Mexiko besiegt Ecuador nach Blitz- und Donner-Unterbrechung
Auf einen Blick
- Mexiko hat sein erstes WM-Spiel gegen Ecuador mit 2:0 gewonnen.
- Nach einer einstündigen Verschiebung wegen Gewitters überzeugte das Team um Superstar Gilberto Mora.
- Allerdings gab es auch homophobe Fangesänge.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Mexiko besiegte Ecuador in seinem ersten WM-Spiel nach einer einstündigen Verzögerung wegen Gewitters. Die Mannschaft zeigte einen starken Auftritt, wurde aber von homophoben Fangesängen überschattet.
Nach einstündiger Verspätung wegen Blitz und Donners hat WM-Mitgastgeber Mexiko seine erste große WM-Gala gezündet und Deutschland-Schreck Ecuador besiegt. Angeführt von Wunder-Teenager Gilberto Mora zeigten die Mexikaner einen phasenweise berauschenden Auftritt.
Die 80.824 Zuschauern im ausverkauften Aztekenstadion zeigten sich begeistert, benahmen sich aber in Teilen daneben. So sollen mexikanische Fans homophobe Gesänge angestimmt haben. Die Anhänger sollen die Beleidigungen gezielt gerufen haben, wenn Ecuadors Torhüter Hernán Galindez beim Abstoß den Ball trat. Über den Zwischenfall inmitten der extrem lauten Stadion-Kulisse berichteten mehrere Medien übereinstimmend, darunter die Nachrichtenagentur AP. Demnach sollen die Fans einen Ausdruck verwendet haben, der auf Spanisch „männlicher Prostituierter“ bedeutet. Zum ersten Mal war der Ruf nach fünf Minuten zu hören.
Wer auch immer es sein wird, der Gegner ist nach diesem beeindruckenden Auftritt der Mannschaft von Trainer-Fuchs Javier Aguirre – dem vierten Sieg im vierten Turnierspiel – gewarnt. Mexiko ist bei der WM weiter ohne Gegentor. Zudem erreichte Mexiko bei seinen Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 stets das Viertelfinale.
Die Furcht vor Deutschland-Bezwinger Ecuador erwies sich als weitgehend unberechtigt. Allerdings wurde der Trip nach Mexiko-Stadt für die Mannschaft von Sebastián Beccacece auch vorher schon zum Stresstest. Nachdem die Anreise schon neun statt der geplanten sechs Stunden gedauert hatte, machten mexikanische Fans vor dem Team-Hotel Ecuadors die Nacht zum Tag.
Doch damit nicht genug: Wenige Stunden vor dem Anpfiff setzte ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen ein. Das Spiel musste aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben werden. Den Mexikanern schienen die 60 Minuten des Wartens nur noch mehr Lust zu machen.
Teenager Mora wirbelt
Noch nie hat eine mexikanische Nationalmannschaft ein WM-Spiel im Aztekenstadion verloren. Und schon der rasante Beginn machte den Fans Mut, dass das so bleiben würde. Vor allem Wunder-Teenager Gilberto Mora wirbelte. Der mit 17 Jahren zweitjüngste Startelfspieler eines WM-K.-o.-Spiels nach Pelé versuchte es mit einem Distanzschuss in der fünften Minute selbst. Kurz danach legte er den Ball wunderbar auf der rechten Seite vor, Luís Romo flankte direkt und in der Mitte setzte Jiménez zum Flugkopfball an – aber vorbei.
Dann kam wieder Mora, der die WM-Bühne einfach nur zu genießen schien. Ein Schlenzer verfehlte aber das Ziel (15.). Mexiko drückte, kontrollierte den Ball und das Spiel, so konsequent waren sie bisher selbst bei ihren drei Gruppensiegen nicht aufgetreten.
Doch Achtung: Beinahe hätte John Yeboah die Fiesta früh gesprengt: Er traf nur das Außennetz. Die Antwort folgte prompt und sie ließ das Aztekenstadion beben. Roberto Alvarado schickte aus der eigenen Hälfte Quiñones. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball aus rund zwölf Metern ins Tor. Es war bereits das dritte WM-Tor des in Kolumbien geborenen Angreifers.
Die Fiesta Mexicana ging aber weiter. Nach einem Abspielfehler der nun teils hilflos wirkenden Ecuadorianer knallte Jiménez den Ball in den Winkel. Der Premier League erfahrene Stürmer, der wegen seiner Vorgeschichte mit Lebensgefahr nach einem Schädelbruch 2020 bei seinem Tor zum WM-Auftakt schwer ergriffen mit Tränen in den Augen gefeiert hatte, legte nach.
Mit 47 Treffern ist Jiménez Mexikos alleiniger zweitbester Torschütze in der Geschichte. Fünf Tore fehlen ihm noch zur 38 Jahre alten vereinslosen Legende Javier Hernández.
Es war ein Auftritt der Mexikaner wie im Rausch – zumindest in der ersten halben Stunde. Und wenn es mal gefährlich vor dem mexikanischen Tor wurde, war Schlussmann Raúl Rangel zur Stelle. Nach der Pause zogen sich die Mexikaner allerdings gefährlich weit zurück und überließen Ecuador mehr den Ball und die Kontrolle.
Brandgefährlich blieben sie trotzdem, mit zwei Kopfbällen binnen einer Minute verpasste der mit aufgerückte Verteidiger jeweils das 3:0. Ansonsten zeigte Mexiko eine weitere Qualität: Einen Vorsprung nach Hause bringen - noch keinem Gegner gelang überhaupt ein Tor gegen den WM-Mitgastgeber.
Offene Fragen
- Wird es Konsequenzen für die Fangesänge geben?
- Wie wird sich dieser Sieg auf Mexikos weitere WM-Leistung auswirken?

