Mindestens acht Tote bei massiven russischen Angriffen auf Dnipro
Ukraine berichtet von neuer russischer Taktik mit anhaltenden Wellenangriffen – Drohung auch auf Nato-Gebiet
Auf einen Blick
- Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die ostukrainische Stadt Dnipro wurden mindestens acht Menschen getötet und mindestens 49 weitere verletzt.
- Die Angriffe dauerten rund 20 Stunden und trafen Wohnhäuser, Unternehmen und Energieinfrastruktur.
- Die russische Armee setzt nach Angaben Kiews eine neue Taktik ein, bei der Angriffe nachts beginnen und sich in Wellen bis in den Tag hinziehen.
KI-generierte Zusammenfassung
Warum es wichtig ist
Dnipro liegt mehr als hundert Kilometer von der Front entfernt und war bereits in den vergangenen Tagen von Russland ins Visier genommen worden. Die russische Armee hat ihre Taktik geändert und setzt nun auf fortgesetzte Angriffe, die nachts beginnen und sich in Wellen bis in den Tag hinziehen.
Rund 20 Stunden lang wurde die ostukrainische Stadt Dnipro nach Angaben der Behörden mit russischen Raketen- und Drohnenangriffen attackiert. Mindestens acht Menschen wurden dabei getötet, Dutzende weitere verletzt. Die Angriffe begannen in der Nacht zum Samstag und dauerten bis in den späten Nachmittag an, wie Bürgermeister Borys Filatov berichtete. Getroffen wurden Wohnhäuser, Unternehmen und Energieinfrastruktur. Mindestens 49 Menschen wurden laut Filatow verletzt, darunter zwei Kinder. Auch sein Stellvertreter sei schwer verwundet worden, berichtete der Bürgermeister. Weitere zehn Menschen wurden in der Region Dnipropetrowsk verletzt. Stundenlang durchsuchten Rettungskräfte die Trümmer, auf der Suche nach Opfern und Überlebenden. Ein Wohnhaus wurde den Angaben zufolge zweimal in zeitlichem Abstand bombardiert.
»Massiver Angriff« – neue russische Taktik
Dnipro liegt mehr als hundert Kilometer von der Front entfernt. Die Industriestadt war bereits in den vergangenen Tagen von Russland ins Visier genommen worden. Die russische Armee hatte ihre Taktik in jüngster Zeit geändert. Statt nächtlicher Luftangriffe setzt sie nun auf fortgesetzte Angriffe, die nachts beginnen und sich in Wellen bis in den Tag hinziehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte angesichts der neuen Angriffe ein härteres internationales Vorgehen gegen Russland und weitere Militärhilfe für die Ukraine.
Russische Drohne über Nato-Mitgliedstaat Rumänien abgestürzt
Kyjiw greift als Reaktion auf die fortgesetzten russischen Angriffe immer wieder Ziele auf russischem Gebiet an. Auch dabei gibt es zivile Opfer. Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte am Samstag mit, bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Auto sei eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, die russlichen Streitkräfte hätten in der Nacht zum Samstag 127 ukrainische Drohnen abgefangen. Im Nato-Mitgliedstaat Rumänien stürzte derweil inmitten der russischen Angriffe auf die Ukraine eine Drohne über bewohntem Gebiet ab. Opfer gab es nach Behördenangaben nicht, ein Strommast und ein Gebäude wurden beschädigt. Die Behörden ordneten eine Evakuierung des Gebiets an, betroffen waren 200 Menschen. Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe mit Drohnen Ziele in der Ukraine nahe eines Grenzflusses zu Rumänien angegriffen. Vom Radar seien »im rumänischen Luftraum operierende Drohnen« erfasst worden.
Neue Sanktionen gegen Russland
Bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Zypern war am Donnerstag ein 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet worden, das auf den Bankensektor abzielt und neue Beschränkungen für den Export von russischem Öl vorsieht. Nach monatelanger Blockade durch Ungarn genehmigte die EU zudem ein Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Worauf zu achten ist
KI-Ausblick — Möglichkeiten, keine Fakten
Weitere russische Angriffe auf ukrainische Städte mit der neuen Wellen-Taktik
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Nato wird Situation mit abgestürzter Drohne in Rumänien prüfen
Wahrscheinlich · Innerhalb von Wochen
Internationale Forderungen nach verstärkter Militärhilfe für die Ukraine werden lauter
Sehr wahrscheinlich · Innerhalb von Tagen
Offene Fragen
- Welche genauen Waffen wurden bei den Angriffen eingesetzt?
- Wie schwer ist der Stellvertreter des Bürgermeisters verletzt?
- Welche genauen Schäden entstanden an der Energieinfrastruktur?



