Mercedes-Benz unveils electric AMG GT Coupé with 1196 hp
Auf einen Blick
- Mercedes-Benz presented its new all-electric AMG GT four-door coupé in Los Angeles, boasting 1196 hp and a range of over 700 km.
- Despite market skepticism towards electric sports cars, Mercedes-Benz aims to excite traditional "petrolheads" with performance and simulated V8 sound.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Mercedes-Benz has launched a new all-electric AMG GT four-door coupé, aiming to capture the high-performance sports car market. This move comes as many competitors are scaling back their EV ambitions, particularly in the sports car segment, due to uncertain demand and economic challenges. The company is betting on its new electric architecture and the emotional appeal of performance EVs to attract traditional "petrolheads."
1196 PS, 700 Kilometer Reichweite: Mercedes stellt in Los Angeles einen reinen Elektro-Sportwagen vor – während Konkurrenten derlei Vorhaben kappen. Kann der Plan des Dax-Konzerns aufgehen? Michael Scheppe, Felix Holtermann 20.05.2026 - 05:34 Uhr Artikel anhören
Neuer AMG-Sportwagen: Drei Elektromotoren für eine schnelle Beschleunigung. Foto: Mercedes-Benz AG
Los Angeles, Düsseldorf. Eine abgesperrte Straßenbrücke in Los Angeles. 600 Influencer, Analysten, Journalisten stehen in der Abendsonne und warten auf den Star. Dann ein ohrenbetäubendes Heulen, Flammenfontänen und schließlich das giftgrüne Auto: der AMG GT Viertürer-Coupé – in vollelektrischer Ausführung, aber mindestens so laut wie seine Verbrennerkollegen.
Ola Källenius ist sichtlich stolz: „Denken Sie, so etwas ginge in Stuttgart? Dass die Stadt uns eine Autobahnbrücke absperren lässt?“, sagt der Mercedes-Benz-Chef. Aber es gehe schließlich um ein ganz besonderes Auto: die Zukunftshoffnung von AMG.
Der Sportwagen dröhnt auf Wunsch wie ein Verbrenner mit acht Zylindern, imitiert Hoch- und Runterschalten, ist aber der erste elektrische Sportwagen der Tuning-Tochter des schwäbischen Autoherstellers. Die Hoffnungen der Managements sind entsprechend groß.
„Nicht nur das Team, auch ich persönlich haben viel Arbeit, viel Zeit, viel Leidenschaft in dieses Produkt gesteckt“, so AMG-Chef und Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wenn man sein Baby das erste Mal der Welt zeigen kann – das macht wirklich stolz.“
Ziel sei, auch bisher skeptische Kunden für die Elektromobilität zu begeistern. Der AMG-Absatz soll von rund 140.000 Fahrzeugen im Jahr 2024 auf rund 200.000 Einheiten bis 2030 steigen. „Dafür sind über 27 neue Modelle in den nächsten drei Jahren geplant, und der neue GT ist eines davon.“
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In dem Coupé sind insgesamt drei Elektromotoren verbaut, die zusammen 1196 PS leisten und das Fahrzeug in 2,1 Sekunden auf 100 km/h bringen. Dank einer 800-Volt-Batterie mit gekühlten Rundzellen und 600-Kilowatt-Ladeleistung hat der Wagen eine Reichweite von deutlich über 700 Kilometern. In nur zehn Minuten soll sich Strom für mehr als 460 Kilometer nachladen lassen.
Mercedes geht eine gewagte Wette ein. Bislang haben sich Sportwagen-Enthusiasten, „Petrolheads“ genannt, markenübergreifend nur selten von Stromern überzeugen lassen. Selbst in Konzernkreisen ist man nicht sicher, ob der neue AMG ein Verkaufserfolg wird. Doch man wolle im gesamten Portfolio ein elektrifiziertes Angebot haben, heißt es.
„Die Nachfrage nach Elektrosportwagen ist deutlich geringer als noch vor wenigen Jahren erwartet“, sagt Patrick Hummel, Autoanalyst bei der Schweizer Großbank UBS. So verkaufte sich Porsches elektrischer Sportwagen Taycan vergangenes Jahr keine 14.000 Mal. Zu besten Zeiten waren es immerhin 30.000 Einheiten jährlich, zeigen Daten des Marktforschers Marklines. Vom bekanntesten Verbrennermodell, dem 911, wurden hingegen zuletzt mehr als 40.000 ausgeliefert.
Mercedes-Rivalen stoppen Elektroprojekte
Viele Autobauer haben jüngst ihre Elektroziele zurückgefahren – vor allem im Sportwagensegment. Porsche will länger am Verbrenner festhalten und hat seine geplante Elektroplattform gestoppt. Das führte zu Belastungen von mehr als drei Milliarden Euro. Porsche-Chef Michael Leiters erwägt, die geplanten Elektroversionen der Modelle Boxster und Cayman zu streichen.
Die italienische Audi-Tochter Lamborghini hat vor wenigen Monaten ihre Pläne zum Bau eines reinen Elektroautos gekappt. Für das „emotionale Erlebnis“ eines Sportwagens sei ein Verbrennungsmotor unerlässlich, sagte Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann. Die milliardenschwere Entwicklung sei wirtschaftlich nicht verantwortbar. Der britische Sportwagenbauer McLaren hat bislang erst gar keine Pläne für einen Stromer publik gemacht. Immerhin: Ferrari will bald den Elektrosportwagen Luce vorstellen.
Blick ins Cockpit: Andere Hersteller streichen geplante Elektrosportwagen. Foto: Mercedes-Benz AG
Bei AMG-Chef Schiebe ist es heute schon so weit. „Wir wollen mit diesem Fahrzeug im Performance-Segment eine komplett neue Kategorie erzeugen – die Kategorie des elektrischen V8-Motors“, sagt er. „Wir wollen mindestens den Anspruch erfüllen, den wir an unsere heutigen Verbrenner-Achtzylinder stellen, in puncto Performance, aber auch in puncto Emotion.“ AMG habe sich deshalb bewusst Zeit mit der Entwicklung gelassen.
Das Ziel sei nun, eingefleischte Petrolheads für die Elektromobilität begeistern. Schiebe ist überzeugt, dass hier neue Kriterien gelten. „Reine Beschleunigungswerte sind kein kaufentscheidendes Kriterium mehr. Entscheidend ist, ob hohe Leistung wiederholbar abrufbar ist.“
Das neue Fahrzeug überzeuge auf Wunsch durch einen an klassische V8-Motoren angelehnten Sound, zudem könne der Fahrer manuell schalten. Zuletzt habe AMG mehrere Händlerkonferenzen veranstaltet, bei denen Verbrenner-Fans nach Probefahrten ungläubig die Motorhaube geöffnet hätten: „Die konnten nicht glauben, dass kein Verbrenner mehr drinsteckt.“
Stolz sind die AMG-Ingenieure auf die Axial-Fluss-Motoren, die ein höheres Drehmoment ermöglichen sollen. Zudem ist die Batterie mit einer speziellen Zellchemie ausgestattet, die eine hohe Leistung verspricht. AMG hat sich dabei von der Formel-1-Technologie inspirieren lassen. AMG ist Teil der Mercedes-Werksteams in der Rennserie.
Mercedes-Manager Michael Schiebe: Seit Dezember im Konzernvorstand. Foto: Mercedes-Benz AG
Zu den erhofften Verkaufszahlen oder Margen will sich Schiebe nicht äußern. UBS-Analyst Hummel spricht von einem Nischenmodell und rechnet damit, dass Mercedes von dem neuen AMG lediglich eine vierstellige Zahl pro Jahr absetzen wird. Es sei unwahrscheinlich, dass AMG mit diesem Fahrzeug die üblichen Gewinnmargen erreiche.
Aber: „Mercedes setzt mit dem Auto technische Maßstäbe und kann diese Technologien künftig in anderen Fahrzeugen weiterverwenden“, sagt Hummel. Zudem sei das Fahrzeug für das Markenimage von AMG wichtig. Die hochmotorisierten Baureihen gelten als schlecht für die Umwelt.
Kurskorrektur bei AMG: Acht- statt Vierzylinder
Das vorgestellte Fahrzeug ist das erste auf der neuen Produktionsplattform AMG Electric Architecture (AMG.EA). Die Firma mit Sitz in Affalterbach nahe Stuttgart hat schon vor Jahren die Entscheidung für die neue Architektur getroffen – zu einem Zeitpunkt, als Konzernchef Källenius besonders ehrgeizige Elektroziele hatte.
Heckansicht des neuen AMG: Gewagte Elektrowette von Mercedes. Foto: Mercedes-Benz AG
„Absolut“, sagt Schiebe auf die Frage, ob er die neue V8-Elektroarchitektur angesichts der wachsenden Skepsis gegenüber E-Autos etwa in den USA noch einmal genauso entwickeln würde. „Wir sehen die Herausforderungen der heutigen Marktlage“, sagt Schiebe. „Aber dieses Auto ist das erste Produkt im Performance-Segment, das auch Petrolheads für die Elektromobilität begeistern wird.“
Zum Jahresende bringt AMG tatsächlich einen neuen V8-Motor, also einen Antrieb mit acht Zylindern, auf den Markt. Es ist eine Kurskorrektur: Selbst die Verkaufszahlen von AMG-Fahrzeugen mit dem kleinen Vier-Zylinder-Motor waren so gering, dass der Konzern diese Aggregate wieder aus dem Programm genommen hat. „Mercedes hat offensichtlich unterschätzt, dass die AMG-Fangemeinde in erster Linie V8-Motoren nachfragt“, sagt Analyst Hummel. Und das trifft auch die Elektrifizierung.
Mercedes-Chef Ola Källenius: Die AMG-Autos beeinflussen den Konzerngewinn. Foto: REUTERS
Mercedes-Manager Schiebe betont, den eigenen Kunden die Auswahl geben zu wollen. „Bei uns findet jeder AMG-Fan den Antrieb und das Auto, das zu ihm passt.“
Das heißt auch: Die Zukunft von AMG werde nicht rein elektrisch sein, stellt Schiebe klar. Die Strategie fuße vielmehr auf zwei Säulen. Einerseits erhielten Kunden künftig ein vollelektrisches Angebot. Andererseits werde auch die Verbrennerarchitektur weiterentwickelt. So habe man gerade den neuen Achtzylinder-Motor entwickelt, der alle kommenden Regularien erfülle, auch die EU7-Vorgabe in Europa. Und den Vierzylinder im Portfolio ersetze AMG durch einen Sechszylinder.
Auch optisch will AMG einen Neustart wagen. Die kommenden Modelle folgten einer neuen Designsprache, seien „mutiger und aggressiver“, wie Schiebe es formuliert, gestützt auf Kundengespräche in allen wichtigen Märkten. Kunden im Performance-Segment wollten auf den ersten Blick erkennen, dass ein Auto ein AMG sei. „Das neue Design wird über alle Modelle hinweg eine klare, wiedererkennbare Handschrift tragen.“ Alles für ein Ziel: mehr zu verkaufen.
Wichtiger Gewinnlieferant
Die Verkäufe von AMG wirken sich auf die Profitabilität des gesamten Konzerns aus. Die Sportwagentochter gilt intern als „Cashcow“. Zwar standen die 142.000 verkauften AMG-Autos 2025 nur für acht Prozent des Pkw-Absatzes. Nach Schätzungen von Analysten sorgen die AMG-Autos aber für 15 bis 20 Prozent des Konzerngewinns.
Die hochmargigen AMG-Modelle müssen funktionieren, wenn Mercedes seine Ziele erreichen will. 2025 erzielte der Konzern nur 5,8 Milliarden Euro Gewinn. Nur zwei Mal hat Mercedes mit Auto und Vans in den vergangenen 15 Jahren weniger Geld verdient. Die bereinigte Marge des Pkw-Geschäfts lag im ersten Quartal 2026 nur bei 4,1 Prozent.
Mittelfristig, also bis 2028/29, will Mercedes hier wieder acht bis zehn Prozent erreichen. Eine Modelloffensive soll die Wende bringen: Zwischen 2025 und 2027 stellen die Schwaben mehrere Dutzend neue und überarbeite Fahrzeuge vor und erweitert ihr Angebot an Elektroautos. Bislang machen Stromer nur zehn Prozent der Verkäufe aus – was deutlich hinter früheren Ambitionen ist.
Bei AMG sind auf der neuen Elektroarchitektur zunächst drei Fahrzeuge geplant. In den kommenden Monaten will AMG einen SUV und eine Coupé-Variante vorstellen. AMG entwickelt nur wenige Fahrzeuge in Gänze selbst, stattet pro Jahr aber mehr als 100.000 Serienfahrzeuge von Mercedes mit starken Motoren aus.
Einstiegspreis von etwa 170.000 Euro
Mercedes hat Los Angeles als Ort für die Präsentation nicht zufällig gewählt. In den USA gibt es zwar keine große Nachfrage nach E-Autos, allerdings ist die Region der wichtigste Absatzmarkt für AMG.
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Die Top-End-Modelle von Mercedes, zu denen neben AMG die Edellimousine S-Klasse oder der große Geländewagen GLS zählen, stehen in den USA für 30 Prozent der Verkäufe, während es im weltweiten Schnitt knapp 15 Prozent sind.
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Mercedes nennt noch keinen Preis. Käufer dürfen aber damit rechnen, dass sich der Wagen an dem Vorgänger mit Verbrennungsmotor orientiert. Hier starteten die Preise in Deutschland ab rund 170.000 Euro. Das neue Auto soll in einigen Wochen bestellbar sein. Produziert wird es in Sindelfingen, die Elektromotoren stammen aus der Komponentenfabrik in Berlin.
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Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Mercedes-Benz will sell a four-digit number of the new AMG GT annually.
Wahrscheinlich · Mittelfristig
The new AMG GT will not achieve the usual profit margins for AMG vehicles.
Wahrscheinlich · Mittelfristig
Mercedes-Benz will continue to develop and offer combustion engine vehicles alongside its electric offerings.
Sehr wahrscheinlich · Langfristig
Offene Fragen
- Will the electric AMG GT successfully convert traditional "petrolheads" to electric mobility?
- Can Mercedes-Benz achieve its ambitious sales targets for AMG vehicles by 2030?
- What will be the actual profit margins for the new electric AMG GT?
- How will the dual strategy of electric and combustion engine development impact Mercedes-Benz's overall profitability?






