotation und Rechtsstreitigkeiten belasten Einzelwerte.
KI-generierte Zusammenfassung
Während die Märkte weiter im Unklaren über den Stand der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bleiben, treibt auf der anderen Seite immer wieder die Fantasie rund um die geschäftlichen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz die Kurse.
Zunächst hatte heute der DAX dank der Rekordjagd in New York über ein Prozent an Wert gewonnen. Da die Begeisterung an der Wall Street aber zunächst erlahmte, bröckelten die Kurse hierzulande - und der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 25.124 Punkte aus dem Handel.
Neue Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, man stehe kurz vor einer Einigung mit Teheran, verfangen an der Börse nicht mehr. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. "Wir wissen nicht wirklich, woran wir sind", sagte Thomas Martin von der US-Vermögensverwaltung GLOBALT.
Nach den heute veröffentlichten Preisdaten aus der Eurozone, wonach im Mai die Inflation bei 3,2 Prozent lag, gibt es nur noch wenig Zweifel daran, dass die Europäische Zentralbank in der nächsten Woche den Leitzins erhöht. Das scheint aber schon weitgehend in den Kursen eingepreist zu sein.
Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung zogen die Ölpreise im Verlauf wieder an. Am frühen Abend kostet Rohöl der Nordseesorte Brent wieder über 95 Dollar pro Barrel.
Der ADAC kritisierte erneut, dass Preiserhöhungen von den Mineralölkonzernen immer sofort, Preissenkungen hingegen nur mit Verzögerungen und oft auch nur teilweise weitergegeben würden.
Der KI-Hype wird durch einen weiteren möglichen spektakulären Börsengang in den USA angetrieben: Die KI-Firma Anthropic, der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, strebt eine Notierung am Aktienmarkt an. Die Aktienplatzierung wurde zunächst aber vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte.
Damit bleiben nähere Informationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden. Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden.
Obwohl das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank-Anteile als nicht sonderlich attraktiv gilt, konnte die italienische Großbank ihren Anteil an der Commerzbank auf 34,4 Prozent erhöhen. Die Bank erhält die Aktien erst nach Ablauf der Angebotsfrist am 16. Juni. Indem die UniCredit mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot die 30-Prozent-Schwelle überschreitet, vermeidet sie, ein deutlich teureres Pflichtangebot für alle Commerzbank-Aktien abgeben zu müssen.
Die Aktie von Rheinmetall konnte ihren Tagesverlust am Nachmittag deutlich verringern. Sie profitierte von einem Rekordauftrag aus Rumänien. Der Nato-Staat hat bei dem DAX-Konzern das größte Auftragspaket seiner jüngeren Geschichte bestellt. Die Aufträge für Gefechtsfahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Munition und Munitionskomponenten sowie vier Marineschiffe belaufen sich auf einen Gesamtwert von 5,7 Milliarden Euro.
Auffallend schwach präsentierte sich erneut die Bayer-Aktie. Ein geplanter Sammelvergleich im Glyphosat-Rechtsstreit über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium vorläufig an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen. Beobachter sehen in Kalifornien geringere Chancen für Bayer. Das Unternehmen will gegen die vorläufige Anordnung Einspruch einlegen.
Während das juristische Tauziehen um den Gerichtsstand für neue Unsicherheit sorgt, ruhen die Hoffnungen von Bayer auf dem Obersten Gerichtshof der USA. Eine Entscheidung des Supreme Court im Glyphosat-Streit wird bis Ende Juni erwartet. Ein Urteil zugunsten der Leverkusener könnte für den Konzern einen Befreiungsschlag in der jahrelangen Klagewelle um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters bedeuten.
Die vierteljährliche DAX-Überprüfung wirft bereits ihre Schatten voraus. Viele Fondsgesellschaften, die ihre Produkte an dem Index ausrichten, kaufen oder verkaufen bereits im Vorfeld Papiere der gehandelten Index-Kandidaten.
Die besten Chancen für einen Einzug in die erste Börsenliga haben Papiere der Lufthansa und des Baukonzerns Hochtief. Wackelig könnte es für den Online-Mode-Händler Zalando und die Automobil-Holding Porsche SE werden. Die Deutsche Börse, die die Zusammensetzung der 40 wichtigsten deutschen Aktientitel vierteljährlich überprüft, wird die Entscheidung morgen Abend bekannt geben.






